Wanderung ab Drône

Vor ziemlich genau zehn Jahren waren Isaline und ihr Mann zuletzt im Walllis auf Wanderung. Eine Dekade später sind sie zu sechst auf derselben Strecke unterwegs. Ihre Eindrücke über die Wanderung mit vier Kindern durch das Rhonetal hat sie für uns festgehalten.

Isaline Ackermann / Gastautorin
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Am Samstag haben wir eine der Familienwanderungen ausprobiert, die die Post als Hauptpartnerin der Schweizer Wanderwege auf ihrer Wanderseite vorschlägt. Wir entschieden uns für jene im Wallis, ganz einfach, weil wir diese Gegend und besonders diesen Weg lieben. Wir haben ihn nämlich vor zehn Jahren noch ohne Kinder schon einmal gemacht und hätten nie gedacht, dass wir eines Tages zu sechst wiederkommen würden. Die Wanderung eignet sich sehr gut für Kinder. Unsere sind drei, sechs, sieben und neun Jahre alt.

Die Vorbereitung

Am Vorabend luden wir gratis die neue Broschüre auf der Webseite herunter. Dort sind auch die Broschüren der Vorjahre zu finden (wir hatten übrigens auch die Wanderung in Versoix getestet).Sie können die Broschüre auch gratis über die Webseite der Post bestellen.

Anhand der Informationen fanden wir heraus, dass man an verschiedenen Orten auf dem Weg den Bus nehmen kann und dass es zwei Restaurants gibt. Das ist gut zu wissen, wenn man mit Kindern unterwegs ist, denn wenn irgendetwas ist oder sie keine Lust mehr haben zu laufen, kann man rasch reagieren.

Wie es war

Angesichts der Hitze starteten wir früh, um nicht zur heissesten Tageszeit unterwegs zu sein. Wir parkierten in Drône, am Ausgangspunkt der Wanderung. Vom Endpunkt in Pont de la Morge würden wir problemlos mit dem Bus zurück nach Drône fahren können.

Vom Parkplatz aus folgt man ganz einfach den gelben Wanderwegschildern, so kann nichts schief gehen. Wenn kein Schild montiert ist, sind gelbe Rhomben auf den Boden oder auf Steine gemalt.

Der Weg ist einfach, weil es stets leicht abwärts geht. Er verläuft entlang von zwei Suonen, der Bisse de Lentine und der Bisse de Mont d’Orge. Die Kinder beobachteten Insekten, assen wilde Erdbeeren, netzten ihre T-Shirts, um sich abzukühlen, oder spritzten sich gegenseitig an.

Copyright: Isaline Ackermann

Wir konnten auch die Arbeit der Weinbauern beobachten. Mit Kindern sind Wanderungen entlang von Wasserläufen einfach ideal. Sie gehen stundenlang, ohne sich dessen bewusst zu sein. Unsere sind manchmal sogar gerannt, einmal, um mein T-Shirt wieder einzuholen, das mir in der Suone davongeschwommen war.

Copyright: Isaline Ackermann

Der Weg verläuft durch die Rebberge und bietet einen unvergleichlichen Blick auf das Rhonetal, Sitten und seine beiden Schlösser. Ich behalte die Wanderung in bester Erinnerung und wurde nicht enttäuscht.

Nach etwas mehr als zwei Stunden kamen wir beim Lac de Mont d'Orge an. Der Ort ist wunderbar und steht unter Naturschutz, deshalb ist Baden verboten. Es gibt ein Restaurant, das Maison de la nature und Toiletten. Wir haben Halt gemacht, um den Enten zuzusehen, die uns begrüssen kamen, und um zu überlegen, wie es nun weitergeht.

Copyright: Isaline Ackermann

Wir hatten bereits 6,1 Kilometer zurückgelegt und dafür etwas länger als angegeben gebraucht, vor allem, weil wir oft angehalten hatten. Deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass die auf der Karte angegebenen Zeiten für Erwachsene stimmen, jedoch nicht für Dreijährige. Wir hatten also die Wahl, noch 45 Minuten weiterzugehen oder gleich mit dem Bus nach Drône zurückzufahren. Die Kinder hatten Lust, noch etwas weiterzuwandern. So beschlossen wir, zum Bahnhof Sitten zu gehen und dort den Bus nach Drône zu nehmen. In 20 Minuten waren wir bei den Postautos und stiegen in unseren Bus.Nach kurzer Fahrt waren wir wieder beim Parkplatz angelangt. Sobald der Motor unseres Autos lief, schliefen die Kinder natürlich ein (im Postauto hatte es noch zu viel zu sehen gegeben). Wir Eltern sind mit vielen schönen Erinnerungen an diese Wanderung nach Hause gekommen.

Copyright: Isaline Ackermann

Meine Tipps

Laden Sie vor der Wanderung die Broschüre herunter.

Jede Wanderung wird von einem Tier aus der Region begleitet. Unseres war Emma, das Murmeltier. Wir konnten seine Frage nicht beantworten, weil wir nicht die ganze Wanderung gemacht haben, aber wir kommen wieder, weil es auf dem Weg Kakteen geben soll ... Aber pssst! Das ist unser Geheimnis.

Konsultieren Sie den Busfahrplan vor dem Start, so können Sie die Wanderung jederzeit abbrechen und mit dem Bus zurückfahren. Oder noch schnell einen Sprint hinlegen, damit er Ihnen nicht vor der Nase abfährt, denn zu bestimmten Tageszeiten und am Wochenende hat es ein paar Lücken im Fahrplan.

Nehmen Sie immer genügend Wasser und Proviant mit.

Auch ein Notfallset gehört in den Rucksack.

Der Weg verläuft meistens im Schatten, es gibt aber auch Abschnitte an der prallen Sonne. Deshalb empfehle ich, im Sommer Hüte und etwas zur Erfrischung mitzunehmen. Kinder brauchen gute Wanderschuhe (oder zumindest feste Turnschuhe). Achten Sie darauf, dass die Kinder oberhalb des Rhonetals immer neben der Suone gehen. Einige Stellen sind steil. Der Weg ist einfach und nicht gefährlich, aber Vorsicht ist trotzdem geboten.

Sie können auch in Sitten parkieren und mit dem Postauto nach Drône fahren.

Isaline Ackermann bloggt seit 2016 als Therese and the Kids über das Leben als Vierfachmama, wobei Therese der Name ihrer Grossmutter ist, die sie sehr schätzt. Auch auf ihrem Instagram-Profil @thereseandthekids gewährt die sympathische Romande uns Einblicke in ihren Alltag mit einer Grossfamillie.

verfasst von

Isaline Ackermann / Gastautorin