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Das Resultat entspricht den Erwartungen in einem herausfordernden Markt

In den ersten drei Quartalen 2019 beträgt der Konzerngewinn der Post 263 Millionen Franken und verringert sich damit gegenüber der Vorjahresperiode um 54 Millionen Franken. Ausschlaggebend für diesen Rückgang sind die herausfordernden Marktbedingungen, welche sich unter anderem in einem um 129 Millionen Franken tieferen Zinsertrag bei PostFinance auswirken.

PostFinance und PostMail haben in der Vergangenheit am stärksten zu den guten Ergebnissen der Post beigetragen, für beide sind die Rahmenbedingungen jedoch schwierig. Dank Effizienzsteigerungen konnte PostMail trotz weiter sinkenden Briefmengen ein gutes Ergebnis erzielen. Auch PostFinance unternimmt grosse Anstrengungen, die anhaltenden Tiefzinsen beeinflussen jedoch das Konzernergebnis und können längerfristig nicht mehr über andere Erträge oder Effizienzmassnahmen kompensiert werden. Auch nicht durch ansteigende Paketmengen. Diese Mengen sind zwar erfreulich, die Post befindet sich im Paketmarkt aber in einem hart umkämpften Wettbewerb und bewältigt die grosse Paketmenge nur dank hoher Investitionen in die Infrastruktur. «Das Ergebnis im dritten Quartal ist wie von uns erwartet tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Es widerspiegelt die Entwicklungen in einem herausfordernden Markt. Dank intensiven Anstrengungen in allen Geschäftsbereichen ist das Ergebnis indes nicht im gleichen Masse zurückgegangen, wie die Rahmenbedingungen sich verschlechtert haben», sagt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post. Mit grossem Interesse verfolgt die Post die vom Bundesrat angestossene Diskussion um die Aufhebung des Kreditvergabeverbots. Vor dem Hintergrund der grossen Herausforderungen sucht die Post auch nach Möglichkeiten, um sich neue Ertragsquellen zu erschliessen. «Wir wollen die Grundversorgung auch künftig aus eigenen Mitteln finanzieren, was jedoch mittelfristig angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen infrage gestellt ist», sagt Glanzmann.

Wachsende Paketmengen

Die von der Post verarbeitete Paketmenge ist erneut um 7 Prozent gestiegen. Bereits heute stellt die Post werktags durchschnittlich mehr als eine halbe Million Pakete zu. Wobei infolge harten Wettbewerbs im Paketmarkt ein grosser Preisdruck herrscht. Zudem erfordern die stetig wachsenden Paketmengen grosse Investitionen in neue Paketzentren. Das Betriebsergebnis von PostLogistics sank daher um 5 Millionen auf 96 Millionen Franken. Der Betriebsertrag liegt hingegen mit 1'251 Millionen Franken um 32 Millionen über dem Vorjahr. Die langfristigen Investitionen in die neuen regionalen Paketzentren verbessern die Logistikprozesse deutlich – so entlastet das kürzlich in Cadenazzo (TI) in Betrieb genommene Paketzentrum jenes in Härkingen (SO).

Schwindende Briefmengen

Obwohl die Briefmengen erneut um 4,5 Prozent zurückgingen, erzielte PostMail in den ersten neun Monaten des Jahres ein Betriebsergebnis von 257 Millionen Franken. Sie übertraf damit den Vorjahreswert um 4 Millionen Franken. Hauptgrund für diesen Erfolg ist, dass PostMail ihren Betriebsaufwand um 81 Millionen Franken reduzieren konnte, auch wenn der Betriebsertrag nicht zuletzt wegen der sinkenden Briefmengen um 77 Millionen Franken geringer ausfiel als im Vorjahr. Am Beispiel der Briefpost zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig das tagtägliche Engagement der Mitarbeitenden ist. Das Optimierungspotenzial wird für PostMail indes zunehmend kleiner, um Mindereinnahmen wegen sinkender Brief- und Zeitungsmengen aufzufangen.

Grosses Engagement der Mitarbeitenden

Dass das Betriebsergebnis (EBIT) der Post mit 371 Millionen Franken um 22 Millionen unter dem Vorjahr liegt, ist insbesondere der anhaltend schwierigen Zinssituation bei PostFinance und der angespannten Mengen- und Wettbewerbssituation in den anderen Märkten geschuldet. Diese Entwicklung zeichnet sich seit Jahren ab und die Post hat die Problematik wiederholt thematisiert, wobei sie sich nach Kräften dagegenstemmt. Mit welch grossem Engagement sich die Mitarbeitenden für die Post einsetzen, zeigen die Ergebnisse in anderen Bereichen wie beispielsweise bei PostNetz. Hier gelang es, das Defizit über die letzten Jahre hinweg massiv zu verkleinern. Aktuell beträgt das Betriebsergebnis von PostNetz -103 Millionen Franken. Es fällt damit zwar rund 9 Millionen Franken tiefer aus als in der entsprechenden Vorjahresperiode, das ist jedoch auf Rückstellungen für angekündigte Restrukturierungen zurückzuführen. Einen positiven Beitrag liefert einmal mehr auch Swiss Post Solutions, die ihr Betriebsergebnis stetig verbessern und es gegenüber dem Vorjahr nochmals um 14 Prozent (3 Millionen Franken) auf 25 Millionen Franken steigern konnte. Der Betriebsertrag erhöhte sich um 16 Millionen Franken auf 445 Millionen Franken.

Postautofahren immer beliebter

Das umfassende ÖV-Angebot von PostAuto erfreut sich einer steigenden Fahrgastnachfrage, die auch auf das zusätzliche Fahrplanangebot zurückzuführen ist. Der Betriebsertrag stieg gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent an. Das Betriebsergebnis verbesserte sich aufgrund des Wegfalls der Rückzahlung von zu viel erhaltenen Subventionen an die Besteller im Vorjahr um 12 Millionen Franken auf -8 Millionen Franken. Mit dem Verkauf von CarPostal France an Keolis S.A. beendete die Post Ende September 2019 das Engagement von PostAuto in Frankreich und richtet ihren Fokus auf den Schweizer Markt und das Fürstentum Liechtenstein.

Kennzahlen Konzern

Einheit Jahr 2018 30.09.2018 30.09.2019
Betriebsertrag Mio. CHF 7’268 [1] 5’390 [1] 5’307
Betriebsergebnis (EBIT) [2] Mio. CHF 507 [1] 393 [1] 371
Konzerngewinn Mio. CHF 405 317 263
Bilanzsumme Mio. CHF 124’202 [1] 128’108 [1] 123’553
Eigenkapital Mio. CHF 6’732 [1] 6’993 [1] 7’014
Investitionen Mio. CHF 412 275 305
Personalbestand Konzern PE [3] 39’932 [4] 39’928 [4] 39’523

 

1 Die Werte wurden angepasst. PostNetz hat eine Anpassung im Ausweis Umsatz und Aufwand aus Handelswaren vorgenommen. PostAuto klassierte die CarPostalFrance-Gruppe als aufgegebenen Geschäftsbereich.
2 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
3  PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen, ohne Lernpersonal.
4 Im Segment PostMail wurde bei zwei Tochtergesellschaften die Berechnung des Durchschnittbestands auf Vollzeitstellen (ohne Lernpersonal) überarbeitet, was zur Anpassung des Vorjahreswerts führte. Im Segment PostAuto wurde das Jahr 2018 aufgrund der Klassifizierung der CarPostal-France-Gruppe als zur Veräusserung gehaltene Abgangsgruppe und aufgegebener Geschäftsbereich angepasst.

Kennzahlen PostFinance AG

Einheit Jahr 2018 30.09.2018 30.09.2019
Anzahl Kundinnen und Kunden Tausend 2’857 2’880 2’764
Kundenvermögen Mio. CHF 118’943 121’070 117’511
Kundenvermögen in Partnerlösungen Mio. CHF 10’074 10’497 11’610
Hypotheken [1] Mio. CHF 5’816 5’789 5’944
Entwicklung Kundenvermögen Mio. CHF -854 1’273 -1’432
Personalbestand PE [2] 3’325 3’346 3’238

 

1 In Kooperation mit Partnerbanken.
2 PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen. Bestand PostFinance Stammhaus.

Ausgewählte Kennzahlen Segmente

30.09.2019 Betriebsertrag
(Mio. CHF)
Betriebsergebnis
(Mio. CHF) [1]
Kommunikationsmarkt PostMail 1’912 257
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 445 25
Kommunikationsmarkt PostNetz [2] 503 -103
Logistikmarkt PostLogistics 1’251 96
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance 1’245 207
Personenverkehrsmarkt PostAuto 632 -8

 

30.09.2018 Betriebsertrag
(Mio. CHF)
Betriebsergebnis
(Mio. CHF) [1]
Kommunikationsmarkt PostMail 1’989 253
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 429 22
Kommunikationsmarkt PostNetz [2] 543 [3] -94
Logistikmarkt PostLogistics 1’219 101
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance 1’315 218
Personenverkehrsmarkt PostAuto 620 [3] -20 [3]

 

1 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
2 Die Post weist rückwirkend auf den 1. Januar 2018 bei mehreren Drittprodukten neu die Marge als Umsatz aus. Diese Methode bildet das Geschäft adäquater ab. Auf das Ergebnis von PostNetz haben diese Anpassungen keine Auswirkungen.
3 Die Werte wurden angepasst. Wie in Fussnote 2 erwähnt, hat PostNetz eine Anpassung im Ausweis Umsatz und Aufwand aus Handelswaren vorgenommen. PostAuto klassierte die CarPostalFrance-Gruppe als aufgegebenen Geschäftsbereich.

 

Auskunft:

Medienstelle Post, François Furer, Mediensprecher, 058 341 19 47, presse@post.ch