Hintergründe

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Druckfrische Zeitungen schon vor dem Frühstück im Briefkasten? Die Presto Presse-Vertriebs AG macht es möglich. Heute begleite ich Markus Truog, Mitarbeiter der Zeitungsfrühzustellung, auf seiner Tour in der östlichen Agglomeration von Bern.

Claudia Iraoui

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Der 61-jährige Markus Truog stellt seit neun Jahren für die Presto Presse-Vertriebs AG Zeitungen und Zeitschriften zu. Copyright: Tom Huber
Der 61-jährige Markus Truog stellt seit neun Jahren für die Presto Presse-Vertriebs AG Zeitungen und Zeitschriften zu. Copyright: Tom Huber

Die Dunkelheit verschluckt noch alles, als ich um 4.45 Uhr am Strassackerweg in Boll ankomme. Alles glitzert – vom Glatteis auf der Strasse bis zu den Sternen. Für die Tour bin ich angezogen wie für eine Antarktis-Expedition. Ich bin ganz alleine: Bei dieser Kälte (–8 Grad!) wagen sich nicht einmal Tiere ins Freie. Kurz vor 5 Uhr erleuchten die Scheinwerfer von Markus Truogs Auto die Strasse. Truog arbeitet bei der Presto Presse-Vertriebs AGTarget not accessible. Mein Mentor für diesen Tag ist eingetroffen.

Die druckfrischen Zeitungen sind beim Eingang des Kindergartens gestapelt und erwarten uns bereits. Markus (61) schaltet seine Stirnlampe ein und schaut sich meine Kleidung an: Er ist zufrieden, denn gute Trekkingschuhe, Thermokleidung und eine leistungsfähige Stirnlampe sind ein Muss bei der Frühzustellung von Zeitungen im Herbst und Winter. Ich muss mich konzentrieren, mein Kopf ist noch nicht ganz wach. «Die Kuriere der Druckereien müssen die Zeitungen bis 4.45 Uhr an den Abholpunkten deponieren», erklärt Markus, während er die Päckchen mit den Publikationen kontrolliert. «Dann beginnt meine Arbeit. Ich erhalte eine Liste mit der Anzahl Zeitungen und den Adressen, für die sie bestimmt sind. Ich kontrolliere aber immer, ob die Zeitungen, die ich erhalten habe, wirklich jene sind, die ich zustellen muss. Es wäre sehr blöd, wenn ich bei Hälfte der Tour merken würde, dass etwas fehlt.»

Eine Hand hält die Titelseiten von drei Zeitungen.
Copyright: Tom Huber

Heute stellen wir die Berner Zeitung, den Bund sowie einige Ausgaben des Blick und der Schweizer Familie zu. «Ich lege die Zeitungen, von denen ich am meisten Exemplare habe, oben und unten hin, damit ich sie immer gleich zur Hand habe, den Rest in die Mitte. Welche Zeitungen abonniert sind, variiert stark von Quartier zu Quartier. Hier in diesem Einfamilienhaus-Quartier liest man gerne Qualitätszeitungen.» Die Tour ist auf einer Karte eingezeichnet, «aber sobald man die Quartiere kennt, entdeckt man Abkürzungen», erklärt Markus, der nach neun Jahren bei der Frühzustellung schon ein alter Hase ist.

Erste scheue Lichtstrahlen erhellen den noch stillen Ort, und wir gehen los zur nahen Schule, weil «auch die Lehrerschaft während der Kaffeepause Zeitung lesen will.» Markus schlägt ein flottes Tempo an, und ich tripple hinter ihm her, auch weil er mit seiner Stirnlampe die Strasse beleuchtet. Sonst wäre es stockdunkel. Markus, der tagsüber in der Verwaltung seiner Gemeinde arbeitet, erklärt mir, dass die Form der Briefkastenöffnung bestimmt, wie die Zeitung eingeworfen wird, und dass diese nicht herausschauen darf, weil sie sonst gestohlen oder bei Regen nass werden könnte. Ja, Regen ist der grösste Feind von bedrucktem Papier. «Wenn es regnet, nehme ich einen Rollwagen mit Abdeckung. Ich habe auch eine Halterung für den Schirm, sodass ich die Hände frei habe», erzählt Markus.

Ein Mann läuft in der nächtlichen Dunkelheit.
Copyright: Tom Huber

Ich beginne die Kälte zu spüren, als Markus mit grösster Leichtigkeit einen steilen Weg hinaufgeht. Ich gehe angestrengt hinter ihm her, aber oben ist mir zumindest wieder warm! Dem 61-Jährigen gefällt die 90-minütige Tour am frühen Morgen sehr. «Deshalb habe ich kürzlich zu meiner Frau gesagt, dass ich auch nach der Pensionierung weitermachen möchte.»

Auf dem Weg von einem Briefkasten zum nächsten sind Begegnungen an diesem Morgen rar. Wir wechseln ein paar Worte mit einem Kollegen aus Markus’ Schützenclub, der jeden Morgen draussen rauchend auf die Zeitung wartet. Sonst hält die Tour weder Pannen noch Überraschungen bereit. Mir gefallen die Stille und der erfrischende Marsch. Und praktisch im Nu ist es halb sieben, wir haben alle Zeitungen zugestellt und sind zurück an unserem Ausgangspunkt. Die Sterne am Himmel sind verblasst, nur die Venus ist am pastellfarbenen Morgenhimmel noch zu sehen.

Pastellfarbener Himmel in der Berner Agglomeration.
Copyright: Tom Huber

Presto sucht neue Mitarbeitende!

Stehst du gerne früh auf, hast du einen B-Ausweis, magst du Wind und Wetter und kannst du dir vorstellen, frühmorgens Zeitungen zuzustellen? Dann bewirb dich hierTarget not accessible.

Der GAV der Presto AG bietet vorteilhafte Arbeitsbedingungen mit 90 oder 150 Minuten Arbeit an Wochentagen bzw. am Sonntag.

verfasst von

Claudia Iraoui

Channel Manager Digital