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«Wir suchen Intrapreneure»

Von Sandra Gurtner | 14.12.2018

Lorenz Wyss ist beeindruckt vom Ideenreichtum der 60’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post. Im Interview verrät er, wie Ideen zu Innovationen werden.

Lorenz, durch Open Innovation hat sich die Post für Kooperationen mit Startups geöffnet. Doch wie wichtig ist dir Innovation, die von innen kommt?

Durch Open Innovation erschliesst sich die Post das innovative Potenzial von Startups. Im Bereich Ideation kümmern wir uns ergänzend um Ideen, die direkt von unseren eigenen Teams kommen: Bei weltweit 60’000 Mitarbeitenden ist das ein immenses Potenzial. Aber ganz unabhängig davon, woher die Ideen kommen: Das Thema Innovation wird bei der Post generell sehr ernst genommen und wirklich gelebt. Schliesslich differenzieren sich Unternehmen heute weniger durch ihre Produkte, sondern vor allem auch durch die Erlebnisse, die sie ihren Kunden vermitteln. Um diese optimal zu gestalten, muss man einfallsreich und äusserst nutzerfokussiert sein.

Wie schöpfst du den internen Ideenreichtum aus?

In den letzten Jahren haben wir viele tausend Ideen von unseren Mitarbeitenden erhalten – mit ganz unterschiedlichen Zielsetzungen. Manche Vorschläge beziehen sich auf neue Geschäftsfelder, andere betreffen unsere tägliche Arbeit. Nur mit einem gut strukturierten Ideen- und Innovationsmanagement können wir diese Fülle in echte Werte überführen. Am Anfang ist eine Idee ja noch keine Innovation – sie muss erst dazu «ausgebaut» werden. Und so verstehe ich auch unsere Rolle und Aufgabe in der Post: Wir sind «Innovationsarchitekten», die helfen, neue Ansätze zu entwickeln und weiterzutreiben – bis am Ende eine marktfähige und kundenzentrierte Lösung daraus wird.

Und wie werden aus Ideen Innovationen?

Dafür haben wir verschiedene Formate und Tools im Einsatz: z. B. unsere Postidea-Webplattform, über die Ideen eingereicht werden. Hier entscheidet ein Experte innerhalb von 30 Tagen, ob der jeweilige Vorschlag weiterbearbeitet wird. Es gibt aber auch andere Formate wie unsere Verification- und Boost-Camps: drei- bzw. fünftägige Workshops, in denen Lösungen entwickelt und gleich in eine Testphase überführt werden. Schliesslich nutzt die beste Idee nichts, wenn sie bei den Menschen nachher nicht ankommt. Für diese Camps wird unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Zeit zur Verfügung gestellt, damit rasch effektive Ergebnisse erzielt werden können.

Welche Erwartungen hast du als Head Ideation an junge Talente?

Wir suchen «Intrapreneure», also Menschen, die über den Tellerrand hinausdenken und eine gewisse Hands-on-Mentalität mitbringen: Um mit der hohen Komplexität des Marktes mitzuhalten, müssen wir Ideen frühzeitig testen, validieren und verbessern können. Wer sich in einer solchen agilen Lernkultur und in dynamischen Arbeitsumgebungen wohlfühlt, ist bei uns genau richtig.

Mehr zu den Innovationen der Post: www.post.ch/innovation 

Dieses Interview erschien im Magazin «Universum Top 100» und wird hier leicht angepasst publiziert.
Interview: Ute Liebig, Foto: Simone Schuldis.

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