Hintergründe, Unser Engagement

Sortieren für einen guten Zweck

Solidarität erfüllt den Raum des Schweizerischen Roten Kreuzes in Wabern, wenn 79 Personen bei 2 x Weihnachten die gespendeten Waren sortieren. Für sie ist Helfen keine Frage. Sie tun es einfach – genauso wie die vielen Prominenten, die sich heute unter die Freiwilligen gemischt haben.

Stefan Kern

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Mehrere Personen sortieren Waren in Einkaufskörbe und Pakete

Aufgeregte Gespräche und fröhliches Gelächter durchdringen die Halle des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) in Wabern. Während draussen der Januar-Nebel noch tief hängt, füllt sich drinnen der Raum langsam mit Wärme. Menschen, in dicke Winterkleidung gehüllt, tauschen Begrüssungsworte aus und geniessen eine Tasse heissen Kaffee, um sich für den bevorstehenden Tag zu stärken. Es ist eine Atmosphäre von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit, in der sich zahlreiche Personen mit den unterschiedlichsten Hintergründen für eine gemeinsame Sache einsetzen.

SRK-Gebäude in Wabern
Hier ist Helfen keine Frage: SRK-Zentrum in Wabern bei Bern.

Wenn das Nötigste das Wichtigste ist

2 x Weihnachten wurde 1997 von der Schweizerischen Post und dem Schweizerischen Roten Kreuz ins Leben gerufen (heute mit dabei sind ebenfalls die SRG SSR und Coop). Ziel ist es, mit lang haltbaren Lebensmitteln und Körperhygieneartikeln die Not von armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz etwas zu lindern. Das Nötigste ist das Wichtigste. Menschen können in Filialen und Filialen mit Partner der Schweizerischen Post die dringend benötigten Waren gratis aufgeben. Die Post befördert als Logistikpartnerin die Spendenpakete kostenlos ins Lager des SRK. Die Aktion findet jeweils vom 24. Dezember bis 11. Januar statt.

Verantwortlich für die Aktion zeichnet sich bei der Post Kim Haldemann. Weshalb ist 2 x Weihnachten für sie auch persönlich eine Herzensangelegenheit? «In der Schweiz sind für viele Menschen Dinge des alltäglichen Bedarfs keine Selbstverständlichkeit. Es sind oft die einfachen Dinge, die fehlen, und die besten Geschenke sind jene, die viel im Alltag genutzt werden. Gerade Hygieneprodukte wie Zahnpasta oder auch Nahrungsmittel belasten das Budget von armutsbetroffenen Menschen stark. Die Aktion «2 x Weihnachten» setzt sich dafür ein, das kleine Budget dieser Menschen zu entlasten und eine Unterstützung im Alltag zu bieten. Durch die Sachspenden bleibt für die Menschen auch mehr übrig, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Kinder können wieder mit auf einen Schulausflug und armutsbetroffene Seniorinnen und Senioren können sich für ihre Enkelkinder ein kleines Geschenk leisten. Das ist wunderbar», so Haldemann.

Waren in einer Kiste
Wenn das Nötigste das Wichtigste ist.

Im Dienst der Solidarität 

In Wabern läuft währenddessen die Sortierung routiniert ab. Die Abläufe sind eingespielt. Der Sortiertag mit Unterstützung von bekannten Gesichtern ist ein besonderes Highlight der Aktion und zeigt die grosse Unterstützung der Gemeinschaft. Heuer hat sich eine beeindruckende Anzahl von Prominenten aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens im SRK-Zentrum in Wabern versammelt. Models, Sportlerinnen, Influencer, Schauspielerinnen, Musiker und viele andere engagieren sich gemeinsam mit Freiwilligen für einen guten Zweck.

Eine Frau prüft ein Lebensmittel
Geprüft – und für gut befunden. Noch essbare Lebensmittel mit abgelaufenem Verfallsdatum werden für den sofortigen Verzehr der Schweizer Tafel übergeben. Nicht mehr verzehrbare Lebensmittel müssen leider aussortiert werden.

Die Gegenstände, die zuvor von grosszügigen Spenderinnen und Spendern in den Filialen der Post aufgegeben wurden, werden hier sorgfältig in Einkaufskörbe umgepackt und auf ihre Haltbarkeit geprüft, damit sie später an Wohnheime, Frauenhäuser, Asylorganisationen, Kirchgemeinden und andere übergeben werden können. In einzelnen Kantonen werden die Waren auch direkt an armutsbetroffene Menschen verteilt. Insgesamt erhalten so alleine im Kanton Zürich über 11 000 Menschen Hilfe – sei es indirekt über soziale Einrichtungen oder direkt via Abgabe über die Kantonalsektionen des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Eine Frau bringt Pakete mit dem Palettroller zu einem Auto
Die meisten Waren gelangen über soziale Einrichtungen an die armutsbetroffenen Menschen – wie hier bei einer Verteilaktion. Rolf Eisenegger, Präsident der Organisation Nachbarschaftshilfe Kreis 9 der Stadt Zürich (rechts), belädt sein Auto mit schweren Paketen, die den Alltag vieler Menschen etwas leichter machen.
Eine Frau übergibt eine gefüllte Tasche an eine andere Frau
Direktabgabe über eine Kantonalsektion des SRK.
Andy Egli und Manuela Frey

Zum ersten Mal am Sortiertag mit dabei ist auch das Model Manuela Frey. Als Spenderin unterstützt sie die Aktion aber seit vielen Jahren: «Bereits meine Mutter sagte: ‘Manuela, es nicht selbstverständlich du so viele Geschenke unter dem Baum hast.’ Darum haben wir schon damals Pakete gemacht, um armutsbetroffene Menschen zu unterstützen. Heute helfe ich auch hier vor Ort.»

Eifrig packt auch Andy Egli mit an. Was bedeutet es ihm, heute hier zu sein? «Für mich ist es eine Pflicht, Menschen zu helfen, die in der Schweiz Not leiden», antwortet der Fussball-Experte und verschwindet sogleich wieder hinter einem Stapel Pakete.

Seit ihrer Kindheit spendet Manuela Frey (rechts) regelmässig bei 2 x Weihnachten. Heuer ist sie wie Andy Egli (links) auch als Helferin dabei.

Mujinga Kambundji und Christian Stucki

Was freut die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer in Wabern an der Aktion besonders? Wir haben beim ehemaligen Profischwinger Christian Stucki nachgefragt: «Man kann den Leuten eine kleine Freude bereiten. Das Budget von armutsbetroffenen Menschen wird entlastet, so können sie sich vielleicht wieder mal etwas leisten.»

Für die beiden Botschafter des Schweizerischen Roten Kreuzes Christian Stucki und Mujinga Kambundji (Leichtathletin) ist Helfen keine Frage.

Naomi Lareine

Unter die Helfenden gemischt hat sich auch Naomi Lareine. Die Sängerin ist wie auch Kambundji, Frey und Stucki Botschafterin des SRK. Und was darf in den persönlichen Spendenpakete der Prominenten nicht fehlen? Bei Noemi Lareine sind es «Abschminktücher, Bodylotion, Zahnbürste und Pasta», so die R&B-Musikerin.

Thomas Baur

Nebst bekannten Persönlichkeiten packt Thomas Baur, Stellvertreter des Konzernleiters der Post und Leiter PostNetz, mit an. Was bedeutet 2 x Weihnachten für die Post? «Für die Post ist die Aktion eine Herzensangelegenheit. Es ist ein Beitrag an die Gesellschaft. Bei 2 x Weihnachten können wir uns mit unseren Kompetenzen einbringen. Wir sind in der ganzen Schweiz vertreten, sind nahe bei den Menschen – und holen die Pakete sogar auch an der Haustüre ab.»

Nicht nur für die Post, sondern auch für ihre Mitarbeitenden ist 2 x Weihnachten eine Herzensangelegenheit wie bei Thomas Baur, Stellvertreter des Konzernleiters der Post und Leiter PostNetz (rechts). Hier zusammen mit Philipp Wyss, CEO von Coop (links).

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Spendenpaket zu Hause abholen lassen

Langsam neigt sich der Tag zu Ende. Während die einen die letzten Pakete öffnen, legen andere bereits ihre Schürzen weg. Bevor es nach Hause geht, richtet Thomas Zeltner, Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes, noch ein paar dankende Worte an die vielen Freiwilligen. Noch ist die Aktion nicht vorbei. Spendenpakete können bis zum 11. Januar 2024 gratis aufgegeben werden. Pakete können einfach in eine Filiale oder Filiale mit Partner gebracht werden. Eine Etikette für die Adresse ist nicht notwendig. Helfen war noch nie so einfach wie bei 2 x Weihnachten.

Und wer keine Zeit oder Möglichkeit hat, eine Filiale aufzusuchen, kann das Paket mit pick@home auch einfach gratis bei sich zu Hause abholen lassen. Unter post.ch/2xweihnachten kann online ein persönlicher Abholtermin vereinbart werden.

Ein Paketbote nimmt an der Haustür das Paket einer Kundin entgegen
Die Post holt’s auch zu Hause ab. Einfach unter post.ch/2xweihnachten den ganz persönlichen Abholtermin vereinbaren.

Was gehört ins Paket?

Gefragt sind ausschliesslich lang haltbare Lebensmittel und Körperhygieneartikel wie zum Beispiel:

  • Kosmetikartikel wie Babyhygieneartikel sowie Hygieneartikel aus Papier oder Watte
  • Dentalhygieneartikel (Zahnpasta, Zahnbürsten usw.)
  • Lebensmittel in Tuben, Beutel, Tetra (z. B. Mayo, Senf, Rösti im Beutel, Saucen im Tetrapack, Suppen im Beutel usw.)
  • Konserven und Glas (z. B. Ravioli, Früchte, Gemüse usw.)
  • Mehl, Reis
  • Öl und Essig
  • Alles rund ums Frühstück wie Konfitüre, Honig, Müesli, Haferflocken, Kakaopulver usw.

Die Produkte sollten mindestens bis Ende Juni 2024 haltbar sein. Weitere Informationen unter post.ch/2xWeihnachten.

Onlinepaket als Alternative

Statt ein Paket zusammenzustellen, besteht die Möglichkeit, auf 2xWeihnachten.ch ein Onlinepaket zu spenden. Dazu wählt man ein Geschenk oder einen Betrag aus, den man spenden möchte. Mit den Onlinespenden wird armutsbetroffenen Menschen in Armenien, Bosnien, Herzegowina, Kirgistan und Moldawien geholfen, die harten Wintermonate zu überstehen. Letztes Jahr wurden so rund 54 050 Pakete für armutsbetroffene Menschen in der Schweiz und mit Onlinespenden 343 000 Franken für die Winterhilfe in Moldawien, Kirgistan, Armenien, Bosnien und Herzegowina gespendet.

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verfasst von

Stefan Kern