Know-how im ATM-Betrieb: Was bleibt, wenn der Markt schrumpft

Der ATM-Betrieb war lange ein Wachstumsgeschäft. Die internen Strukturen, die Prozesse, die Stellenprozente: Alles wurde auf diesem Fundament aufgebaut. Heute schrumpft dieses Fundament. Die Konsequenzen zeigen sich oft nur über längere Zeit, ein Grund, dass erst gehandelt wird, wenn sich schon vieles verändert hat.

August 2026

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Drei Mitarbeitende betrachten gemeinsam einen Laptop und tauschen sich darüber aus.

Weniger Volumen, mehr Rollen

Mit jedem Gerät, das vom Netz geht, schrumpft das Volumen, nicht aber die Komplexität. Was bleibt, sind Aufgaben, die auf immer weniger Personen verteilt werden. Während früher Spezialisten die einzelne Rollen im ATM-Betrieb innehatten, sind heute Generalisten gefragt. Herausforderungen entstehen dann, wenn Sonderfälle entstehen und das Spezialisten Know-how fehlt.

Und dann geht jemand

Was die Situation zusätzlich verschärft: Wer heute eine solche Rolle neu besetzen muss, merkt zudem schnell, dass der Markt nicht mehr gleich ist. Das Image der Aufgabe und die Realität des Jobmarkts passen nicht mehr zusammen. Was intern lange funktioniert hat, weil dieselben Personen schon immer da waren, wird zum Problem, sobald jemand geht. Nachrekrutierung ist möglich. Aber sie braucht eine andere Ausrichtung, Zeit und eine kritische Menge an Volumen, damit sie sich lohnt. In einem schrumpfenden Netz ist genau das schwieriger zu rechtfertigen als je zuvor.

Die stille Arbeit der Teilvergabe

Die Antwort auf dieses Dilemma liegt nahe, oder? Aufgaben werden an externe Anbieter vergeben – jeweils dort, wo es sie braucht. Heute arbeiten viele Finanzinstitute mit einer ganzen Reihe spezialisierter Dienstleister zusammen. Was dabei oft übersehen wird: Wer Aufgaben auslagert, schafft sich nicht nur Entlastung, sondern auch Koordinationsarbeit. Wer stellt sicher, dass alle Teile zusammenpassen? Wer merkt, wenn eine Lücke entsteht oder sich mehrere Zuständigkeiten überschneiden? Diese Koordinationsaufgabe ist selten explizit vergeben. Sie landet stillschweigend bei jemandem intern. Und damit steht ein ähnliches Problem vor der Tür wie das, das man gerade zu lösen versucht hat.

Spezialisierung braucht Volumen

Wer 1000 Geräte betreibt, kann sich die Spezialisierung leisten: klare Prozesse, definierte Grenzfälle und eingespielte Eskalationswege. Wer 50 Geräte betreibt, muss die gleichen Aufwände tragen, jedoch oft mit weniger Wissen in jedem Prozess.

Die Frage ist deshalb, an wen und vor allem welche Prozesse ausgelagert werden sollen. Ein Partner, der nicht Fragmente übernimmt, sondern für die Aufgabe als Ganzes verantwortlich ist, gibt der Bank etwas zurück, das intern zunehmend fehlt: den Überblick.

Die Post übernimmt diese Aufgabe mit dem Ziel, dort zu unterstützen, wo Spezialisierung und Skalierung nötig sind.

Autor: Claudio Furter

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