Unser Engagement

Postkleider erhalten ein zweites Leben

Die Post kauft Bekleidung sozial- und umweltverträglich ein und führt sie nach ihrem Einsatz weiteren Kreisläufen zu – etwa mit dem Projekt «Ein zweites Leben für Postkleider».

André Callegari/Sandra Gonseth

Melanie Dietisheim und Hans-Peter Hofstetter von «La Trouvaille» entfernen die Postlogos von den ausgedienten Dienstkleidern. Copyright: Andreas von Gunten

Melanie Dietisheim und Hans-Peter Hofstetter von «La Trouvaille» entfernen die Postlogos von den ausgedienten Dienstkleidern. (Copyright: Andreas von Gunten)

Bekleidung bei der Post: gelb und grau. Genial einfach. Nicht ganz so einfach ist ihre Beschaffung: «Wir listen 92 Modelle, davon ausgehend über 2000 Grössen, und versorgen 33 000 Mitarbeitende mit 200 000 Stücken jährlich», erklärt Secil Helg, Spezialistin für verantwortliche Beschaffung. «Dabei differenzieren wir stark: Der Zustelldienst hat im alpinen Zermatt andere Bedürfnisse als im urbanen Zürich.» T-Shirts, Hemden oder Blusen werden im Schnitt zwei Jahre getragen, «mir begegneten aber schon 20-jährige Shirts.»

Nur zertifiziert ist gut genug

Die Post ist Mitglied der Fair Wear Foundation und kauft nur robuste, OEKO-TEX®-Standard-100-zertifizierte Stoffe. Sie geht noch weiter und setzt im Rahmen ihrer Corporate-Responsibility-Strategie auf Kreislaufwirtschaft: So sorgt sie mit dem Projekt «Ein zweites Leben für Postkleider» für eine weitere Nutzung ausrangierter Stücke. Dafür kooperiert sie mit dem Schweizerischen Roten Kreuz Bern-Mittelland (SRK). Knapp 12 Tonnen davon gelangten 2018 auf die Sortiertische der SRK-Secondhandwarenhäuser «La Trouvaille».

Das Logo muss weg

«Was mit dem Postlogo bedruckt ist, sortieren wir aus», erklärt Melanie Dietisheim von «La Trouvaille». «Was weiterverkauft wird, darf aus Markenschutzgründen kein Label tragen.» Wurde das Logo aufgenäht, wird es hier entfernt. Einen Teil der Ware – aktuell Strickjacken, T- und Träger-Shirts, Handschuhe, Softshell-Gilets und Sicherheitsschuhe – verkauft «La Trouvaille» in ihren Warenhäusern. Was nicht verkauft wird oder was sich nicht für den Verkauf eignet, geht an die Safenwiler Tell-Tex GmbH, die Abnehmer im In- und Ausland, z.B. die Schweizer Berghilfe, beliefert. «Der Erlös fliesst in SRK-Projekte, z.B. in den Hütedienst für belastete Familien oder in Angebote für kranke oder behinderte Betagte.»

Upcycling schafft Arbeitspätze

«La Trouvaille» arbeitet eng mit dem Kompetenzzentrum Arbeit (KA) der Stadt Bern zusammen. Dessen Kundschaft sind Menschen ohne Ausbildung oder Einkommen. Sie finden bei «La Trouvaille» Arbeit und Support bei ihrer beruflichen und sozialen Integration. Ein anderer Partner ist die Genossenschaft BEWO im Emmental. Aus Postkleidung werden hier «Turnsäckli» und Laptophüllen. Das nennt sich Upcycling und schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Erst, was wirklich keinen unmittelbaren Nutzen mehr stiftet, gelangt in die Verbrennung – die immer häufiger Wärmenetze speist oder Elektrizität generiert. Aber das ist eine andere Geschichte, ein neuer Kreislauf.

Projekt «Ein zweites Leben für Postkleider»

Das Projekt «Ein zweites Leben für Postkleider» gehört zu den Massnahmen, mit denen die Post unternehmerische Verantwortung – Corporate Responsibility – wahrnimmt. Sie fokussiert dabei auf fünf Handlungsfelder: Neben der Kreislaufwirtschaft und der verantwortungsvollen Beschaffung sind dies Klima und Energie (z.B. Steigerung der CO2-Effizienz), Mitarbeitende (z.B. Erhalt und Förderung der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden) und Corporate Citizenship (sozialgesellschaftliches Engagement, z.B. Freiwilligenarbeit für Schweizer Wanderwege). So handelt die Post heute für morgen.Bekleidung bei der Post: gelb und grau. Genial einfach. Nicht ganz so einfach ist ihre Beschaffung: «Wir listen 92 Modelle, davon ausgehend über 2000 Grössen, und versorgen 33 000 Mitarbeitende mit 200 000 Stücken jährlich», erklärt Secil Helg, Spezialistin für verantwortliche Beschaffung. «Dabei differenzieren wir stark: Der Zustelldienst hat im alpinen Zermatt andere Bedürfnisse als im urbanen Zürich.» T-Shirts, Hemden oder Blusen werden im Schnitt zwei Jahre getragen, «mir begegneten aber schon 20-jährige Shirts.»

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André Callegari/Sandra Gonseth