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Die Post im Pfadi-BuLa «mova»: Engagiert für die Jugend

Die Post unterstützt das Pfadi Bundeslager als Hauptpartnerin – aber nicht nur. Unter den 30 000 Pfadis sind auch etliche Post-Mitarbeitende, welche in ihren Einheiten oder als Rover (Helferinnen und Helfer), aber auch am Post-Stand sowie in der Sonderfiliale für unvergessliche Momente sorgen.

Stefan Kern

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Benno B-Post mit einer jungen Frau

Es ist sieben Uhr morgens. Bereits drängen sich Scharen von Pfadis am Busbahnhof in die Postautos. Heute ist Ausflugstag. Es wird gekichert, gesungen und geklatscht. Von Morgenmüdigkeit keine Spur. Schnell merkt man: Das Lagerleben beginnt bei Sonnenaufgang.

Geschlossen hat um diese Uhrzeit noch die Sonderfiliale der Post. Dennoch laufen hier Vorbereitungen auf Hochtouren. Es ist der erste Dienstag nach Lagerbeginn. «Viele Eltern haben über das Wochenende ihr Paket bereitgestellt und es gestern, am Montag, zur Post gebracht. Heute erwarten wir einen Spitzenwert», sagt Marco Keller, ebenfalls ein waschechter Pfader, der für das Logistiksystem verantwortlich ist. Und er sollte Recht behalten: Ein späterer Besuch zeigt, dass es am Ende mehr als 2100 Pakete sind, die die Lastwagen an diesem Tag aufs Gelände karren.

«Mit Päckli und Briefe kann man Freude verbreiten - das fägt», Marco Keller, alias «Spy» behält auch in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf.
«Mit Päckli und Briefe kann man Freude verbreiten - das fägt», Marco Keller, alias «Spy» behält auch in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf.

Das Pfadi-Bundeslager vom 23. Juli bis zum 6. August ist in vielerlei Hinsicht ein Camp der Superlative: 30 000 Teilnehmende verteilt auf einer Fläche von rund sechs Kilometern Durchmesser. Aus dem Nichts entstand für 14 Tage eine Kleinstadt im sonst beschaulichen Goms zwischen Münster und Obergesteln.

Zurück auf dem BuLavard, der Freizeitmeile im Zentrum des Lagergeländes, stossen die Pfadis auf Benno B-Post. Von seinem geschmückten DXP (Elektroroller) aus ruft er zur «Mission Kettenbrief» auf. Dummerweise hat Benno die «mova»-Geschichte verloren. Zusammen mit den Kindern schreibt er sie neu. Noch wichtiger als die «mova»-Geschichte sind aber visuelle Erinnerungen: Auch für Selfies ist Benno zu haben. Seine, respektive die Aufgabe der Post ist es eben auch, im BuLa die Menschen zusammenzubringen. Und was schafft dies besser als ein Gruppenfoto?

Wo immer Benno B-Post auch hält, bildet sich sofort eine Menschentraube um ihn und die Kinder unterschiedlichster Abteilungen kommen ins Gespräch. Im BuLa bringt er die Menschen wortwörtlich zusammen.
Wo immer Benno B-Post auch hält, bildet sich sofort eine Menschentraube um ihn und die Kinder unterschiedlichster Abteilungen kommen ins Gespräch. Im BuLa bringt er die Menschen wortwörtlich zusammen.

Die Post macht nicht nur mit ihrem Sponsoring-Engagement als Hauptpartnerin diesen Mega-Anlass möglich, auch mit ihrem Stand in Form eines Paketstapels sorgt sie für unvergessliche Momente. Eine Erlebniswelt mit Fotowand, Postkarten-Atelier, Lounge und vielem mehr lädt zum gemeinsamen Verweilen und Eintauchen in neue Welten ein. Und da das Lagergelände sehr gross ist, werden «Zero-Emission-Postautos» ausgeliehen. Ihr Fussabdruck ist zwar klein, dafür erfordern sie grosse Muskelkraft. Der Antrieb erfolgt mit den Füssen.

Erlebniswelt auf zwei Etagen: Am Post-Stand auf dem BuLavard ist für Abwechslung gesorgt.

Es geht gegen Mittag zu. Bei der Pfadi Peter & Paul Inwil bereitet Fabienne Scherer, Pfadiname Wikki, gerade das Essen zu. Fabienne arbeitet als SAP-Consultant für die Personalabteilung der Post und ist von Kindesbeinen an in der Pfadi. Was fasziniert sie so an dieser Bewegung? «Bei der Eröffnungsfeier waren rund 30 000 Personen – und alle teilen die gleiche Leidenschaft. Das steckt einfach an.» Und hier sieht sie auch Parallelen zur Post. «Die Pfadi gehört zu den grössten Jugendverbänden der Schweiz. Die Post ist einer der grössten Arbeitgeber. Egal wie gross die Organisation auch ist, schlussendlich kommt es auf jede einzelne Person an, damit Grossartiges möglich wird», sagt Wikki, während im Hintergrund das Lagerradio «Sonar» die Neuigkeiten des Tages vermeldet.

Wikki in ihrer gut sortierten Küche: «Wir kochen vor allem Klassikermenüs.»
Wikki in ihrer gut sortierten Küche: «Wir kochen vor allem Klassikermenüs.»

Gleich um die Ecke ist die Pfadi Ballwil. Ballwil und Inwil liegen im Luzerner Seeland und sind rund fünf Kilometer voneinander entfernt. Im «mova» zelten sie nur wenige Schritte nebeneinander. Search, respektive Martin Kaufmann, wie er im echten Leben und auch bei der Post heisst, muss man entgegen seinem Namen nicht lange suchen. Sein Hut sticht so hervor wie die Bauten seiner Abteilung: Rund fünf Meter hoch ist der Aussichtsturm. Der ICT-Fachmann im zweiten Lehrjahr und Co-Abteilungsleiter gibt sich indes bescheiden: «Diese Konstruktion ist halb so wild. Den Aufbau haben wir in einem früheren Lager schon gemacht. Wir sind ein eingespieltes Team. Da weiss jeder, was zu tun ist», sagt er, als wäre es das Normalste der Welt, dass Informatiker, Lastwagenfahrer sowie Kauffrauen und Kaufmänner einen mehrstöckigen Holzbau auf die Beine stellen. Denn Holzberufe wie Zimmerfrauen- oder männer sucht man in ihrem Leiterteam vergeblich. Auch Search stiess schon als Wölfi, so heisst die Kinderstufe, zur Pfadi. Welche Gemeinsamkeiten sieht er mit der Post? «In der Pfadi werden alle mit einbezogen. Wir wissen, dass wir Grosses nur im Team erreichen. Bei der Post ist es ähnlich.»

Search auf dem Turm der Pfadi Ballwill: «Für den Aufbau arbeiteten wir während vier Tagen täglich 10 bis 14 Stunden.»
Search auf dem Turm der Pfadi Ballwill: «Für den Aufbau arbeiteten wir während vier Tagen täglich 10 bis 14 Stunden.»

Der Tag neigt sich langsam dem Abend entgegen. Während Wikki schon bald wieder ihren Kochlöffel schwingt und Search auf dem Turm mit seinem Leiterteam das Programm des kommenden Tages bespricht, herrscht am Post-Erlebnisstand noch Hochbetrieb. Viele Kinder sind von ihren Ausflügen zurück und flanieren nun über den BuLavard. Die Post und die Pfadi, so wird deutlich, verbindet mehr als Pakete und Briefe. Die Post bringt die Menschen zusammen – genauso wie die Pfadi. Und in beiden Organisationen wird dies erst durch ganz viel Herzblut vieler helfender Hände möglich.

verfasst von

Stefan Kern