Menschen, Unser Engagement

«Fahrer gehören zu den Promis in ihrer Region»

Fahrerinnen und Fahrer sind begehrt. Dieses Jahr sucht PostAuto speziell viele von ihnen – alleine im Tessin 150. Betriebsleiter Peter Lacher sagt, wie gross die Lücke und was der Reiz am Fahren ist.

Katharina Merkle

PostAuto-Betriebsleiter Peter Lacher posiert vor einem PostAuto.
PostAuto-Betriebsleiter Peter Lacher (Copyright: Monika Flückiger)

Im Dezember wird der Ceneri-Basistunnel eröffnet und der ÖV im Tessin kräftig ausgebaut. PostAuto braucht auf einen Schlag 150 Fahrerinnen und Fahrer. Reicht die Zeit?

Ja. Dank den täglich eintreffenden Spontanbewerbungen und der Vermittlung von Quereinsteigern durch das Arbeitsamt sind wir sehr zuversichtlich. Es gibt mehrere hundert Bewerber. An der Ausbildung von Quereinsteigern beteiligt sich der Kanton. Das ist eine Win-Win-Situation.

Wie viele Fahrerinnen und Fahrer muss PostAuto gesamthaft rekrutieren?

In den nächsten zehn Jahren brauchen wir wegen Pensionierungen, der Fluktuation und dem ÖV-Ausbau 800 Fahrerinnen und Fahrer.

PostAuto ist also offen für Quereinsteiger.

Sehr offen. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft zu wenige ausgebildete Fahrerinnen und Fahrer auf dem Markt sind. Da bereiten wir aktuell passende Ausbildungsangebote vor. Dazu gehören nicht nur die Fahrfähigkeiten, sondern auch der Umgang mit den Fahrgästen, die Sprachkenntnisse, das Beherrschen von neuen digitalen Arbeitsinstrumenten.

Nur 9 Prozent sind Fahrerinnen, und auch im Tessin bewerben sich momentan fast nur Männer. Da liegt ein Potenzial brach.

Ja, da haben wir noch ein grosses Potenzial. Im Regionalen Personenverkehr hat das Busfahren immer noch das Image, ein Männerberuf zu sein. Doch das ändert sich nach und nach, wie man bei städtischen Verkehrsbetrieben sieht.

Kann PostAuto mit den Arbeitsbedingungen punkten?

Wir haben gute Durchschnittslöhne. Der Brutto-Jahreslohn des Fahrpersonals liegt bei rund 73 000 Franken. Wir haben 2019 in engem Austausch mit den Gewerkschaften unter anderem die Zulagen und die Entschädigungen für Extra-Arbeitsleitungen verbessert. Auch die Lohnnebenleistungen wie GA-Vergünstigungen für die Familie sind attraktiv. Unser weiteres Plus ist die starke, mit der Geschichte der Schweiz verbundene Marke. Das durften wir während des PostAuto-Skandals eindrücklich miterleben: Selbst in dieser Krisenzeit war die Loyalität der Fahrerinnen und Fahrer mit der Gelben Klasse sehr gross. Jeder und jede hat alles gegeben, damit der Betrieb für unsere Fahrgäste reibungslos weitergeht. Man ist «PostAuto-Fahrer» und nicht «Busfahrer»!

Was ist das Attraktive am Fahrerberuf?

Postautos sind und bleiben ein Wahrzeichen der Schweiz. Das strahlt auch auf unsere Fahrerinnen und Fahrer aus. Ihre Arbeit ist sehr abwechslungsreich: Das Fahren selber mit zeitgemässen Fahrzeugen, der Kontakt mit Menschen, die Funktion als Fremdenführerin und Helfer im Alltag. Sie verrichten ihre Arbeit nicht im stillen Kämmerlein, sondern gehören zu den Promis in ihrer Region.

Lesen Sie auf www.post.ch/aktuell, warum PostAuto-Fahrerin der Traumberuf von Julia Schönfelder (23) ist.

Zwei PostAutos warten an der Bushaltestelle. Zwei Personen sitzen auf einer Sitzbank.
Im Tessin sucht PostAuto 150 Fahrerinnen und Fahrer. (Copyright: Monika Flückiger)

Zahlen und Fakten

85 Prozent der PostAuto-Mitarbeitenden sind Fahrer/-innen

Rund 3700 PostAuto-Fahrer/-innen und -Fahrer (3300 Vollstellen) arbeiten in Regiebetrieben und PostAuto-Unternehmen

90,8 Prozent der Fahrer/-innen sind Männer

Die Fahrer/-innen sind zwischen 21 und 70 Jahre alt. Das Durchschnittsalter ist 50. Ab der Pensionierung können Fahrer/-innen mit einem reduzierten Pensum weiterarbeiten.

2020 erreichen 89 Fahrer/-innen das Pensionsalter

Der öffentliche Verkehr der Schweiz beschäftigt rund 58 000 Mitarbeitende

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Katharina Merkle