Medienmitteilungen Mobility Solutions AG, Medienmitteilungen

Verwaltungsratspräsident kündigt lückenlose Aufklärung der illegalen Buchungspraxis an

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller hat im Anschluss an die Beratungen und Beschlüsse des Verwaltungsrats zur illegalen Buchungspraxis in der Spartenrechnung bei PostAuto in den Jahren 2007 bis 2015 Stellung genommen. An einer Medienorientierung stellte er heute Sofortmassnahmen des Verwaltungsrats zur Aufarbeitung dieses gravierenden Vorfalls vor. Im Zentrum dieser Massnahmen steht eine speziell für die Führung der Untersuchungen geschaffene Organisation. Diese klärt die Sachlage und die Verantwortlichkeiten umfassend ab und wird direkt dem Verwaltungsratspräsidenten unterstellt. Zudem wird die interimistische Führung von PostAuto unter Thomas Baur mit einem Team von internen und externen Experten verstärkt. Der Verwaltungsrat spricht der Konzernleiterin Susanne Ruoff sein Vertrauen aus. Neue Erkenntnisse in den Abklärungen des Sachverhaltes liegen derzeit nicht vor.

Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller: «Die Schweizerische Post, die mit ihren 60'000 Mitarbeitenden seit bald 170 Jahren hohes Vertrauen im Inland und Ausland geniesst und jeden Tag hervorragende Leistungen in der flächendeckenden Grundversorgung erbringt, hat grossen Schaden erlitten». Die Post sei mit einem in ihrer Geschichte einzigartigen Vorfall konfrontiert, sagt Urs Schwaller. «Es handelt sich um ein Systemproblem ungeahnten Ausmasses und um ein Versagen auch der Kontrollinstanzen während vieler Jahre. Ich entschuldige mich dafür in aller Form bei unseren Mitarbeitenden, die Tag für Tag eine hervorragende Arbeit machen und die ohne eigenes Verschulden unter dieser Krise leiden, bei unseren Kunden und bei der Öffentlichkeit». Es gelte jetzt, den Sachverhalt und die Verantwortlichkeiten rasch und umfassend zu klären und die Organisation und Prozesse zu reformieren.

An der Medienkonferenz vom 6. Februar hatte die Post den Sachverhalt so umfassend wie zu diesem Zeitpunkt möglich geschildert. Weitere Erkenntnisse können erst nach Vorliegen des Abschlussberichtes zu den jetzt laufenden Untersuchungen kommuniziert werden.

Post will volle Transparenz schaffen

Für eine lückenlose Aufklärung übernimmt ein Team mit unabhängigen Experten die Leitung der Untersuchung. Diese Taskforce ist direkt dem Verwaltungsratspräsidenten unterstellt. So kann sichergestellt werden, dass die Untersuchung unabhängig und in der nötigen Tiefe geführt wird. Mit dieser Massnahme soll die Untersuchung der Verantwortlichkeiten auch beschleunigt werden. Der Verwaltungsrat erwartet erste klare Aufschlüsse bis im Mai 2018. 

Verwaltungsrat spricht Susanne Ruoff sein Vertrauen aus

An seiner gestrigen Sitzung hat der Verwaltungsrat Konzernleiterin Susanne Ruoff das Vertrauen des Gremiums ausgesprochen. Sie wird sich, wie bereits angekündigt, auf die operative Führung des Konzerns konzentrieren, währendem für die Untersuchung ausschliesslich der Präsident des Verwaltungsrats zuständig ist. Urs Schwaller: «Dieses Vorgehen ist uns sehr wichtig, um damit auch die Verantwortlichkeiten auf Stufe Konzernleitung und Verwaltungsrat überprüfen zu können». Er warnte gleichzeitig vor Vorverurteilungen von Personen in dieser insgesamt sehr komplexen Angelegenheit.

Konkrete Massnahmen ergriffen

Folgende Massnahmen hatte die Post am 6. Februar bereits kommuniziert:

  • Die Post wird die zu viel erhaltenen Abgeltungen in der Höhe von rund 78 Mio. Franken vollumfänglich an den Bund und die betroffenen Kantone zurückerstatten.
  • Das Bundesamt für Verkehr (BAV) bestimmt die Modalitäten, wie diese Rückerstattung erfolgen soll.
  • PostAuto wird dem BAV ein neues Verrechnungskonzept für den abgeltungsberechtigten Regionalen Personenverkehr vorlegen und dieses eingehend durch das BAV prüfen lassen. Für den Verwaltungsrat ist unabdingbar, dass dieses bis Mitte Jahr genehmigt ist.
  • Es wird ein Complianceprogramm zur Sicherstellung der Einhaltung der subventionsrechtlichen Vorgaben etabliert.

Zusätzlich hat der Verwaltungsrat folgende weitere Massnahmen beschlossen:

  • Eine Taskforce mit unabhängigen Experten wird die weitere Untersuchung auf Stufe Verwaltungsrat vorantreiben und rapportiert direkt an den Verwaltungsratspräsidenten.
  • Die Ad-interim-Führung von PostAuto unter der Leitung von Thomas Baur wird mit weiteren Personen ergänzt, um das operative Geschäft sicherzustellen. Das Team, bestehend aus Experten aus den Bereichen Finanzen, Personal, Strategie, Kommunikation und Politik stellt die ordnungsgemässe Umsetzung sämtlicher beschlossener Massnahmen sicher. Die Geschäftsleitung PostAuto wird diesem Ad-interim-Führungsteam unterstellt.
  • Für die Mitglieder der Geschäftsleitung PostAuto wird der variable Lohnanteil für das Jahr 2017 aufgeschoben. 
  • Die Konzernleiterin hat sich entschieden, dass eine Ausrichtung ihres variablen Lohnanteils für das Jahr 2017 ebenfalls aufgeschoben wird. 
  • Die gesamte Governance der PostAuto wird überprüft und wo nötig angepasst werden. Reformen der Strukturen und Aufsichtsgremien sind Teil dieses Prozesses.
  • Die Strategie von PostAuto wird einer grundsätzlichen Prüfung unterzogen. 
  • Investitionen in künftige Vorhaben und Projekte bei PostAuto werden neu beurteilt und sorgfältig überprüft. Neue Akquisitionsvorhaben werden gestoppt.  
  • Das Bereichsziel von PostAuto für das Geschäftsjahr 2018 wird angepasst. Auf ein EBIT-Ziel für PostAuto wird verzichtet.

Die Nachfolgeplanung für die Leitung von PostAuto läuft und die externe Nachfolgeregelung soll in den nächsten Wochen kommuniziert werden.

Auskunft:
Medienstelle Post, 058 341 00 00, presse@post.ch