Ein Netz als Schutzschild: Mehr Sicherheit bei Attacken auf Geldautomaten
Über die vergangenen Jahre ist die Zahl der Sprengangriffe auf Geldautomaten in den umliegenden Ländern, aber auch in der Schweiz gestiegen. Während sich die Situation 2025 leicht entspannte, wurden im Vorjahr gemäss Bundesamt für Polizei noch insgesamt 48 Geldautomaten-Anschläge verübt. Die Post nimmt diese Entwicklung ernst. Der Schutz der Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden sowie der Anwohnerschaft steht für sie klar im Mittelpunkt: «Wir investieren bewusst in Lösungen, die Risiken reduzieren», Simon Biesuz, Leiter Sicherheit bei PostNetz.
Mai 2026
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Weniger Risiken dank einer neuen Lösung
Um diesen Risiken zu begegnen, hat die Post ein neues Schutzsystem entwickelt, das einfach an bestehenden Geldautomaten montiert werden kann. Es handelt sich um ein Stahlseilnetz, das sich bei einer Explosion kontrolliert verformt sowie ineinander verzahnt und dadurch die Sprengwirkung als Ganzes verringert. Diese Rückhaltevorrichtung stabilisiert die Automatenaussenhülle und lässt die entstandenen Gase dennoch entweichen. Eine mechanische Hakengriffverriegelung ermöglicht, das Netz sicher zu öffnen und zu verschliessen.
Mit dem Schutzsystem geht die Post als Betreiberin von rund 740 Geldautomaten einen wesentlichen Schritt voraus: In Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Spezialisten, darunter auch das Bundesamt für Polizei, leistete sie wichtige Grundlagenarbeit, um branchenweit ein wirksames System zur Risikominderung zu etablieren. Tests im Laborumfeld sowie unter realistischen Bedingungen belegen, dass das System funktioniert: Die Vorrichtung reduziert den Splitterflug massgeblich. Und die Täterschaft hat es deutlich schwerer, auf das Bargeld im Automaten zuzugreifen.
Ab 2026 prüft die Post, an welchen Standorten sie das neue Schutzsystem einsetzen will. Aus sicherheitstechnischen Gründen macht sie keine Angaben zu den konkreten Einsatzorten.
Eine sichere Geldautomaten-Infrastruktur: ein umfassender Ansatz
Die Post betrachtet die Sicherheit ihrer Geldautomaten-Infrastruktur stets als Ganzes. Das entwickelte Sicherheitsnetz ist Teil einer Reihe von Massnahmen, die sie im Zuge der Weiterentwicklung getroffen hat. Unter anderem hat sie in den letzten Jahren Wertbehälter verstärkt, Einfärbesysteme für Banknoten eingeführt, Alarm- und Meldeketten optimiert und auch regelmässig ihre Notfallpläne aktualisiert.
Ergänzend setzt die Post auf Präventivmassnahmen wie angepasste Bau- und Sicherheitsstandards, Standortanalysen und regelmässige Sicherheitsüberprüfungen der Infrastruktur. Darüber hinaus schult sie ihre Mitarbeitenden gezielt im Umgang mit potenziellen Gefahrensituationen und in der Ereignisbewältigung. Gemeinsam machen es diese Massnahmen möglich, die Sicherheit im Umfeld der Geldautomaten zu erhöhen.
Autor: Simon Biesuz, Leiter Sicherheit bei PostNetz