ATM-Betrieb im Wandel
Der Betrieb von Geldautomaten wird für viele Banken zur Herausforderung: sinkende Nutzung, steigende Kosten und der Verlust von internem Know-how erhöhen den Druck. Warum sich ein strategisches Umdenken lohnt – und wie die Post schon heute als ATM-Outsourcing-Partnerin überzeugt.
Juni 2025
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Seit Jahrzehnten sichern Geldautomaten – kurz ATMs – zuverlässig die Bargeldversorgung in der Schweiz. Besonders in ländlichen Regionen erfüllen sie das wichtige Bedürfnis vieler Menschen nach Bargeld, insbesondere von älteren oder weniger digitalaffinen Bevölkerungsteilen. Dieses bewährte System steht jedoch zunehmend unter Druck: Die Nutzung von Bargeld nimmt kontinuierlich ab, während digitale Zahlungen und Mobile-Payment-Lösungen immer beliebter werden. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten für Geldautomaten – für Unterhalt, Logistik, Sicherheit und IT – deutlich an. Viele Banken spüren diesen wirtschaftlichen Druck bereits heute.
Hinzu kommt ein oft übersehener, aber entscheidender Faktor: Der schleichende Verlust an internem Fachwissen. Dort wo der ATM-Betrieb nicht zu den Kernkompetenzen gehört, wird er – aus betrieblicher Notwendigkeit – zunehmend an externe Partner vergeben. Auch wenn das kurzfristig funktioniert, steigt langfristig die Abhängigkeit von mehreren Partnern. Und damit verbunden die Anfälligkeit für Kostensteigerungen und operative Risiken.
Diese Entwicklungen machen deutlich, dass Banken strategisch umdenken müssen. Immer mehr Institute reduzieren ihr eigenes Geldautomatennetz oder entscheiden sich für ein vollständiges Outsourcing des Geldautomatennetzbetriebs. Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Anbietern oder die Integration in bestehende Infrastrukturen wie jene der Post bieten dabei neue, nachhaltige Lösungsansätze.
ATM: Bewährter Service – neu unter einem Dach
Rund 800 ATMs der Post stehen Kundinnen und Kunden schweizweit zur Verfügung – zuverlässig, vertraut und zugänglich. Seit Januar 2025 liegt die Verantwortung für das gesamte ATM-Geschäft – inklusive Hardware, operativem Betrieb, Wartung und Bargeldlogistik – bei PostNetz, einer Konzerngesellschaft der Schweizerischen Post. Mit dieser organisatorischen Anpassung wurde das Bargeld-Handling konzernintern gebündelt. So wird sichergestellt, dass sämtliche Leistungen rund um den Bargeldbezug künftig aus einer Hand und mit hoher Effizienz erbracht werden.
Für Kundinnen und Kunden bleibt alles wie gewohnt: Sie beziehen ihr Bargeld weiterhin am vertrauten Standort – ohne Einschränkungen. Im Hintergrund sorgt die Post dafür, dass der Service rund um die Uhr professionell und zuverlässig funktioniert.
Die Post bringt dafür nicht nur bestehende Infrastrukturen und Prozesse mit, sondern auch ein breites Spektrum an operativer Erfahrung: Sie betreibt schweizweit rund 2000 Automaten – von Ein- und Auszahlern in Postfilialen bis hin zu Paketautomaten. Die Post versteht sich als spezialisierte Outsourcing-Partnerin mit hohem technischem Verständnis, betrieblichem Fokus und einem wachsenden Team, das gezielt Ressourcen ausbaut – auch im Hinblick auf Sicherheitsstandards, Prozessautomatisierung und regulatorische Anforderungen.
Autor: Claudio Furter, Projektleiter Geschäftsentwicklung Banking