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Der kreative Prozess – Kreativität ist mehr Fertigkeit als Gabe
Kreativität ist nicht nur beim künstlerischen Schaffen, sondern überall da nützlich, wo etwas verändert werden oder Neues entstehen soll. Also in der Werbung, in der Produktentwicklung, bei strategischen Überlegungen eines Unternehmens, beim Lösen von Problemen, beim Fragenstellen während eines Gesprächs. Doch ist Kreativität eigentlich eine Begabung? Eine Technik? Eine Fähigkeit?
Kreativität ist ...
... die Fähigkeit, Wissen und Erfahrungen aus verschiedenen Lebens- und Denkbereichen unter Überwindung verfestigter Struktur- und Denkmuster zu neuen Ideen zu verschmelzen.
Der kreative Prozess
Die nachfolgend beschriebenen Phasen können in der Praxis ineinander übergehen. Bei manchen dauern sie länger, bei andern weniger. Wichtig ist, nicht zu früh aufzugeben.
Vorbereitungsphase
Kreativität fällt nicht aus heiterem Himmel, deshalb ist die Vorbereitung sehr wichtig.
- Definieren Sie möglichst genau, nach welcher Lösung Sie suchen oder was Sie entwickeln oder kreieren möchten. Dies kann im Kopf oder schriftlich geschehen.
- Eignen Sie sich die nötigen Kenntnisse und Informationen an. Wenn Sie z.B. ein Bild malen möchten, dann müssen Sie zumindest grundlegende Maltechniken beherrschen und idealerweise auch Kenntnisse über Komposition und Farbenlehre besitzen. Wenn Sie ein Problem lösen möchten, sammeln Sie möglichst viele Informationen zum Thema.
- Nutzen Sie bei Bedarf bereits in dieser Phase Kreativitätstechniken wie das Mind-Mapping.
Inkubationszeit
Diese Phase folgt nach der Vorbereitung und ist ganz entscheidend. Hier tun Sie schlicht gar nichts! Am besten vergessen Sie Ihr Problem oder Ihre Aufgabe einfach. Sie geben nun Ihrem Unterbewusstsein Zeit, die verschiedenen Informationen mit der Aufgabe in Verbindung zu bringen und neue Ideen zu finden. Oft haben wir in dieser Phase das Gefühl, nicht weiterzukommen und geben auf.
- Halten Sie durch und vertrauen Sie Ihrer Kreativität. Meist kommen die Gedankenblitze dann, wenn Sie entspannt sind und sich überhaupt nicht mit der eigentlichen Aufgabe befassen.
- Seien Sie vollkommen offen für alles, was Ihnen Ihr Unterbewusstsein mitteilt, auch wenn es zunächst unrealistisch erscheint.
- Schreiben Sie alle noch so kleinen Ideen auf und notieren Sie auch Ihre Träume.
- Nutzen Sie Kreativitätstechniken, um den Vorgang zu beschleunigen oder zusammen mit Ihrem Team Ideen zu entwickeln.
Überprüfung der Ideen
In dieser Phase ist es wichtig, kritisch zu sein, der neuen Idee aber auch eine Chance zu geben. Vieles von dem, was Menschen entdeckt oder erfunden haben, erschien zunächst vollkommen unsinnig.
- Prüfen Sie die neuen Ideen auf ihren Nutzen hin. Welche Chancen könnten sich bei der Realisierung der Idee eröffnen? Ist sie überhaupt realisierbar? Wenn ja, mit welchem Aufwand?
- Nutzen Sie zur Überprüfung der Ideen die «Disney-Methode» oder die sechs Denkhüte von De Bono.
- Vertrauen Sie darauf, dass Sie spüren werden, ob es sich um eine gute Idee handelt oder nicht.