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«…tief durchatmen, aber nicht zwingend vor einer weissen Wand»

Von Karin Frei | 03.09.2018

Praktische Tipps für das erste Videointerview bei einer Bewerbung

Bei einigen Rekrutierungsprozessen nutzen wir seit kurzem zeit- und ortsunabhängige Videointerviews. Nach einer ersten Selektion erhalten für uns interessante Bewerbende einen Link zur Interview-Seite, einem Tool für Videointerviews. Dort können sie in einer Testumgebung für das Videointerview proben und die Funktionen des Tools kennenlernen. Sobald sie sich sicher genug fühlen, können sie das Interview starten. Dabei werden den Bewerbenden Fragen gestellt, welche sie dann spontan und innerhalb eines bestimmten Zeitfensters beantworten müssen – ähnlich wie in einer normalen Interview-Situation.

Das Videointerview bietet den Bewerbenden so die Möglichkeit, einen zusätzlichen Eindruck von sich zu vermitteln und erste Fragen zu Berufserfahrung oder Bewerbungsmotivation zu beantworten. Wir sind überzeugt, dass Bewerbende mehr als ein Lebenslauf sind und möchten ihnen so früh wie möglich die Chance geben, durch ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten zu überzeugen.

Wie ist es, ein Videointerview ohne Gegenüber zu führen? Welche Punkte gibt es bei der Durchführung eines zeit- und ortsunabhängigen Videointerviews zu beachten? Wie kann man das Videointerview am besten nutzen, um zu überzeugen?

Viele Tipps von Aline, Stéphanie und Julien zum Videointerview findest du in unserem YouTube-Video.

Wir haben Julien noch einige zusätzliche Fragen gestellt.

Während des Bewerbungsprozesses für das Trainee-Programm bei der Post hast du ein Videointerview durchgeführt. Wie war das für dich?

Komisch. Und neu! Ich habe zuvor noch nie ein solches Interview durchführen müssen und es war erst einmal ziemlich nervenaufreibend, mich an die Idee zu gewöhnen. Auch das Fehlen eines Gegenübers war eher ungewöhnlich. Letztlich aber verlief das Interview ganz gut, wobei die Vorbereitungszeit sehr geholfen hat. Zudem konnte ich meine Kreativität und Persönlichkeit einbringen. Das hat mir geholfen, den Umständen entsprechend ruhig zu bleiben.

Was war für dich die grösste Herausforderung?

Die grösste Herausforderung war für mich einerseits das Fehlen des Gegenübers, wodurch ein direktes Feedback oder eine Reaktion ausgeblieben ist. Dies hat mich schon eher verunsichert. Andererseits war es für mich eine Challenge, Aspekte wie meine kreative Ader in das Video mit einfliessen zu lassen. Hier habe ich mir ein paar Tage lang den Kopf darüber zerbrochen.

Was würdest du bei einem erneuten Videointerview anders machen?

Ich glaube, ich wäre vielleicht noch etwas mutiger und würde mir einen anderen Ort aussuchen, als zu Hause. Und vielleicht etwas mehr lächeln – da macht einem die Nervosität doch noch oft einen Strich durch die Rechnung.

Was ist dein persönlicher Tipp um ein Videointerview möglichst erfolgreich zu meistern?

Standard-Tipp, aber sei du selbst! Tief durchatmen, ruhig bleiben und zeigen, wer du bist. Das ist schon die halbe Miete. Weiter hilft es sicherlich, wenn du dich wie auf ein normales Interview vorbereitest. Frag dich, was von dir verlangt werden könnte und suche dir für die Aufnahme einen Ort, an dem du dich wohl fühlst. Nicht vergessen: Du darfst auch kreativ sein und es muss keine weisse Wand hinter dir stehen.

Glaubst du, dass in Zukunft vermehrt digitale Technologien im Bewerbungsprozess eingesetzt werden?

Auf jeden Fall. Wenn sich die digitalen Technologien weiter etablieren, können sie den Aufwand bei Bewerbungen deutlich reduzieren. Auch glaube ich daran, dass zukünftig immer mehr Studenten auch international nach Arbeitsstellen suchen und bereit sind, woanders zu leben und eine neue Chance in Angriff zu nehmen. Hier sind digitale Interviews unabdingbar.

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