Menschen, Hintergründe

Wenn Marken Geschichten erzählen

Die Künstlerin Germaine Egli ergänzt gebrauchte Briefmarken zu kleinen Kunstwerken – mal witzig, mal poetisch, mal skurril. Über 100 «kleine Markengeschichten» hat sie bereits gezeichnet.

Thomas Häusermann

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Handgezeichnete Profilzeichnung einer Comicfigur mit Cowboyhut und Halstuch auf gelbem Papier; anstelle des Mundes ist eine Schweizer Briefmarke mit der Aufschrift "Helvetia" aufgeklebt.

«Sie erzählen Geschichten. Jede hat bereits eine Reise hinter sich – ich möchte ein weiteres Kapitel anfügen», erklärt Germaine Egli. Auf die Idee ist die 49-Jährige gekommen, als sie die grosse Briefmarkensammlung aus ihrer Kindheit verkaufen wollte. Ein Philatelist erklärte ihr, ihr vermeintlicher Schatz sei wertlos, da die meisten Marken aus Millionenauflagen stammten. «Zurück im Atelier blätterte ich durch das Album und betrachtete die Marken aus einer neuen Perspektive – nicht als Sammlerstücke, sondern als kleine Kunstwerke. Ich begann, ihre Geschichten weiterzuspinnen.» Ihre Werke stellt sie regelmässig aus, unter anderem an der «Schau!Werk» in Zürich, einer Messe für Grafik, Illustration und Fotografie. «Bei den Ausstellungen und Märkten treffe ich immer wieder auf begeisterte Markenfans – viele von ihnen haben selbst einmal Briefmarken gesammelt und verbinden schöne Erinnerungen damit.»

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verfasst von

Thomas Häusermann