Hintergründe

Wie die Jungen die Welt verändern

Unternehmen passen sich den jungen Generationen an. Denn sie haben ganz andere Erwartungen und Bedürfnisse – als Mitarbeitende und als Kunden. «Young Voice» will mit einer Community die Jungen bei der Post vernetzen und die Generationen zusammenbringen.

Sandra Gonseth

Young Voice wurde 2018 in Eigeninitiative als Arbeitsgruppe junger Postmitarbeitender gegründet. Auf dem Bild die Gründungsmitglieder. (Copyright: Monika Flückiger)

Sie sind jung, arbeiten bei der Post und wollen gemeinsam etwas bewegen: Young Voice, das Netzwerk junger Postmitarbeitenden. Jetzt bilden sie eine Community, um ihre Reichweite weiter zu vergrössern (siehe Bild oben).

«Uns interessiert, was die junge Generation bewegt, wie sie zur Post steht und wie wir für noch mehr Begeisterung und Elan sorgen können», erklärt Mitgründer Reto Schindler.

Er hat Psychologie studiert und kam vor vier Jahren als Trainee zur Post. Heute arbeitet er bei PostNetz. «Wir knüpfen dann an, wenn die qualitativ hochstehenden Programme für Berufs- und Hochschuleinstieg der Post beendet sind.» Denn die Fluktuation bei den 20- bis 29-Jährigen sei bei der Post – wie übrigens auch schweizweit – relativ hoch. «Oft fehlen Perspektiven und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen», weiss er aus Erfahrung. «Wir wollen die Stimmen der Jungen einbringen, um gemeinsam die Zukunft der Post zu gestalten.» Young Voice kann bereits erste Erfolge verbuchen: Mitarbeit beim Reverse Mentoring (Junge coachen Führungskräfte), Aufbau eines Entwicklungsprogramms für junge Netzmitarbeitende oder Sensibilisierung der Leitungsgremien.

Die Post ist auf junge, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeitende angewiesen: Rund 22 Prozent sind unter 35 Jahre alt (Swisscom: 28 Prozent). Im Schnitt bleiben sie 5,2 Jahre (Swisscom: 5,3 Jahre) bei der Post und liegen damit im schweizweiten Mittel.

«Die Jungen sind unsere heutigen und zukünftigen Mitarbeitenden und Kunden», betont Roberto Cirillo, Konzernleiter der Post. «Wir müssen schon jetzt von ihnen lernen und ihre Erwartungen und Bedürfnisse kennen. Nur so bleibt die Post eine attraktive Arbeitgeberin, die Mehrwert für ihre Kunden bieten kann.»

Um die Jungen ans Unternehmen zu binden, entwickelt die Post neue Berufsbilder und fördert bereits in der Ausbildung junge Talente. Bei PostMail steigen Lernende mittels Förderprogramm direkt nach der Ausbildung in eine verantwortungsvolle Position ein. «Wir sind froh, wenn Lernende, die Leistungsbereitschaft und Willen zeigen, nachher bei uns bleiben», sagt Berufsbildner Joel Dätwyler.

Solche Massnahmen machen sich bezahlt: Vier von fünf Lernenden bleiben nach der Ausbildung bei der Post.

Doch wer sind diese Jungen überhaupt? Sie sind mit Internet, Smartphone und Social Media grossgeworden und unterscheiden nicht mehr zwischen digitaler und analoger Welt. Einer, der weiss, wie die Jungen ticken, ist Yannick Blättler. Er berät Unternehmen im Umgang mit jungen Kunden und Mitarbeitenden: «Wer das Denken der Jungen versteht, erkennt auch die Chancen und Risiken der künftigen Gesellschaft.»

Haben Sie gewusst?

  • 22 Prozent der Mitarbeitenden der Post sind unter 35 Jahre alt
  • 5,2 Jahre bleiben die Jungen durchschnittlich bei der Post
  • 81 Prozent der Lernenden übernimmt die Post nach Abschluss
  • 46 Jahre alt ist der durchschnittliche Pöstler
  • PostLogistics hat am meisten junge Mitarbeitende

Generationen

X = 1965 bis 1980

Y = 1981 bis 1995

Z = seit 1995

Bis 2009 dominierten die Babyboomer (1945 bis 1964) auf dem Arbeitsmarkt. 2010 wurden sie von der Generation X, 2014 von den Millennials überholt. Heute ist Gen X mit 36,2 % auf dem Arbeitsmarkt in der Mehrzahl, gefolgt von den Millennials mit 33 %. Nahezu jede zehnte Erwerbsperson (7,7 %) gehört bereits der Generation Z an.

Bundesamt für Statistik, Stand 2018

verfasst von

Sandra Gonseth

Redaktorin