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Der Brief 2.0: sicher, schnell und voll digital
Ab 1. April gehört der Digitale Brief zur postalischen Grundversorgung. Nutzerinnen und Nutzer können Briefe digital auf dem Smartphone empfangen. Und wenn sie ihre Briefe lieber weiterhin physisch erhalten, lässt die Post digital aufgegebene Sendungen bei spezialisierten Partnern drucken und couvertieren – und stellt sie danach wie gewohnt zu.
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Briefe transportiert die Post seit jeher sicher und vertraulich. Jetzt leistet sie diesen Service public sowohl in der physischen als auch in der virtuellen Welt. Das geht so: Absender erfassen in der Post-App einen Brief digital und verschicken ihn an die postalische Adresse des Empfängers. Die Post stellt den Brief über den Kanal zu, den der Empfänger wünscht – also entweder unmittelbar in den digitalen Briefkasten in der Post-App oder ausgedruckt und couvertiert in den klassischen Briefkasten.
Sicher ist sicher
Auch beim digitalen Brief ist Sicherheit das vielleicht wichtigste Element. Deshalb wird der digitale Brief in der Schweiz verarbeitet und gespeichert – auf einer sicheren, zertifizierten Infrastruktur, die den Vorgaben der Postverordnung entspricht. Die Postcom kontrolliert deren Einhaltung. Übertragen werden digitale Briefe selbstverständlich verschlüsselt. Nach der Zustellung ist der Inhalt nur für den Empfänger lesbar. Die Post kann die Inhalte nicht einsehen und gibt auch keine Daten an Dritte weiter. Der Empfänger bestimmt die Aufbewahrungsdauer selbst: Er kann den digitalen Brief ohne Frist in seiner Post-App speichern oder lokal bei sich ablegen.
Aus digital wird physisch
Was aber, wenn der Digitale Brief physisch zugestellt werden soll? Das zeigt ein Besuch bei der Firma Faigle im Uetlihof Zürich. Faigle ist einer der Druckerei-Partner, die für die Post künftig solche Briefe aufbereiten und verschicken sollen. Der Kunden- und Compliance-Verantwortliche Benjamin Pozzi erklärt: «Wir übernahmen diese Druckerei von UBS beziehungsweise von der ehemaligen Credit Suisse – das heisst, dass wir sämtliche Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllen wie eine Grossbank.» Optimal für die Post, die so ihre eigenen höchsten Compliance-Anforderungen erfüllt sieht. Für unsere Geschäfts- und Privatkunden sind damit Digitale Briefe, die nicht digital, sondern physisch zugestellt werden, genau so sicher.
60 000 Briefe pro Stunde
Nenad Perovanovic, Leiter der Druckproduktion Uetlihof, führt durch die Hallen, in denen Digitale Briefe in die analoge Welt geholt werden. Er bleibt an einer der Maschinenstrassen stehen, einer Reihe von weiss verkleideten Geräten, Transportbändern und Signallampen. Am einen Ende fast mannshohe Papierrollen, am anderen ein steter Strom von fertig bedruckten Bögen. «Diese Maschine», sagt er und zeigt auf den Papiereinzug, «verarbeitet bis zu 160 Laufmeter Papier pro Sekunde. Das sind bis zu 60 000 Seiten pro Stunde und Drucker.»
Kontrolle geht über alles
Das Tempo ist atemberaubend – und doch bleibt kein Brief unkontrolliert. Jeder einzelne wird per QR-Code eingelesen. Erst gedruckt, dann gefalzt, couvertiert, gebündelt. Und bei jedem Schritt prüft das System: Stimmen Dokument, Empfänger, Sendung überein? Passt alles? Bei Grossmengen von mehreren zehntausend Briefen pro Kunde ist das zwingend. Ein Fehler wäre einer zu viel. Aber nicht nur das System prüft alle Prozesse, sondern auch die Druckerei empfängt periodisch verschiedene Akteure für Sicherheits- und Qualitäts-Zertifikate. Das sei zwar teuer, sagt Benjamin Pozzi, «dafür wissen wir und wissen unsere Kunden, dass wir alle Anforderungen im Rahmen von gesetzlichen bis zu nachhaltigen Auflagen erfüllen.»
Keine Konkurrenz zum gedruckten Brief
Aus Sicht der Post ist klar: Der Digitale Brief soll den klassischen Brief nicht verdrängen, sondern ihn ergänzen, ab April 2026 ist er fester Bestandteil der Grundversorgung. Damit wollen wir dem Rückgang beim Briefgeschäft entgegenwirken: Bei rund 1,56 Milliarden adressierten Briefsendungen sind im Jahr 2025 bereits 4,5 Millionen Briefe digital aufgegeben worden. 1,8 Millionen davon wurden physisch zugestellt, 2,7 Millionen rein digital verarbeitet. Gemäss Faigle gibt es jedoch auch Anwendungsbereiche, in welcher eine Digitalisierung schwerer umzusetzen ist wie z.B. bei Mahnungen oder Einschreiben, wo der physische Versand weiterhin Priorität hat.