Betriebsmodell ATM-as-a-Service
Ein effizienter Betrieb der ATM-Infrastruktur wird für Banken immer wichtiger. Mit dem ATM-as-a-Service-Modell der Post profitieren Institute von einem umfassenden Leistungsangebot – inklusive Hardware, Software, Betrieb und Support – bei voller unternehmerischer Kontrolle und maximaler Flexibilität.
Juni 2025
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Geldautomaten sind und bleiben die beliebteste Bezugsquelle für Bargeld. Als Betreiber von ATM-Infrastrukturen stehen Banken angesichts sinkender Bargeld-Transaktionen vor der Herausforderung, ihre ATM-Netzwerke wirtschaftlich zu betreiben – geringere Transaktionsvolumina führen aufgrund hoher Fixkosten unmittelbar zu steigenden operativen Kosten pro Transaktion. Der Fokus liegt damit zunächst auf einer Verschlankung der Bargeldversorgungsprozesse auf Institutsebene, d. h. auf der zielgerichteten Optimierung der ATM-Betriebsprozesse, welche ca. 5-10% der gesamten Betriebskosten einer Bank ausmachen können. Hierbei stehen den Banken unterschiedliche «Hebel» zur Verfügung. Einer dieser Hebel ist das Outsourcing der bankeigenen ATM-Flotte an die Post mit ATM-as-a-Service (ATMaaS).
Unser Betriebsmodell
Im Rahmen des ATMaaS-Modells bleibt die auslagernde Bank weiterhin in der Business-Verantwortung. Konkret bedeutet das: Branding, Eigentum am Geld, Standortwahl/-entscheidung und ATM-Akquirierung verbleiben bei der Bank. Die Post übernimmt im ATMaaS-Betriebsmodell alle relevanten Tätigkeiten, die zum effizienten Betrieb der ATM-Flotte notwendig sind. Die Post ist die alleinige Ansprechpartnerin der auslagernden Bank, berechnet pro Monat einen Fixpreis pro ATM und gewährleistet einen vertraglich definierten Performance-Output der ATM-Flotte.
Das Outsourcing-Angebot der Post umfasst Hardware und Software, operative Dienstleistungen, Verbrauchsmaterial, Reporting und weitere betriebliche Optionen.
- Hardware: Die ATM-Flotte einer Bank ist die marktfokussierte Erweiterung des Bank-Brands. Neueste Technologien, hohe Sicherheitsstandards und die bestmögliche Verfügbarkeit sind der Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. Die Post leistet das Asset- und Life-Cycle-Management sowie das saubere Erscheinungsbild gegenüber der Bankkundschaft. Das entlastet die Bank von Investitionen und gewährleistet eine jederzeit sichere, regulatorisch konforme und verfügbare ATM-Flotte.
- Software: Mit dem Fokus auf die Customer Journey leistet die Post das Lifecycle-Management der in der Schweiz freigegebenen und homologierten Multi-Vendor-Software-Lösungen. Dabei wird sichergestellt, dass stets die neueste freigegebene Version im Einsatz ist und relevante Sicherheits-Patches sowie Betriebssystem-Updates in kürzester Zeit installiert werden.
- Operations: Zur Sicherstellung des Betriebs einer ATM-Flotte, zur Überwachung der Verfügbarkeit und von Incidents sowie zur Bearbeitung von Kundenanfragen ist ein hochverfügbarer 24/7-Support mit speziell ausgebildeten Mitarbeitenden, sicheren Betriebsprozessen sowie einer IT-Plattform und entsprechenden Tools erforderlich. So sind vorausschauende und zeitnahe Analysen sowie eine effektive Reaktion auf betriebliche Incidents möglich. Die Post gewährleistet der auftraggebenden Bank die Einhaltung von Service-Level-Agreements (SLA) in Bezug auf Verfügbarkeit, Reaktion und Wiederherstellung einschliesslich eines eigenen Pikett-Services. Das umfangreiche Reporting-Tool stellt rund um die Uhr die relevanten Betriebsdaten und Key Performance Indicators (KPI) funktions- und managementgerecht zur Verfügung.
- Optionen im ATMaaS-Betriebsmodell: Die Post bietet weitergehende Dienstleistungen im ATMaaS-Betriebsmodell an, die optional dem Basispaket zugefügt werden können: Management des Werttransporteur-Vertrages, sichere Netzwerk-Kommunikation und Management der Datenleitungen, Übernahme von Mietverträgen an Drittstandorten, Alarmsystem und dessen Monitoring, Zugangs-Management zu Bewirtschaftungsräumen, Reinigungsservice.
Das ATMaaS-Modell ist sowohl für bankeigene Filialen als auch für Drittstandorte geeignet. Für die Kundinnen und Kunden bleibt das Nutzungserlebnis unverändert – sie erhalten weiterhin ihren gewohnten Service. Für die Bank jedoch eröffnen sich zahlreiche Vorteile: Sie kann sich auf die hochqualitativen Services der Post verlassen und sich gleichzeitig auf ihre eigenen Kernaufgaben konzentrieren. Ein besonderes Merkmal dieses Modells ist die Flexibilität: Es gibt keine Mindestanzahl an Geräten, die ausgelagert werden müssen. Jede Bank kann individuell entscheiden, wie viele Automaten sie in das Outsourcing-Modell integrieren möchte.
Implementierung und Zusammenarbeit
Um sicherzustellen, dass das Outsourcing für alle Beteiligten erfolgreich verläuft, hat die Post ein standardisiertes Vorgehen entwickelt. Zu Beginn werden in einem Workshop gemeinsam mit der Bank die Ausgangslage analysiert und die individuellen Bedürfnisse geklärt. Auf dieser Basis wird ein Vertrag geschlossen, der die entsprechenden SLAs und Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit festlegt. Im Anschluss folgt ein Pilotprojekt, bei dem eine repräsentative Anzahl an Geräten unter realen Bedingungen getestet wird. Ziel dieses Piloten ist es, alle Prozesse, Anforderungen und Aufgaben zu prüfen und den Betrieb optimal auf die Bedürfnisse der Bank abzustimmen.
Das ATMaaS-Modell bietet Banken eine flexible, skalierbare und kosteneffiziente Lösung für den Betrieb ihrer Geldautomaten. Durch die Spezialisierung und den Partneransatz der Post können Banken ihre Betriebskosten optimieren und gleichzeitig den hohen Qualitätsstandard aufrechterhalten, den ihre Kundschaft erwartet.
Autor: Joerg Engelhardt, Technisches Produktmanagement