Briefmarken

Internationales Jahr der Pflanzengesundheit

Die Vereinten Nationen küren jeweils Tage, Wochen, Jahre oder Jahrzehnte zu Anlässen, die bestimmte Ereignisse oder Themen markieren, um durch Sensibilisierung und Massnahmen die Ziele der Organisation zu fördern. 2020 steht die Pflanzengesundheit im Mittelpunkt.

Denn gewisse Pflanzen sind bedroht: Mit dem globalen Handel und Reiseverkehr gelangen auch immer häufiger neue Pflanzenkrankheiten und -schädlinge in die Schweiz. Aufgrund des Klimawandels steigt das Risiko, dass sich neu eingeschleppte Schadorganismen bei uns ansiedeln und ausbreiten können, was beträchtliche Auswirkungen haben kann. Um auf diese stetig steigende Bedrohung aufmerksam zu machen und zum Handeln aufzurufen, hat die UNO das Jahr 2020 zum «Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit» ausgerufen. Dieses Ziel wird auf dem von Angelo Boog gestalteten Sujet der 85-Rappen-Sondermarke durch einen Japankäfer realisiert. Vor wenigen Jahren nach Italien eingeschleppt, ist er nun auch in der Schweiz, im Südtessin anzutreffen. Mehr als 300 Wildund Kulturpflanzenarten stehen auf der Speisekarte des Japankäfers, darunter auch Obstbäume oder die auf der Briefmarke gezeigte Weinrebe. Dank den fünf weissen Haarbüscheln an der Seite kann der Japankäfer gut vom Gartenlaubkäfer und Maikäfer unterschieden werden. Wer ihn entdeckt, muss ihn unbedingt beim kantonalen Pflanzenschutzdienst melden.

Interview zum Japankäfer mit Louis Sutter und Peter Kupferschmied, wissenschaftliche Mitarbeiter des Bundesamts für Landwirtschaft

Der Japankäfer reist in die Schweiz ein. Wie muss man sich dies genau vorstellen?
Der aus Japan stammende Käfer wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA verschleppt. In den 70er-Jahren trat der Käfer erstmals in Europa auf den Azoren auf. Er verbreitet sich über verschiedene Wege: Über längere Distanzen wird der Käfer meist als blinder Passagier durch den Menschen verschleppt. So nimmt man an, dass der Japankäfer unbeabsichtigt mit einem Flugzeug nach Norditalien transportiert wurde. Es besteht somit ein Risiko, dass ausgewachsene Käfer «per Anhalter» beispielsweise in Autos aus dem italienischen Befallsgebiet in die Schweiz einreisen. Handelt es sich dabei um ein begattetes Weibchen, besteht die Gefahr, dass sich der Japankäfer auf diese Weise in der Schweiz ansiedelt. Zudem können Japankäfer aus eigener Kraft mehrere Kilometer weit fliegen und auch auf diese Art in die Schweiz gelangen. Auch die Larven und Eier können in Wurzelballen von Pflanzen oder Erde verschleppt werden.

Wie können wir im Einzelnen den Einzug des Japankäfers verhindern?
Die Verbreitung des Japankäfers kann jede und jeder verringern, indem sie oder er darauf verzichtet, pflanzliche Souvenirs wie zum Beispiel Topfpflanzen aus befallenen Gebieten in die Schweiz mitzubringen. Wer durch das Befallsgebiet in der Region Mailand reist, sollte zudem darauf achten, dass sich keine Japankäfer im Gepäck und Fahrzeug «verstecken» und als blinde Passagiere verschleppt werden. Des Weiteren ist die erhöhte Aufmerksamkeit der Bevölkerung hierzulande entscheidend, um mögliche lokale Ausbrüche in der Schweiz frühzeitig zu entdecken und seine Verbreitung dadurch noch verhindern zu können: Wer hierzulande einen Japankäfer sichtet oder einen Verdacht hat, soll dies so rasch wie möglich beim Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Kantons melden. Dies ist sehr wichtig, weil nur bei raschem Eingreifen die Chance besteht, lokale Befälle zu stoppen oder zumindest die weitere Verbreitung des Japankäfers zu bekämpfen. Hat sich der Japankäfer einmal in einer Region etabliert, ist es zu spät und es müssen Wege gefunden werden, mit ihm zu leben.

Wenn ich einen Japankäfer in meinem Garten oder in der Obstplantage entdecke, wie gehe ich vor?
Der Japankäfer ähnelt dem einheimischen Gartenlaubkäfer, kann aber dank der fünf weissen Haarbüschel auf jeder Seite und der zwei Haarbüschel am letzten Hinterleibssegment erkannt werden. Werden solche Käfer entdeckt, muss dies umgehend dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Die Japankäfer sollte man nach Möglichkeit einfangen und für den Pflanzenschutzdienst sicher aufbewahren.

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Technische Infos

Verkauf

Philatelie: ab 27.2.2020 bis 31.3.2021 oder solange Vorrat
Filialen: ab 5.3.2020 bis 31.3.2021 oder solange Vorrat

Gültigkeit

Unbeschränkt ab 5.3.2020

Druck

Offsetdruck, 4-farbig; Cartor Security Printing, La Loupe, Frankreich

Formate

Wertzeichen: 33 × 28 mm
Bogen: 194 × 140 mm (4 Reihen zu 5 Marken)

Papier

Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm²

Zähnung

13¼:13½

Gestaltung

Angelo Boog, Dietlikon