Corona, Hintergründe

«Langjährige Partner helfen einander»

Fredy Gasser

Anfang April 2020 traf sich die Post mit Handel, Logistik und Sozialpartner am runden Tisch, um die in der Coronakrise weit überdurchschnittliche Paketmengen gemeinsam bewältigen zu können. Eine Ausnahmesituation, denn unter normalen Umständen ist die Post in der Lage, solch grosse Paketmengen zu verarbeiten. Momentan aber sind sie für die Post eine Herausforderung, weil Mitarbeitende fehlen, sei es weil sie selber krank sind, Kinder betreuen oder einer Risikogruppe angehören. Um die Social Distancing Regeln einzuhalten, können auch nicht mehr Mitarbeitende in der Sortierung arbeiten. Bilanz nach einem Monat der gemeinsamen Hilfe: Die gegenseitige Unterstützung funktioniert bestens.

Ein Beispiel ist die Competec-Gruppe, deren bekannteste Firma BRACK.CH ist. Mit über 780 Mitarbeitenden macht die Gruppe einen jährlichen Umsatz von rund 811 Millionen Franken. Momentan laufen dort die Förderbänder auf Hochtouren: 22 000 Pakete verlassen täglich das hochautomatisierte Logistikzentrum in Willisau Richtung Paketzentren der Post. Der Clou: Sie sind bereits vorsortiert, wenn die Post sie übernimmt. Möglich machen dies die hochautomatisierte Infrastruktur der Competec Logistik AG und ihr CEO Riet Steiger.

Und diese Vorsortierung funktioniert: Bis anhin liefen bei der Competec Logistik AG die für den Versand fertigen Pakete über eine Förderanlage Richtung Verladerampe. Dort warteten zwei Wechselbehälter (WB) der Post, die nacheinander befüllt wurden, entsprechend legten Steigers Mitarbeiter eine Weiche an der Förderanlage um. Jetzt hat Steigers Team die Vorsortierung so programmiert, dass die Pakete fürs Paketzentrum Frauenfeld in den einen WB geleitet werden, jene für die Paketzentren Härkingen und Daillens in den anderen. Der Vorteil für die Post: In Härkingen entfällt für sie der Arbeitsschritt komplett, welcher die Pakete mit Ziel Paketzentrum Frauenfeld sortiert. Competec schickt zudem auch noch die Daten, welcher Wechselbehälter für welches Paketzentrum bestimmt ist, aufbereitet an die Post.

Als langjähriger Grosskunde der Post kennt Riet Steiger die gegenwärtigen Herausforderungen für alle Beteiligten. «Wir verzeichnen zur Zeit Bestellungen wie sonst nur zur Vorweihnachtszeit», sagt er. Deshalb ist für ihn klar, dass gegenseitige Hilfe wie seine Vorsortierung für die Post in Zeiten von Corona schlicht dazugehören: «Unter langjährigen Partnern hilft man sich in schwierigen Zeiten.»

verfasst von

Fredy Gasser