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Wie du deinen persönlichen Fokus effektiv schärfen kannst

Von Joël Krapf | 19.10.2017 | 0 Kommentare

Wir sind eine Multioptionsgesellschaft. Täglich bieten sich uns neue Möglichkeiten, denen wir nachgehen könnten. Doch erfolgreich sind wir dann, wenn wir uns fokussieren. Diese kurze Anleitung zeigt, wie der eigene Fokus effektiv geschärft werden kann und warum das wichtig ist.

Die Multioptionsgesellschaft ist kein neues Phänomen, schon seit über zwanzig Jahren wird darüber geschrieben. Mit der Digitalisierung hat sich dieser Megatrend allerdings noch verstärkt, da immer mehr neue Opportunitäten immer schneller scheinbar nur darauf warten, von uns genutzt zu werden.

Warum es wichtig ist, einen Fokus zu haben

Trotz oder gerade wegen dieser Optionenvielfalt ist es essenziell, dass wir uns bei der Arbeit einen Fokus setzen. Wenn wir alles verfolgen, das irgendwie interessant ist, verzetteln wir uns. Wichtig bei der Arbeit ist es jedoch, dass etwas umgesetzt wird und Wirkung entfaltet. Dafür braucht es einen Fokus. 

Stets hektische und vom Kalender getriebene Menschen sind ein Phänomen, das in Büros sehr oft beobachtet werden kann. Wer jedoch wirklich etwas bewegen will, der sollte nicht getrieben werden, sondern selber treiben. Dafür braucht es einen Fokus.

Wer etwas Neues vorantreiben möchte, der benötigt dazu natürlich auch die entsprechenden Kompetenzen. Diese müssen meist spezifisch und vertieft entwickelt werden, um so im Thema die nötige Expertise zu besitzen. Dafür braucht es einen Fokus.

Die Expertise muss schliesslich auch umgesetzt werden (können), was bei der Arbeit v.a. dann möglich ist, wenn die Expertise bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten bekannt und anerkannt ist. Dafür braucht es einen Fokus.

Einer der grössten Motivatoren für Arbeit ist die Sinnhaftigkeit. Wer in seiner Arbeit eine Bedeutung sieht und sich mit ihr identifizieren kann, der ist motivierter, hat mehr Spass und oft auch mehr Erfolg. Dafür braucht es einen Fokus.

Wie man seinen eigenen Fokus findet

Das Schwierige beim Fokus ist nicht das Wissen um seine Wichtigkeit. Vielmehr birgt der Alltag viele Stolpersteine, damit wir uns um alles kümmern, nur nicht um das, worauf wir uns fokussieren wollen. Dies meint nicht (nur) die stetigen Ablenkungen von Kurzmitteilungen, Mails oder Statusupdates auf sozialen Medien. Auch bei der Arbeit an sich ist die Gefahr gross, auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen, die spannend und interessant sind.

Da ich selbst ein Paradebeispiel dafür bin, (zu) vieles spannend und interessant zu finden, habe ich für mich persönlich ein Fokusdreieck gebastelt (siehe unten). Dieses soll mir dabei helfen, mich auf jene Dinge zu fokussieren, die mir für die Arbeit wichtig sind. In der Mitte habe ich dabei das Thema gesetzt, das mich derzeit am meisten beschäftigt und antreibt: Die digitale Transformation. Dieser «Treiber» ist mein Nordstern, der meine Aktivitäten grundsätzlich leiten soll.

Zusätzlich habe ich drei Subthemen formuliert, die ich (temporär) zentral verfolge, um mein Hauptthema «digitale Transformation» in meiner Arbeit konkret voranzutreiben: Digitale Kompetenzen, Agilität / Arbeitswelt 4.0 und Change Management. 

Dieses Fokusdreieck ist natürlich ein persönliches und individuelles Beispiel, das nicht einfach so übernommen werden kann. Doch als Referenzrahmen kann es helfen, den persönlichen Haupttreiber sowie die drei Subthemen zu formulieren und so den eigenen Fokus zu finden.

Beispiel eines Fokusdreiecks (eigene Darstellung)

Was konkret mit dem Fokusdreieck gemacht werden kann

Mit dem Fokusdreieck hat man nun erst einmal eine Orientierung, welche Themen man für persönlich wichtig erachtet. Wirkung entfaltet der Fokus aber erst, wenn er als Grundlage dient, um die eigenen Arbeitsinhalte abzustimmen.

Gleichzeitig ist das Fokusdreieck keine Konstruktion für die Ewigkeit. Während der zentrale Treiber in der Mitte etwas stabiler sein sollte, sind die Subthemen, die den Treiber stärken sollen, flexibler zu gestalten. Das heisst, es braucht eine kontinuierliche Reflexion darüber, ob noch die richtigen Themen verfolgt werden, um dem persönlichen Treiber gerecht zu werden. Und auch dieser Treiber muss regelmässig hinterfragt werden. Das muss nicht einmal eine grosse Übung sein. Die Zugfahrt am Morgen kann hier beispielsweise ideal dazu genutzt werden, seinen Fokus regelmässig zu hinterfragen.

Eine tolle Methode, um den Fokus aktiv auszuleben, stellt zudem «Working out Loud» dar (vgl. Link für Details). Auch der Lernzyklus von Kolb ist eine hilfreiche Grundlage: Er zeigt auf, wie Aktion und Reflexion dazu genutzt werden können, um in einem Thema durch Erfahrungslernen stetig besser zu werden.

Fazit

Die Optionenvielfalt nimmt zu, und wir drohen, in ihrer Flut unterzugehen. Wenn wir effektiv sowie effizient arbeiten wollen und uns diese Arbeit auch noch Spass machen soll, weil wir uns damit identifizieren können, dann brauchen wir einen Fokus.

Das Fokusdreieck ist eine Methode, die hilft, den eigenen Fokus zu finden und schliesslich auch zu verfolgen. Nun muss nur noch der persönliche Treiber gefunden werden.

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