Standortstrategie im ATM-Netz: Wo soll ein Gerät stehen?

Die meisten Banken machen sich heute nicht mehr aus strategischer Überzeugung Gedanken zum Standort eines ATM – sondern weil etwas passiert ist. Eine Filiale schliesst. Ein Gerät entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen. Ein Umbau steht an. Plötzlich steht die Frage im Raum: Wohin damit oder soll der Standort ganz aufgelöst werden?

Juni 2026

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Laptop auf einem Schreibtisch mit Diagramm-Elementen im Vordergrund; auf dem Bildschirm steht «Standortfaktoren» vor einem abstrakten Statistik-Hintergrund.

In den letzten fünf Jahren wurden in der ganzen Schweiz über 1000 ATM-Geräte abgebaut. Der Trend ist klar. Der Bedarf nach guter Standortentscheidung ist dadurch aber nicht kleiner, im Gegenteil.

Ein fixes Perimeter, ein begrenzter Spielraum

Was die Situation für viele Institute zusätzlich verschärft: Kantonalbanken, Regionalbanken und ähnliche Institute operieren in einem geografisch definierten Rahmen. Ausweichen als Antwort auf Standortfragen ist oft keine gangbare Option. Wer innerhalb dieses Perimeters optimiert, muss es richtig machen – denn ein Gerät am falschen Ort ist teuer und ein fehlender Standort an der richtigen Stelle kostet Kundennähe.

Was wirklich zählt

Frequenz ist der Ausgangspunkt, aber nicht das Ende der Analyse. Ein Grossteil der Schweizer Geräte haben deutlich weniger Transaktionen als solche im benachbarten Ausland. Die Fragen sind daher zentral, von wem, wann und in welcher Währung diese erfolgen und ob sich das in fünf Jahren noch gleich verhält.

Relevante Faktoren sind dabei das demografische Profil des Einzugsgebiets, Lastspitzen durch Tourismus oder Grenzverkehr, die Nähe zu ÖV-Knotenpunkten sowie die Frage, ob eine Filiale als «Anker» wegfällt oder bestehen bleibt. In Grenznähe kommen weitere Aspekte hinzu: hohe Frequenz durch internationale Nutzung auf der einen Seite und erhöhtes Sprengungsrisiko auf der anderen. Im Jahr 2022 verzeichnete die Schweiz 52 Angriffe auf Bancomaten – ein europäischer Spitzenwert. Standort und Sicherheitsarchitektur gehören deshalb zusammen betrachtet.

Die Pooling-Hoffnung – und warum sie noch wartet

Im Hintergrund vieler Überlegungen schwebt die Idee des Poolings: Ein gemeinsam genutztes Netz, das die Standortfrage institutionsübergreifend löst. Realistisch ist ein operativer Start, aber frühestens gegen 2030 – wahrscheinlicher sogar nach 2035. Bis dahin entscheidet jede Bank weiterhin selbst.

Das macht strukturierte Standortentscheidungen heute wichtiger denn je. Möchten Sie wissen, wie die Post bei der Standortbewertung und Netzoptimierung unterstützen kann Melden Sie sich bei uns!

Autor: Claudio Furter

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