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Volg-CEO: «Die Zusammenarbeit von Volg und Post ist nicht mehr wegzudenken»
Interview mit Philipp Zgraggen, CEO der Volg-Gruppe
Die Partnerschaft zwischen Volg und der Post erleichtert das Leben in ländlichen Gebieten: Einkäufe und Postgeschäfte vereint an einem Ort. Im Interview erläutert Philipp Zgraggen, CEO der Volg-Gruppe, die Vorteile dieser Zusammenarbeit und teilt seine Tipps für Filialen mit Partner.
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Die Zusammenarbeit zwischen Volg und der Schweizerischen Post ist ein Erfolg – und wird 20 Jahre alt. Seit 2005 arbeiten die beiden Unternehmen zusammen und mittlerweile sind in über 400 Volg-Läden auch Postdienstleistungen verfügbar. Diese Partnerschaft sorgt dafür, dass die postalische Grundversorgung auch in ländlichen Gebieten erhalten bleibt und bietet den Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, ihre Postgeschäfte bequem mit dem täglichen Einkauf zu verbinden. Philipp Zgraggen, CEO der Volg-Gruppe, berichtet im Interview über die erfolgreiche Kooperation.
Herr Zgraggen, was hat sich für die Volg-Läden durch die Postdienstleistungen verändert?
In der Regel trägt eine Postagentur im Dorfladen dazu bei, dass die Kundinnen und Kunden diesen häufiger besuchen. Die Kundenfrequenz im Volg ist also mit einer Postagentur etwas grösser. Diese kann, neben vielen anderen Aspekten, auch einen Beitrag zur Existenzsicherung des Dorfladens leisten. Erfreulich ist zudem, dass wir durch die Postdienstleistungen mitunter neue Kundengruppen ansprechen.
Was sagen die Kundinnen und Kunden dazu, dass sie ihre Post direkt im Volg-Laden erledigen können?
Das Konzept, Einkäufe und Postgeschäfte an einem Ort erledigen zu können, überzeugt. Insbesondere in kleinen Dörfern, wo die Wege länger und das Angebot begrenzter ist, schätzen die Leute das kombinierte Angebot. Diese Rückmeldung hören wir immer wieder.
Wie gehen Ihre Mitarbeitenden damit um, zusätzliche Aufgaben rund um Postdienstleistungen zu erfüllen?
Unsere Mitarbeitenden sind zentrale Bezugspersonen für den täglichen Einkauf im Ort und mit den Postdienstleistungen können sie der Kundschaft noch mehr bieten. Dies wird von vielen Mitarbeitenden als positiv empfunden, da es den Berufsalltag abwechslungsreicher macht.
Die Partnerschaft ist für uns sehr wertvoll. Gemeinsam bieten Volg und die Post in den ländlichen Gebieten eine verlässliche und zeitgemässe Grundversorgung.
Philipp Zgraggen, CEO Volg-Gruppe
Welche Tipps haben Sie für andere Unternehmen, die eine Partnerschaft mit der Post in Erwägung ziehen?
Die Partnerschaft muss zur DNA des Unternehmens passen, damit sich die Mitarbeitenden mit den neuen Aufgaben identifizieren können. Klare Kommunikation, ein gutes Schulungsangebot und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind unerlässlich. Wer die Menschen – Mitarbeitende wie Kundinnen und Kunden – in den Mittelpunkt stellt, wird Erfolg haben.
Gab es auch Herausforderungen bei der Integration der Postdienstleistungen?
Sicher, gerade am Anfang. Unsere Mitarbeitenden brauchten Zeit, sich an die neuen Aufgaben und Systeme zu gewöhnen. Und in den letzten Jahren hat uns insbesondere die «Päckliflut» vor neue Herausforderungen gestellt, vor allem platztechnisch. Wo es möglich war, haben wir deshalb separate Päcklistationen direkt bei der Kasse eingerichtet. So vermeiden wir lange Wege in die Hinterräume und können so die Wartezeiten für die Kundinnen und Kunden reduzieren.
Was hält die Zukunft für die Partnerschaft zwischen Volg und der Post bereit?
Die Partnerschaft ist für uns sehr wertvoll. Sie ist heute aus vielen Dörfern kaum mehr wegzudenken und steht für Kontinuität, Nähe und einen gemeinsamen Beitrag zur Grundversorgung im ländlichen Raum. Für die Zukunft sehe ich in dieser bewährten Zusammenarbeit weiteres Potenzial, etwa hinsichtlich digitaler Dienstleistungen. Gemeinsam können wir viel erreichen und den Menschen in den ländlichen Gebieten weiterhin eine verlässliche und zeitgemässe Grundversorgung bieten.
Danke, Herr Zgraggen, für das Interview!
Zur Person
Philipp Zgraggen, geboren 1973, ist seit Herbst 2019 CEO der Volg Gruppe und zudem Departementsleiter Volg-Läden/Tankstellenshops und Leiter der Division Detailhandel bei der Muttergesellschaft fenaco. In dieser Funktion ist er auch Mitglied der engeren Geschäftsleitung der fenaco.
Zur Volg-Gruppe
Volg ist der Spezialist für Dorfläden und Kleinflächen in der Deutschschweiz und Westschweiz. Die Volg Konsumwaren AG mit Sitz in Winterthur ist ein Tochterunternehmen der fenaco Genossenschaft und beliefert rund 930 kleinflächige Lebensmittel-Verkaufsstellen im ländlichen Raum, darunter rund 600 Volg-Läden, über 120 TopShops an AGROLA-Tankstellen sowie über 200 Freie Detaillisten, die mehrheitlich mit dem Partnerkonzept „Prima“ im Markt auftreten. In viele Verkaufsstellen sind Postagenturen (Filialen mit Partner) integriert, so dass Einkäufe mit der Erledigung der Postgeschäfte verbunden werden können.
Foto von Philipp Zgraggen. (Copyright: Volg Konsumwaren AG.)