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«Wegen der Post musste ich noch nie einen Termin verschieben»

Chantal Wüthrich arbeitet Teilzeit als Konzernleitungs-Assistentin, führt erfolgreich ihr eigenes Kosmetikstudio und hat letztes Jahr für die Post im Ausland gearbeitet. Wie sie ihre verschiedenen Standbeine managt und die Balance zwischen Arbeit und Passion findet, verrät sie im Interview.

Mirjam Liechti-Balmer

Mal bei der Post als Konzernleitungs-Assistentin… (Copyright: Chantal Wüthrich)
…mal als Kosmetikerin im eigenen Studio. Chantal Wüthrich meistert ihre beiden Standbeine erfolgreich. (Copyright: Chantal Wüthrich)
Chantal, erzähl doch mal, wie deine Laufbahn zustande gekommen ist.

Ursprünglich wollte ich Coiffeuse werden, denn Kreativität war mir schon immer wichtig. Nach langen Diskussionen mit meinen Eltern konnte ich mich doch für das KV bei der Post motivieren. Für mich war jedoch schon immer klar, dass ich nicht nur am PC arbeiten will.

Wie bist du auf Kosmetik gekommen?

Bereits in meiner Jugend habe ich mir meine Fingernägel machen lassen und war fasziniert von diesem Handwerk. Deshalb habe ich 2006 eine Ausbildung zur Naildesignerin absolviert. Mein Zimmer im Elternhaus habe ich damals kurzerhand zum Nagelstudio umfunktioniert und meinem ganzen Freundeskreis künstliche Fingernägel verpasst. Später machte ich die Ausbildung zur Kosmetikerin und bildete mich auch zur Make-Up-Artistin und Hairstylistin weiter. Seit sieben Jahren führe ich mit diesem Angebot mein Kosmetikstudio Sidefiin in Muri (BE). Damit ich meiner Kundschaft das gesamte Verwöhnprogramm bieten kann, absolviere ich aktuell die Weiterbildung zur diplomierten Gesundheitsmasseurin.

Verrätst du uns, wie du dein Hobby in ein erfolgreiches Geschäft verwandelt hast?

Ich hatte einfach Glück und ein gutes Händchen. Natürlich legte ich Eigeninitiative an den Tag und es steckt viel Herzblut und Leidenschaft in meinem Studio. Ein grosser Erfolgsfaktor ist meine Kundschaft: Mein Geschäft ist vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda stetig gewachsen.

Wie bringst du deinen Job bei der Post und dein Kosmetikstudio unter einen Hut?

Seit über 10 Jahren arbeite ich bei der Post als Assistentin eines Konzernleitungs-Mitglieds. Anfangs habe ich 100% gearbeitet und meine Kundschaft nur am Abend behandelt. Durch das Wachstum meines Kundenstamms habe ich mein Pensum bei der Post nach einer Weile auf 80% und dann vor 2 Jahren auf 70% reduziert. Durch die flexiblen Arbeitszeiten bei der Post bin ich enorm frei. In all den Jahren musste ich wegen der Post nie einen Kundentermin im Studio verschieben. Ich geniesse die volle Unterstützung und das Vertrauen meines Chefs. Ebenso funktioniert die Zusammenarbeit mit meiner Teamkollegin hervorragend. Sie arbeitet an den Tagen, an denen ich abwesend bin.

Was ist der Vorteil von zwei solch unterschiedlichen Standbeinen?

Ich mag vor allem die Abwechslung. In der Funktion als Assistentin arbeite ich am PC und nehme dadurch eine eher passive Rolle ein. Im Studio pflege ich den Kundenkontakt und kann meine kreative Seite ausleben. Ich bin mit meiner momentanen Situation sehr zufrieden und glücklich. Dies gibt mir Kraft und Motivation, das Ganze zu stemmen.

Auf welche Herausforderungen stösst du?

Das hohe Pensum führt zu Abstrichen in meiner Freizeit. Mein soziales Umfeld darf nicht zu kurz kommen. Es braucht jederzeit eine gute und vorausschauende Planung.

Im Oktober 2018 hast du für einen Monat für das französisch-schweizerische Postunternehmen Asendia in Paris gearbeitet. Wie kam es dazu?

Diese einmalige Chance habe ich genutzt, als mein Chef Post-Konzernleiter ad interim war und meine Kollegin und ich bei PostMail eine etwas ruhigere Arbeitsphase erlebten. Ich konnte während einem Monat in Paris mit der CEO-Assistentin von Asendia zusammenarbeiten und habe das Unternehmen gleichzeitig besser kennengelernt. Am Morgen besuchte ich eine Sprachschule, am Nachmittag ging ich ins Büro. Zumal die offizielle Sprache bei Asendia Englisch ist, konnte ich während dieser Zeit gleich zwei Sprachen auffrischen und auch sonst beruflich und privat unglaublich viel profitieren.

Was gefällt dir an deinem Post-Job am besten?

Ich schätze die Post als Arbeitgeberin sehr. Seit meiner Lehre bin ich für den Konzern tätig und es ist und bleibt spannend. Die Post bietet ihren Mitarbeitenden unzählige Möglichkeiten, gewährt Freiraum und ist offen für andere Interessen. Denn eine gute Work-Life-Balance ist heutzutage unabdingbar.

verfasst von

Mirjam Liechti-Balmer

HR-Marketing