Digital Health

FutureHealth – Vier Take Aways der Gesundheitskonferenz

«Accelerating the Healthcare System – the pandemic as a turning point», so lautete das Thema der FutureHealth Basel 2022. Was die vergangenen zwei Jahre unter der Pandemie besonders gezeigt haben ist, wie gut der Schulterschluss verschiedener Akteure im Gesundheitswesen funktionieren muss, damit die Bevölkerung gesund bleibt oder gesund werden kann. Leistungserbringer handeln für dieses Ziel vermehrt patientenorientiert, digital und vernetzt. Welche Auswirkungen aufs Gesundheitswesen dies hat, fassen wir in den vier Key Take Aways zusammen.

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Integrierte Versorgung gibt Patientinnen und Patienten Sicherheit

Patientinnen und Patienten werden zur Drehscheibe ihrer eigenen Gesundheitsversorgung. Einen sauberen Schulterschluss zwischen ihnen und den Spezialisten, die sie betreuen, wird noch wichtiger. Aber nicht nur zwischen ihnen: Digitale Schnittstellen zu vor- und nachgelagerten Leistungserbringern stellen die Durchgängigkeit und Nachvollziehbarkeit von Informationen – beispielsweise zu Befunden, Zweitmeinungen oder Therapien – sicher. Rücken auch die physische und digitale Welt näher zusammen, kann die Zusammenarbeit und Koordination über den gesamten Behandlungspfad optimiert werden. Die Vernetzung aller Akteure und die integrierte Versorgung gehören darum zu einem fortschrittlichen Schweizer Gesundheitswesen und sorgen für eine höhere Behandlungsqualität.

Mehr Digitalisierung = Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten

Ist der Operationssaal reserviert? Liegen alle für den Eingriff benötigten Utensilien bereit? Ist die Patientin oder der Patient vorbereitet? Spezialistinnen und Spezialisten sollen sich in Zukunft keine solchen Gedanken machen müssen. Automatisierte Prozesse sollen ihnen beispielsweise bei der Vorbereitung von Eingriffen unter die Arme greifen. Wenn der Leistungserbringer eine OP im Informationssystem erfasst, werden umgehend digitalisierte und automatisierte Prozesse im Hintergrund ausgelöst: die Konfektionierung vom Fallwagen, die Lieferung von medizinischem Verbrauchsmaterial, die Auftragserteilung zur Rückführung der Utensilien und die Datenübermittlung von beispielsweise Berichten an nachgelagerte Leistungserbringer der Patientin oder des Patienten. Mit Hilfe solcher Prozesse sparen Leistungserbringer Zeit, Kosten und reduzieren das Risiko von Fehlern. Gemäss einer LinkedIn-Umfrage der Post von Ende März 2022 sehen die 106 Teilnehmenden genau in diesem Bereich das meiste Potenzial fürs Gesundheitswesen:

Ergebnisse LinkedIn-Umfrage

Kombination aus physisch und digital ist unschlagbar

Die Schweiz hat einen grossen Aufholbedarf, was die Digitalisierung des Gesundheitssystems anbelangt. Im internationalen Vergleich befindet sie sich auf Rang 14 des Digital-Health-Index. Die gute Nachricht: Die Pandemie hat die Notwendigkeit der Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens deutlich gemacht. Sowohl die Leistungserbringer als auch die Bevölkerung sind offener dafür. Sie haben das Potenzial erkannt und ihre Akzeptanz gegenüber digitalen Lösungen und Services ist gestiegen. Die Gesundheitsversorgung wird aber immer eine physische Komponente aufweisen. Sei es ein ambulanter Ultraschalltermin, die Fernüberwachung via Sensoren, oder die Transportbox für den Medikamentenversand. Die nahtlose Verbindung und die Individualisierung von physischen und digitalen Angeboten bieten einen Mehrwert bei der Versorgung. Leistungserbringer können freigewordene Ressourcen gezielter für ihre Kerntätigkeit, die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten, einsetzen. Was wiederum die Behandlungsqualität erhöht.

Gesund werden und bleiben

Die Gesundheit ist dank Smartphones heutzutage in der Hosentasche: Gemäss eHealth Barometer 2021 sind bei den Schweizerinnen und Schweizern Onlinekanäle die beliebtesten für die Beschaffung von Gesundheitsinformationen. Das EPD ist dabei nur ein Puzzleteil, wie Patientinnen und Patienten ihre Gesundheit in die Hand nehmen können. Dienstleistungen wie professionelle Online-Foren, telemedizinische Angebote oder online Terminvereinbarung werden mehr und mehr zum erwarteten Standard, um auch in Gesundheitsfragen mehr Flexibilität und Selbststeuerung zu erhalten. Auf der anderen Seite zeigt ein Bericht des Bundesamts für Gesundheit (BAG), dass in Sachen digitaler Gesundheitskompetenz 72% der befragten Bevölkerung Schwierigkeiten im Umgang mit digitalen Informationen und Dienstleistungen hat. Deshalb braucht es gerade in so einem wichtigen Bereich einfach zu bedienende, sichere Lösungen, sowie eine nahtlose Zusammenarbeit aller Akteure. Beides gestaltet die Versorgung angenehmer, mindert Stress für die Patientin oder den Patienten und wirkt sich positiv aufs Gesundbleiben bzw. die Genesung aus.

Weitere Informationen:

Hier geht' direkt zum Video der FutureHealth 2022