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Demokratie im digitalen Zeitalter – Möglichkeiten, Grenzen und Herausforderung

Seit 2021 unterstützt die Post den Internationalen Tag der Demokratie. In diesem Jahr ging es um die Frage «Wie steht es um die digitale Demokratie in der Schweiz?». Experten und Interessierte diskutierten unter anderem über E-Voting und E-Collecting.

Fabienne Berli

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Frau mit digitalem Gerät

Ob beim Einkaufen, Bezahlen oder bei der Arbeit – unser Alltag ist längst digital. Doch wenn es um unsere Demokratie geht, bleibt die Schweiz eher zurückhaltend. Warum wählen und stimmen wir nicht längst online ab? Über diese Frage diskutierten am Internationalen Tag der Demokratie Prof. Dr. Marc Bühlmann, Direktor Année Politique Suisse, und Martin Wegmüller, Leiter Digital Public Solutions bei der Post, mit Interessierten. Hier gelangen Sie zur Aufnahme des digitalen Anlasses.

Die Diskussion zeigte: Die Digitalisierung der Demokratie weckt sowohl Euphorie als auch Skepsis. Sie verspricht mehr politische Teilhabe, wirft aber Fragen bezüglich Sicherheit und Transparenz auf. Es ist Aufgabe der Politik, die unterschiedlichen Meinungen aufzunehmen, abzuwägen und einen Kompromiss zu finden, hinter dem alle stehen.

Es braucht Zeit – und das ist auch gut so

Die Kompromisssuche dauert meistens lange. Doch Langsamkeit ist nicht per se schlecht. Denn Langsamkeit verspricht Stabilität und bedeutet Legitimität. Wer sich gehört und eingebunden fühlt, ist eher bereit, demokratische Entscheide mitzutragen – auch wenn sie den eigenen Interessen widersprechen. Akzeptanz führt nicht nur zu grösserer Legitimität, sondern zu hohem politischen Vertrauen. Davon profitieren alle Akteure.

Digitale Demokratie stärkt die Inklusion und Mitsprachemöglichkeit

Für über 800 000 Auslandschweizerinnen und -schweizer ist der Zugang zur Demokratie erschwert. Die Postwege sind für Stimmberechtigte im Ausland lang und unsicher. Mit E-Voting erhalten sie besseren Zugang zum demokratischen Prozess. Auch Menschen mit Beeinträchtigung profitieren von einem zusätzlichen Stimm- und Wahlkanal. Zudem kann die digitale Stimm- und Wahlmöglichkeit auch für viele komfortabler sein.

Digitale Angebote sollen die bestehenden analogen Prozesse ergänzen, nicht ersetzen. Die Zukunft der Demokratie liegt in einem ausgewogenen Zusammenspiel von digitalen und klassischen Beteiligungsformen. Und bei beiden kann die Post eine wichtige Rolle spielen.

Mehr zur E-Voting-Lösung der Post

verfasst von

Fabienne Berli