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Post mit tieferem Ergebnis in angespanntem Marktumfeld

Mitteilung vom 25.08.2016

Die Schweizerische Post hat im ersten Semester 2016 einen Konzerngewinn von 313 Millionen Franken erwirtschaftet (Vorjahr: 391 Millionen Franken). Das Marktumfeld, in dem die Post tätig ist, bleibt angespannt: Das Betriebsergebnis (EBIT) sank auf 383 Millionen Franken (Vorjahr: 504 Millionen Franken), bedingt durch die rückläufigen Ergebnisbeiträge des Finanzdienstleistungs-, Kommunikations- und Logistikmarkts.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 erzielte die Post einen Konzerngewinn von 313 Millionen Franken, das sind 78 Millionen Franken weniger als in der Vorjahresperiode. Das Betriebsergebnis von 383 Millionen Franken lag 121 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Der Geschäftsverlauf ist vom anhaltenden Volumenrückgang bei Briefen, vom steigenden Margendruck bei Paketen und vom tiefen Zinsniveau im Finanzdienstleistungsmarkt geprägt. Der Betriebsertrag stieg leicht um 1,2 Prozent auf 4‘150 Millionen Franken (Vorjahr: 4‘100 Millionen Franken).

Kommunikations- und Logistikmarkt: tiefere Ergebnisbeiträge

Im Kommunikationsmarkt erwirtschaftete die Post ein Betriebsergebnis von 94 Millionen Franken (Vorjahr: 137 Millionen Franken). Der verschärfte Rückgang des Ergebnisses von Poststellen und Verkauf ist primär auf einen neuen internen Leistungsauftrag des Konzernbereichs zurückzuführen. PostMail und Swiss Post Solutions konnten den Betriebsergebnisbeitrag halten bzw. steigern. Der Mengenrückgang bei den Briefen akzentuierte sich im Vergleich zum Vorjahr: Die Anzahl adressierter Briefe nahm um 3,5 Prozent ab. Das Betriebsergebnis von Swiss Post Solutions belief sich auf 10 Millionen Franken und lag damit 4 Millionen Franken über dem Vorjahreswert.

Im Logistikmarkt erzielte PostLogistics ein Betriebsergebnis von 52 Millionen Franken (Vorjahr: 65 Millionen Franken). Der Logistikmarkt ist national und international weiterhin von zunehmenden Wettbewerb und Preisdruck geprägt. Trotz Mehrerträgen aufgrund der um 6,5 Prozent höheren Paketmenge und einer verstärkten Nachfrage nach Wertlogistiklösungen nahm das Betriebsergebnis ab. Dieser Rückgang ist auf den angepassten internen Leistungsauftrag des Konzernbereichs zurückzuführen.

Im Personenverkehrsmarkt steigerte PostAuto das Betriebsergebnis um 2 Millionen Franken auf 21 Millionen Franken. Massgeblich verantwortlich für die positive Entwicklung war der anhaltend tiefe Treibstoffpreis. Infolge der Verknappung der Mittel der öffentlichen Hand als Bestellerin von Verkehrsleistungen nimmt der Preisdruck weiter zu.

Wettbewerbsnachteil von PostFinance akzentuiert sich

Die im Finanzdienstleistungsmarkt tätige PostFinance erzielte ein Betriebsergebnis (EBIT) von 237 Millionen Franken (Vorjahreswert: 280 Millionen Franken). Der Rückgang um 43 Millionen Franken begründet sich im Wesentlichen mit höheren pauschalen Portfoliowertberichtigungen auf Finanzanlagen (-79 Millionen Franken), nachdem im Vorjahressemester noch Portfoliowertaufholungen verbucht werden konnten (+30 Millionen Franken). Im Zinsdifferenzgeschäft fiel der Erfolg aufgrund mangelnder rentabler Anlageopportunitäten um 17 Millionen Franken tiefer aus. Dieser Trend wird sich im laufenden Jahr fortsetzen. Gewinne aus dem Verkauf von Aktienbeständen konnten den Ergebnisrückgang teilweise kompensieren. Das Referendum «Brexit» in Grossbritannien führte kurzfristig zu leicht erhöhten Volumina im Kundendevisenhandel. Das Kundenvermögen ist sowohl bei den Privatkunden als auch bei den Geschäftskunden gestiegen, womit die Giroguthaben von PostFinance bei der Schweizerischen Nationalbank über der Freigrenze liegen. Der Nachteil, dass PostFinance nicht selbständig Kredite und Hypotheken vergeben kann, wird sich weiter akzentuieren. Im aktuellen Negativzinsumfeld zeigt sich deutlich, dass das Kreditverbot wirtschaftlich schädlich ist und die nachhaltige Profitabilität von PostFinance gefährdet.

Konsequente Anpassung an die Bedürfnisse der Kunden

Die Post will ihren Kundinnen und Kunden auch in Zukunft erstklassige Dienstleistungen anbieten und ist darum auf solide Gewinne angewiesen, um diese reinvestieren zu können. Dazu muss die Post ihre Zugangspunkte und ihre Dienstleistungen weiterentwickeln, den Kundinnen und Kunden weiterhin einen einfachen und vielseitigen Zugang ermöglichen und gleichzeitig eine bezahlbare Infrastruktur schaffen. Die Post erwartet, die finanziellen Ziele des Bundes auch 2016 zu erreichen.

Kennzahlen Konzern

Kennzahlen Einheit Jahr 2015 1. Semester 2015 1. Semester 2016
Betriebsertrag Mio. CHF 8'224 4'100 4'150
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 823[2] 504[2] 383
in % des Betriebsertrags % 10,0[2] 12,3[2] 9,2
Konzerngewinn Mio. CHF 645[2] 391[2] 313
Bilanzsumme Mio. CHF 120'327 121'662 127'889
Eigenkapital Mio. CHF 4'385 5'227 4'276
Geldfluss aus Investitionstätigkeit Mio. CHF -325 -404 -289
Personalbestand Konzern Post PE[3] 44'130 44'018 43'732
1 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
2 Normalisierte Werte
3 PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen, ohne Lernpersonal

Kennzahlen PostFinance AG

Kennzahlen Einheit[1] Jahr 2015 1. Semester 2015 1. Semester 2016
Anzahl Kundinnen und Kunden Tausend 2'951 2'946 2'944
Anzahl Kundenkonten Tausend 4'835 4'810 4'770
Kundenvermögen Mio. CHF 114'866 113'115 117'630
Fonds, Wertschriften, Lebensversicherungen Mio. CHF 7'772 7'614 7'488
Hypotheken[2] Mio. CHF 5'089 4'904 5'174
Ausleihungen Geschäftskunden beansprucht Mio. CHF 9'063 8'742 8'215
Nutzerinnen und Nutzer E-Finance Tausend 1'683 1'657 1'717
Personalbestand PE[3] 3'571 3'527 3'622
Verarbeitete Transaktionen Mio., kumuliert 1'020 499 516
1 Per Stichtag (wo nichts anderes vermerkt)
2 In Kooperation mit Partnerbanken
3 PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen. Bestand PostFinance Stammhaus

Ausgewählte Kennzahlen Segmente (Konzernbereiche)

30. Juni 2016 Bereich Betriebsertrag (Mio. CHF)[1] Betriebsergebnis (Mio. CHF)[1] [2]
Kommunikationsmarkt PostMail 1'485 183
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 285 10
Kommunikationsmarkt Poststellen und Verkauf 576 -99
Logistikmarkt PostLogistics 772 52
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance[3] 1'126 237
Personenverkehrsmarkt PostAuto[4] 457 21
Übrige[5] - 457 -21
30. Juni 2015 Bereich Betriebsertrag (Mio. CHF)[1] Betriebsergebnis (Mio. CHF)[1] [2] [6]
Kommunikationsmarkt PostMail 1'389 184
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 300 6
Kommunikationsmarkt Poststellen und Verkauf 776 -53
Logistikmarkt PostLogistics 757 65
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance[3] 1'114 280
Personenverkehrsmarkt PostAuto[4] 416 19
Übrige[5] - 465 3
1 Der Betriebsertrag und das Betriebsergebnis (EBIT) auf Segmentebene werden vor Management-, Licencefees und Nettokostenausgleich ausgewiesen.
2 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT). Der gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschärfte Rückgang des Ergebnisses (EBIT) von Poststellen und Verkauf ist primär auf den neuen internen Leistungsauftrag des Konzernbereichs bzw. die Übertragung der Verantwortung für die postalischen Privatkundenprodukte von Poststellen und Verkauf an PostMail und PostLogistics zurückzuführen.
3 Die PostFinance AG wendet zusätzlich die Rechnungslegungsvorschriften für Banken, Effektenhändler, Finanzgruppen und –konglomerate (RVB) an. Zwischen den Ergebnissen nach RVB und jenen nach IFRS bestehen Abweichungen.
4 Die PostAuto Schweiz AG untersteht im Bereich des öffentlichen Regionalverkehrs der Verordnung des UVEK über das Rechnungswesen der konzessionierten Unternehmen (RKV). Zwischen den Ergebnissen nach RKV und jenen nach IFRS bestehen Abweichungen.
5 Enthält Servicebereiche (Immobilien und Informationstechnologie) und Managementbereiche (u. a. Personal, Finanzen und Kommunikation).
6 Normalisierte Werte