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Eine Briefmarke für die Pflanzengesundheit

Die Pflanzengesundheit ist wichtig für die Ernährungssicherheit, die Rohstoffversorgung und die biologische Vielfalt. Die Schweizerische Post widmet dem Thema eine Briefmarke, die einen Japankäfer abbildet. Warum dieser Käfer so gefährlich ist, erfahren Sie hier.

Jürg Freudiger

Die Briefmarke zum «Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit» zeigt einen Japankäfer.
Die Japankäfer-Briefmarke finden Sie auf postshop.ch.

Gewisse Pflanzen sind bedroht: Mit dem globalen Handel und Reiseverkehr gelangen immer häufiger neue Pflanzenkrankheiten und -schädlinge in die Schweiz. Aufgrund des Klimawandels steigt das Risiko, dass sich neu eingeschleppte Schadorganismen bei uns ansiedeln und ausbreiten können, was beträchtliche Auswirkungen haben kann.

So hat sich der Japankäfer verbreitet

Um auf diese stetig steigende Bedrohung aufmerksam zu machen und zum Handeln aufzurufen, hat die UNO das Jahr 2020 zum «Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit» ausgerufen. Dieses Ziel wird auf dem von Angelo Boog gestalteten Sujet der 85-Rappen-Sondermarke durch einen Japankäfer realisiert.

Der aus Japan stammende Käfer wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA verschleppt. In den 70er-Jahren trat der Käfer erstmals in Europa auf den Azoren auf. Er verbreitet sich über verschiedene Wege: Über längere Distanzen wird der Käfer meist als blinder Passagier durch den Menschen verschleppt. So nimmt man an, dass der Japankäfer unbeabsichtigt mit einem Flugzeug nach Norditalien transportiert wurde. Zudem können Japankäfer aus eigener Kraft mehrere Kilometer weit fliegen. Und nun ist er auch in der Schweiz, im Südtessin, anzutreffen.

Beim Pflanzenschutzdienst melden

Mehr als 300 Wild- und Kulturpflanzenarten stehen auf der Speisekarte des Japankäfers, darunter auch Obstbäume oder die auf der Briefmarke gezeigte Weinrebe. Dank den fünf weissen Haarbüscheln an der Seite kann der Japankäfer gut vom Gartenlaubkäfer und Maikäfer unterschieden werden. Wer hierzulande einen Japankäfer sichtet oder einen Verdacht hat, sollte dies so rasch wie möglich beim Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Kantons melden. Die Japankäfer sollte man nach Möglichkeit einfangen und für den Pflanzenschutzdienst sicher aufbewahren.

Dies ist sehr wichtig, weil nur bei raschem Eingreifen die Chance besteht, lokale Befälle zu stoppen oder zumindest die weitere Verbreitung des Japankäfers zu bekämpfen. Hat sich der Japankäfer einmal in einer Region etabliert, ist es zu spät, und es müssen Wege gefunden werden, mit ihm zu leben.

verfasst von

Jürg Freudiger