Reporting im ATM-Betrieb: Zahlen, die niemand liest

Wer einen Geldautomaten betreibt, hat Zugriff auf Daten wie Verfügbarkeit, Transaktionsvolumen und Störungsmeldungen. Wir erleben immer wieder, dass diese Daten wenig genutzt werden.

Oktober 2026

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Mitarbeiter analysiert Kennzahlen und Diagramme auf einem Computerbildschirm.

Bei Finanzinstituten ist das Reporting oft ein strukturiertes Set an Kennzahlen mit Verantwortlichkeiten und regelmässiger Auswertung. Die Ausrichtung liegt auf dem täglichen Betrieb, eine vorausschauende Steuerung der ATM-Flotte wird selten verfolgt. Was zudem oft fehlt, ist der Kontext. Fragen wie: «Warum ist eine Störung immer noch da?» oder «Wann wurde beim Gerät das letzte Software-Update eingespielt?» werden nicht separat behandelt und die daraus folgenden Massnahmen weder koordiniert noch dokumentiert.

Dokumentation und Steuerung sind nicht dasselbe

Viele Reportings haben den Zweck einer Dokumentation und nicht einer Steuerung. Der Unterschied ist entscheidend. Beide nutzen denselben Rückspiegel: die Daten, die in einem Reporting zusammengestellt sind, kommen typischerweise aus der Vergangenheit. Die Dokumentation hilft dabei, im Nachhinein zu verstehen, was passiert ist. Die Steuerung nimmt denselben Blick zurück und leitet daraus ab, was als nächstes getan werden muss.

Welches Gerät hat in den letzten 30 Tagen überdurchschnittlich viele Störungen gemeldet? Welcher Standort zeigt eine sinkende Transaktionskurve? Wo liegt die Reaktionszeit bei First-Level-Einsätzen ausserhalb des SLA? Diese Fragen lassen sich mit denselben Daten beantworten. Die entscheidende Frage ist, wer Massnahmen daraus ableitet und handelt.

Was die Post entwickelt hat

Die Post arbeitet mit dem Reporting der Multi Vendor Software (MVS) sowie dem Reporting von Diebold Nixdorf, angepasst auf die eigenen Betriebsbedürfnisse. Das Ziel ist ein möglichst klares Bild der relevanten Kennzahlen und der Handlungsfelder. Dieses Reporting steht dem Outsourcing Partner mit allen Details zur Verfügung. Das bedeutet, dass er die Sicht auf sein Netz behält, ohne den Aufwand, die Daten selbst zusammenzuführen und auszuwerten.

Reporting ist das eine. Was daraus folgt, das andere.

Bei der Post steht hinter dem Dashboard ein Team, das die Daten interpretiert und notwendige Handlungen ableitet, die ausserhalb von Automatismen liegen.

Das klingt nach operativem Kleinkram. Es gibt aber einen bedeutenden Unterschied zwischen einem Reporting, das dokumentiert und einem Betrieb, der steuert.  Für Banken, die ihren ATM-Betrieb auslagern, bedeutet das: Das Reporting bleibt transparent, zugänglich und ermöglicht die Ableitung konkreter Massnahmen.

Autor: Tariq Yousofzai

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