ATM-Outsourcing in der Praxis – vom ersten Klärungsbedarf bis zum Go-live

Wer schon einmal ein ATM-Outsourcing-Projekt begleitet hat, weiss: Es startet selten mit einem Projektauftrag, sondern mit einem Gefühl. Die Kosten des ATM-Betriebs steigen, die Komplexität nimmt zu, das interne Know-how wird knapper, und irgendwann stellt jemand die entscheidenden Fragen: Wie geht es weiter? Wollen wir das weiterhin selbst machen? Und was zahlt sich für uns langfristig aus?

Mai 2026

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Hände mehrerer Personen legen weisse Puzzleteile auf einem Holztisch zusammen. Symbolbild für Zusammenarbeit und gemeinsame Lösungsfindung.

Orientierung und Betriebsmodell-Wahl

Als erster und vielleicht wichtigster Schritt braucht es ein klares Bild der Ausgangslage. Wie ist der Betrieb heute organisiert? Was kostet er wirklich, inklusive aller Abhängigkeiten? Wie sieht die Zukunft aus, wenn sich das Umfeld weiter verändert? Aus der Erfahrung überwiegt in dieser Phase häufig die Sicht auf die Vergangenheit. Was bisher funktioniert hat, was einmal so entschieden wurde, was man kennt, ist massgebend.  Die Ausrichtung auf zukünftige Herausforderungen ist entscheidend, aber sie erfordert eine bewusste Haltungsänderung bei der Beantwortung der gestellten Fragen. Betrieb, IT, Sicherheit und Finanzen bringen dabei legitime, aber unterschiedliche Perspektiven mit.

Sobald das Thema auf Geschäftsleitungs- oder Bankrat-Ebene gelangt, verändert sich die Dynamik nochmals. Externe Vergleichswerte helfen in dieser Phase, die Diskussion zu versachlichen und mögliche Zielbilder realistisch einzuordnen. Ein Outsourcing-Anbieter, der vergleichbare Projekte bereits umgesetzt hat, kennt die Bandbreite der Lösungen, die typischen Stolpersteine und die Fragen, die erfahrungsgemäss zu spät gestellt werden.

Modellwahl und Konzeption

Wenn die Ausgangslage klar ist, beginnt die Auseinandersetzung mit konkreten Betriebsmodellen: ATMaaS, TRXaaS, Pooling oder ein anderer Ansatz. Jedes Modell hat seine Logik, jedes stellt andere Anforderungen. Erfahrungsgemäss werden die 6– 7 relevanten Kernprozesse geprüft und mit dem Zielbild abgestimmt. Entscheidend ist die Klarheit darüber, welche Prozesse ausgelagert werden und welche Kompetenzen bewusst intern bleiben sollen.

Nach dem Grundsatzentscheid folgt die Phase, in der viele Projekte ins Stocken geraten. Bei der Detailkonzeption wird sichtbar, wie vielschichtig der eigene ATM-Betrieb tatsächlich ist: Geräte- und Softwarelandschaft, Cash-Management, Schnittstellen zu Kernbankensystemen, Sicherheitsarchitektur und Reporting. Gewachsene Systemlandschaften und individuelle Sonderlösungen sind dabei keine Seltenheit. Wer an dieser Stelle auf einen Partner zurückgreift, der denselben Weg bereits mehrfach gegangen ist, spart erheblich Zeit.

Umsetzung, Go-live und Stabilisierung

Die Umsetzungsphase umfasst technische Anbindung, Standortkoordination, Einbindung von Drittparteien und Schulungen, und zwar alles bei laufendem Betrieb. Die typischen Stolpersteine sind bekannt: IT-Abhängigkeiten, die sich erst spät zeigen, Zeitpläne unter Druck und Schnittstellen, die in der Praxis nochmals diskutiert werden. Fehlende Ports im Bestandsbau gehören hier genauso dazu wie das Schlüsselmanagement mit neuen Sicherheitspersonen. Erfahrung aus vergleichbaren Projekten macht an diesem Punkt den Unterschied zwischen gezieltem Handeln und reaktivem Lösen.

Der Übergang in den Betrieb erfolgt schrittweise. Ob zuerst Drittstandorte oder Filialen übernommen werden, hängt vom baulichen Zustand, laufenden Filialkonzepten und anderen Faktoren ab. Sobald ein Standort läuft, stellen sich weitere Frage, wie bspw. Projektabrechnung, Klärung bankinterner Ressourcen und der   Zeitpunkt für das Einsetzen der SLAs.

ATM-Outsourcing ist ein Transformationsprojekt mit allen organisatorischen, menschlichen und technischen Facetten, die dazugehören. Prozesse lassen sich dokumentieren und theoretisch absichern, der eigentliche Unterschied zeigt sich im Projektalltag. PostNetz bringt die Erfahrung aus bereits umgesetzten Projekten mit und verfügt über ein gewachsenes Verständnis dafür, was in der Schweizer Banking- und ATM-Landschaft im Alltag funktioniert.

Autor: Patrick Hinni, Projektleiter

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