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Na dann Prost!

Bierbrauen ist derzeit Kult – und für viele ein faszinierendes Hobby. Naheliegend, dass die Post die Bierbraukunst mit zwei Sondermarken würdigt. Was steckt hinter der Faszination am altehrwürdigen «Gerstensaft»?

Caroline Huber

Daniel Keller sitzt und trinkt ein Bier aus der Flasche
Daniel Keller sitzt und trinkt ein Bier aus der Flasche Copyright: Monika Flückiger

Schon sein Vater und sein Götti brauten Bier. Später weckte seine Frau mit einem Geburtstagsgeschenk seinen Bierbraugeist. Heute brauen und experimentieren sie zusammen mit Hopfen und Malz. Die Rede ist von Daniel Keller, Kundenberater bei PostFinance und seiner Frau Claudia.

Der Weg zum perfekten Rezept

Nach vielen Durchgängen mit verschiedenen Rezepturen entwickeln die Kellers ihr «Chäswiler Dorfbier», ein bernsteinfarbenes, würziges Märzen. Daniel als ehemaliger Koch und Claudia, die früher in einem Labor gearbeitet hat, bringen beste Voraussetzungen mit, um den raffiniertesten Geschmacksnuancen auf die Spur zu kommen. Natürlich gibt es beim Experimentieren auch kleine Pannen. «Einmal ist der Malz im Kessel, die Maische, festgehockt. Es roch ziemlich verbrannt und wir mussten 200 Liter Bier wegwerfen. Und was uns auch reute waren die 15 Stunden verlorene Brauzeit.», so Daniel. Übung macht den Braumeister bzw. die Braumeisterin.

Daniel Keller prüft das Bier
Nach vielen Durchgängen mit verschiedenen Rezepturen entwickelt Daniel Keller das «Chäswiler Dorfbier», ein bernsteinfarbenes, würziges Märzen. Copyright: Monika Flückiger

Mittlerweile haben Kellers von hellem Lagerbier bis hin zu dunklem Ale viele verschiedene Biersorten gebraut. Und das mit Erfolg. Denn an einem Fussballmatch kommt dem Gemeindepräsidenten von Deitingen zufällig zu Ohren, dass es Bierbraukünstler in seinem Ort gibt. Promt beauftragt er die Kellers, das «Chäswiler Dorfbier» als Festbier zur 775-Jahr-Feier von Deitingen zu brauen. Eine Herausforderung, die die Hobbybrauer gerne annahmen.

Bierflaschen
Chäswiler Dorfbier aus dem Kühlschrank Copyright: Monika Flückiger

Neue Anlage fürs Dorffest

Gesagt, getan. Nur, jeder weiss: An Dorffesten hat es viele durstige Kehlen. Wie also sollte das gehen mit einer Anlage, die ca. 30 Liter Bier produziert pro Durchgang? Kein Problem für die Kellers, die Gunst des Augenblicks nutzend haben sie in der Zwischenzeit grössere Braukessel und eine richtige Anlage mit Kühl- und Gärungsraum aufgebaut. Kapazität: bis zu 250 Liter pro Durchgang. Damit können die Beiden genügend Hopfensaft brauen. «Es wird hoffentlich niemand verdursten», so Daniel lachend, «wir freuen uns auf das Fest und auf die Reaktionen der Leute».

Überschäumende Biergläser und geschichtsträchtige Brauereien: die Sondermarken zur «Bierbraukunst»

Zeitgleich mit dem Verkaufsstart des «Chäswiler Dorfbiers» lanciert die Post eine neue Sondermarkenausgabe, die der «Bierbraukunst» gewidmet wird. Die Zürcher Gestalterin Dina Mory hat das Jahrtausende alte Kulturgut auf einem Kleinbogen mit acht Briefmarken visuell umgesetzt. Die wunderbaren Illustrationen der Braukessel und der Rohstoffe Hopfen und Weizen zeigen die wichtigen Bestandteile der «Bierbraukunst». Das helle und das dunkle Bier sowie die zwei unterschiedlichen Biergläser symbolisieren die Sortenvielfalt der Schweizer Biere.

Von der Bieridee zur Briefmarke

Entstanden sind die Sondermarken durch eine «Bieridee» aus dem Produktmanagement Briefmarken und Philatelie. Das Produktmanagement kann einen Teil der jährlich 30 umgesetzten Briefmarkenthemen selber bestimmen. Diese müssen gewisse Bedingungen erfüllen, sie sollen gesamtschweizerisch eine breite Zielgruppe ansprechen und kulturell relevant sein. Diese Kriterien erfüllen die Briefmarken zur «Bierbraukunst» mehr als genügend, so wurden sie auch von der Briefmarkenkommission gutgeheissen. Die Sondermarken sprechen sogar verschiedene Zielgruppen an: Biergeniesser, aber auch Schönfrankierer, Sammler und Philatelisten. Schliesslich sind die Briefmarken gummiert und nicht selbstklebend – ein wichtiges Kriterium für Sammler.

Die neuen Sondermarken sind ab heute in allen Filialen der Post und im Postshop erhältlich.

verfasst von

Caroline Huber