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Die Postkarten-Liebe

Von Sandra Gurtner | 04.10.2017

Im Fall von Catherine und Roger schrieb die schönste Geschichte für einmal nicht das Leben, sondern eine Postkarte. Die beiden haben sich vor zwei Jahren durch das Postkarten-Projekt «Postcrossing» kennengelernt und sind heute verheiratet.

Der Portugiese Paulo Magalhães gründete Postcrossing im 2005 aus dem einfachen Grund, mehr Postkarten zu erhalten. Aus seinem bescheidenen Wunsch ist mittlerweile ein riesiges Projekt geworden, das mehr als 600 000 Menschen in über 200 Ländern miteinander verbindet: Per Zufallsgenerator werden auf postcrossing.com Adressen von registrierten Nutzern anderen Nutzern zugeteilt. Alle, die an eine zugewiesene Adresse eine Postkarte senden, erhalten auch eine zurück. Dank einer solchen Postcrossing-Postkarte haben sich auch Catherine und Roger kennengelernt. Im Juli 2015 landete ihre Karte aus dem französischen Cholet in seinem Briefkasten in Zofingen und gleichzeitig einen Volltreffer: Die beiden schrieben sich weiter. Auf Postkarten folgten Briefe. Nach ein paar Skype-Gesprächen lernten sie sich beim Skifahren in der Schweiz schliesslich persönlich kennen. Vor einem Jahr ist Catherine dann in die Schweiz gezogen und im vergangenen Februar folgte der Heiratsantrag von Roger. Per Postkarte selbstverständlich. Seit August 2017 sind die beiden nun verheiratet. Obwohl die Hochzeitseinladung für einmal keine Postkarte war, forderten Catherine und Roger die Gäste auf, mittels Postkarte zu antworten. Sie erhielten über 200 schöne Karten, die an der Hochzeit als Platzschilder dienten.

©Ann Rachel Photographies

Postkarten machen Freu(n)de

Laut dem Gründer Magalhães ist es bei Postcrossing nichts Ungewöhnliches, dass Absender und Empfänger der Postkarten in Kontakt bleiben. Er kennt Hunderte Geschichten von Menschen, die sich so kennengelernt haben, Freunde wurden und sich irgendwann persönlich trafen. Für die Post Grund genug diesem Projekt drei Briefmarken zu widmen. Sie visualisieren mit comicartigen Zeichnungen von Max Spring, wie Schweizerinnen und Schweizer durch Postcrossing mit der Welt in Verbindung stehen und sind jetzt auf postshop.ch erhältlich. Mit der Post-App können sie übrigens gescannt werden und zeigen so, wie Postcrossing genau funktioniert. Weitere Informationen dazu gibt’s auf der Lupe online.

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