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Im Aargau fahren die ersten Postautos mit Brennstoffzellenantrieb

PostAuto setzt als erstes Schweizer Unternehmen die Brennstoffzellentechnologie im öffentlichen Verkehr ein. Ab Fahrplanwechsel im Dezember 2011 fahren auf PostAuto-Linien in und um Brugg (AG) Brennstoffzellenpostautos. Der Langzeittest wird von verschiedenen Partnern massgeblich unterstützt, wie etwa vom Kanton Aargau, dem Bundesamt für Energie und der Europäischen Union.

In den nächsten fünf Jahren testet PostAuto den Brennstoffzellenantrieb und nutzt als erstes Schweizer ÖV-Unternehmen Wasserstoff als Treibstoff. Ab 11. Dezember 2011 nehmen fünf Brennstoffzellenpostautos in Brugg schrittweise den Linienbetrieb auf.

Einsatz im Linienverkehr

Das dichte PostAuto-Liniennetz rund um Brugg eignet sich bezüglich Topographie und Linienführung gut für den Test. Betrieben werden die 5 Brennstoffzellenpostautos vom PostAuto-Unternehmen Voegtlin-Meyer AG. An dessen Standort in Brugg werden die fünf Postautos garagiert und betankt. Der Kanton Aargau unterstützt das Projekt Brennstoffzellenpostauto als Partner während fünf Jahren mit insgesamt 1,5 Millionen Franken aus dem Swisslos-Fonds.

Erste Wasserstofftankstelle für Busse

PostAuto baut in den nächsten Monaten in Brugg die erste Wasserstofftankstelle für Busse in der Schweiz. Deren Inbetriebnahme ist im Frühling 2012 geplant. Zu Beginn werden an der Tankstelle nur die Brennstoffzellenpostautos betankt. Es ist jedoch möglich, dass dort später auch andere Fahrzeuge tanken werden, darunter Forschungsfahrzeuge des Paul Scherrer Instituts, einem weiteren Projektpartner.

2000 Tonnen weniger CO2

Der Langzeittest richtet sich an der ökologischen Nachhaltigkeit aus. Der grösste Teil des Wasserstoffs wird bei der Tankstelle in Brugg produziert. Er wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Sonnen-, Windenergie und Biomasseanlagen gewonnen. Die Brugger Energieversorgerin IBB liefert den Strom für die Produktion. Die Herstellung des Wasserstoffs verhält sich CO2-neutral. Beim Fahren entstehen keine Abgase – ausgestossen wird lediglich Wasserdampf – und die Lärmemissionen sind äusserst gering. Zudem gewinnen die Postautos beim Bremsen Energie zurück, die gespeichert und später zum Fahren oder beispielsweise für Heizung und Klimaanlage verwendet wird. PostAuto rechnet damit, während der fünfjährigen Versuchsphase mindestens 2000 Tonnen CO2 einzusparen.

Hybridantriebe im Test

Nach den 5 Einsatzjahren sollen fundierte Kenntnisse über die neuartige Brennstoffzellen-Hybrid Technologie im Dauereinsatz und unter Alltagsbedingungen vorliegen. Seit zwei Jahren testet PostAuto den Diesel-Hybrid-Antrieb. Mit der Erweiterung der Tests will das führende Busunternehmen im öffentlichen Verkehr alternative Antriebsarten fördern. Diese Ziele verfolgt auch die Schweizerische Post als Konzern in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie.

Fünf Mercedes-Benz Brennstoffzellen-Hybridbusse

Die Betankung der fünf baugleichen Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybridbusse erfolgt ausschliesslich mit Wasserstoff. Der Wasserstoff wird in elektrische Antriebsenergie umgewandelt. Es handelt sich um ein Niederflurmodell mit Brennstoffzellen-Hybrid Antrieb der dritten Generation. Der Prototyp wurde 2009 lanciert, ab 2016 könnte die Serienfertigung erfolgen.

Partner an Investitionen beteiligt

Die getätigten Investitionen sind beträchtlich. Allein für die Beschaffung der fünf Postautos sind rund 11 Millionen Franken eingeplant. Das Projekt kann nur dank finanzieller Unterstützung durch öffentliche Institutionen und in Zusammenarbeit mit bedeutenden Partnern aus Wirtschaft und Forschung realisiert werden.

Die Partner Brennstoffzellenpostautos:

  • PostAuto Schweiz AG
  • Die Schweizerische Post
  • Europäische Union: Projekt CHIC (Aargau, Bozen, London, Mailand, Oslo)
  • Kanton Aargau
  • Bundesamt für Energie
  • Empa
  • Daimler Buses: EvoBus GmbH Mannheim und EvoBus (Schweiz) AG
  • Paul Scherrer Institut, Villigen
  • IBB Holding AG, Brugg
  • Carbagas AG, Gümligen

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