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Freier Zugriff auf unpersönliche Daten

Von Michael Blum | 01.12.2017

Die Post stellt unpersönliche Daten wie Strassennamen oder das Verzeichnis der Postleitzahlen auf einer Open-Data-Plattform frei zugänglich zur Verfügung.

Wer Millionen von Sendungen pro Tag verarbeitet und zustellt, der muss die Schweiz kennen. Von Aaarbach bis Zyma – die Schweizerische Post verfügt als Infrastruktur-Dienstleisterin entsprechend über grosse Mengen von Daten.

Ein erstes Set solcher Informationen hat die Post kürzlich auf einer eigens dafür eingerichteten Plattform veröffentlicht: post.ch/open-data. Es sind dies zum Beispiel Orts- Gemeinde und Strassenbezeichnungen, Details zu den physischen Zugangspunkten oder Verzeichnisse der Postleitzahlen.

Unter dem Stichwort «Open Data» stellen Behörden und Unternehmen ihre unpersönlichen Daten der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. So kann ein Beitrag zu mehr Transparenz, Innovation und Kosteneinsparungen geleistet werden. Auch der Bund und die Kantone treiben Open Data voran und haben unter opendata.swiss bereits mehrere tausend Datensätze publiziert. Mittels intelligenter Verknüpfung solcher offenen Daten können diese in vielen Lebensbereichen Nutzen stiften. Entsprechend der Charakteristik der Daten – z. B. reine geografische Merkmale – können keine Rückschlüsse auf Personen gezogen werden und der Datenschutz ist somit gewährleistet.

In einer Hochschul-Zusammenarbeit mit dem Human-IST Institut der Uni Fribourg erkundete die Post die Anwendungsmöglichkeiten eines ersten Sets an Daten im Rahmen eines Hackathons Ende November 2017. Edy Portmann ist Professor am Institut und hat den Hackathon organisiert.

Die Teilnehmer des Hackathon bekamen rohe Gebäude-Nutzungszahlen von Post Immobilien als Ausgangsmaterial. Was haben sie daraus gemacht?

Der Hackathon war so angelegt, dass die Teilnehmer in interdisziplinären Teams mittels Datenanalyse innovative Produkte erstellen sowie diese mit zugehörigen Geschäftsmodellen untermauern konnten. Obwohl die Backgrounds der Teilnehmer unterschiedlich waren, präsentierten trotzdem alle Teams nach 36 Stunden verwertbare Innovationsideen. Diese wurden am Schluss durch eine Fachjury bewertet und prämiert. Die besten Ideen werden nun von Post Immobilien weiterverfolgt.

Für den Laien kommen die Datentöpfe sehr unstrukturiert daher. Braucht es nicht einen sehr grossen Aufwand, etwas Sinnvolles daraus zu kreieren?

Mittels Analyse können in Rohdaten interessante Muster gefunden werden. Diese stehen jeweils für Fakten und sind deshalb verwertbare Informationen. Setzt man nun die gewonnenen Fakten in Kontext, so kommt man zu Erkenntnissen, welche überprüft werden können. Stellen sie sich als richtig heraus, so hat man neues Wissen generiert. Um aus unstrukturierten Daten Wissen zu generieren, braucht es neben Knowhow auch Kreativität. Trotzt des vermeintlich grossen Aufwands ist dieses Vorgehen für Produkt- und Geschäftsmodell-Innovation absolut legitim und vertretbar – oder vielmehr unumgänglich.

Für wen sind solchen Daten überhaupt nutzbar? IT-Grosskonzerne?

Generell sind diese Daten für Datenanalysten und -wissenschaftler jeglicher Couleur interessant, egal ob sie bei Grosskonzernen, Startups, Privat oder beim Staat damit arbeiten. Es geht, wie bereits gesagt, eher um die Umsetzung kreativer, innovativer Ideen, welche später zu neuen Produkten und Geschäftsmodellen heranreifen können. Grundsätzlich kann sich also jeder und jede mit Daten selbstverwirklichen und so Sinnstiftendes für die Gesellschaft, Verwaltung und/oder Wirtschaft kreieren.

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