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Handgeschriebenes rockt!

Von Sandra Gurtner | 12.05.2017

Wir schreiben so viel wie noch nie: Blogs, Social-Media-Kanäle und E-Mails machen es möglich, dass wir uns schnell und jederzeit ausdrücken können. Doch da zeichnet sich ein Trend ab, der sich von der digitalen Kommunikationsentwicklung überhaupt nicht beeindrucken lässt: Die Rede ist von handgeschriebenen Briefen, Karten und Schildern. Wir gehen der Vorliebe für handgefertigte Einzelstücke auf den Grund.

Post A Letter

Schreibschrift als Kulturgut treibt schon eine Weile ihre Blüten. Neben wachsenden Angeboten an vielen Weiterbildungsinstituten, schiessen auch private Aktionen aus dem Boden. Eine davon ist «Post A Letter», ein sozial aktiver Club, der weltweit Menschen zum Briefeschreiben zusammenbringt. An den Pop-Up Events treffen sich Briefenthusiasten einmal im Monat zum gemeinsamen Schreiben und Basteln von Briefen und Karten. Papiere, Couverts und andere kreative Utensilien werden zur Verfügung gestellt oder selber mitgebracht. Und das scheint zu gefallen: Die Veranstaltungen stossen auf so viel Anklang, dass sie nicht nur in Dänemark, Deutschland, Neuseeland, Kanada und Japan, sondern jetzt auch bei uns in der Schweiz durchgeführt werden. Den beiden Initiantinnen von «Post A Letter» Bern gefällt am Gestalten der persönlichen Botschaften vor allem, dass man einen ruhigen Moment der Kreativität geniessen und gleichzeitig jemanden mit unerwarteter Post überraschen kann. Sie wollen die Menschen dazu animieren, wieder vermehrt Briefe zu schreiben, um Freude zu verbreiten. Auf der Facebook Seite von Post A Letter Bern finden sich die nächsten Daten der beliebten Schreibevents. Die Briefmarken dafür werden übrigens von uns offeriert.

Handlettering und Kalligraphie

Handgeschriebenes eignet sich aber nicht nur für private Nachrichten gut. Vermehrt basieren auch Geschäftsideen auf der Kunst der Handkreationen: Verschiedene Kreativbetriebe beschäftigen Kalligraphie- und Lettering-Teams, die im Kundenauftrag Kommunikationsmassnahmen wie Karten, Schilder oder persönliche Kundengeschenke erstellen. Es erstaunt also nicht, dass derzeit viele geübte Anbieter ihr Hobby zum Beruf machen und Handlettering- und Kalligrafiekurse in Weiterbildungsinstituten im In- und Ausland boomen.

Das Handschrift-Revival

Eine in 2014 erschienene Studie vom Reutlinger Pragma Institut besagt, dass handschriftliches Schreiben aktuell eine Renaissance erfährt. So empfinden offenbar 91% der 16- bis 30-jährigen Befragten, dass «Handgeschriebenes von besonderem Wert ist». Die Ergebnisse deuten also darauf hin, dass sich gerade bei dieser jungen Zielgruppe ein Wertewandel vollzieht, der unabhängig vom digitalen Zeitalter Anklang findet. Eines scheint also festzustehen: Von Hand geschriebene Botschaften lösen Emotionen aus, die berühren.