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Jahresergebnis im Rahmen der Erwartungen

Die Post erwirtschaftete 2019 einen Konzerngewinn von 255 Millionen Franken. Das sind 149 Millionen Franken weniger als 2018. Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 450 Millionen Franken um 55 Millionen Franken und damit um 11 Prozent tiefer als im Vorjahr. Diese Resultate überraschen nicht, denn die Rahmenbedingungen gestalten sich für die Post unverändert schwierig.

Dank erfolgreicher Markbearbeitungs- und Effizienzmassnahmen der einzelnen Geschäftsbereiche sinkt das Ergebnis der Post weniger stark, als sich ihre Rahmenbedingungen verschlechtern. Der Rückgang des Betriebsergebnisses um 11 Prozent widerspiegelt die grossen Herausforderungen der Post. Es fällt gegenüber dem Vorjahr von 505 Millionen Franken auf 450 Millionen Franken. Es ist dem unermüdlichen Engagement der rund 56 000 Mitarbeitenden zu verdanken, dass viele Bereiche der Post trotz schwieriger Rahmenbedingungen positive Ergebnisse liefern. Sie hielten auch die Lieferdienstleistungen auf sehr hohem Niveau, und so übertraf die Post 2019 die Vorgaben des Bundes erneut.

Die Tiefzinssituation, der Briefmengenrückgang und das starke Mengenwachstum bei den Paketen sind die zentralen Herausforderungen in den Kernmärkten. Als Folge davon resultiert der anhaltende Ergebnisrückgang der letzten Jahre. Um die Transformation der nächsten Jahre zu bewältigen, braucht die Post eine ausreichend gute finanzielle Basis. «Die Post will ein gesundes und wettbewerbsfähiges Unternehmen ohne Subventionen bleiben, um die Grundversorgung auch in Zukunft selbst zu finanzieren», sagt Alex Glanzmann, Finanzchef der Post. «Wenn ich die Entwicklung der finanziellen Ergebnisse betrachte und gleichzeitig sehe, wie sich wichtige Kennzahlen der Post verändern – dann liegt der Handlungsbedarf klar auf der Hand», ergänzt Glanzmann.

Handlungsbedarf wächst

Bei PostFinance schwinden die Erträge aufgrund der anhaltenden Tiefzinssituation weiter. Der Zinsertrag hat gegenüber dem Vorjahr erneut stark abgenommen, und zwar um 164 Millionen Franken. Der Betriebsertrag sank um 44 Millionen Franken auf 1660 Millionen Franken. «Das zeigt deutlich, dass wir im aktuellen Negativzinsumfeld den Wettbewerbsnachteil, selbstständig keine Kredite und Hypotheken vergeben zu dürfen, nicht kompensieren können», sagt Hansruedi Köng, CEO von PostFinance. Zwar verbesserte sich das Betriebsergebnis im letzten Jahr um 20 Millionen Franken auf 240 Millionen Franken. Dieser Effekt ist jedoch mit Blick auf die auch in den kommenden Jahren weiter rückläufigen Zinserträge nicht nachhaltig.

Zeitfenster nutzen

Die Post investierte über viele Jahre stark in Infrastruktur und Dienstleistung ebenso wie in Innovation, Entwicklung der Mitarbeitenden und Nachhaltigkeit. So steigerte sich beispielsweise die CO2-Effizienz im Vergleich zum Basisjahr 2010 um fast 28 Prozent. Zudem hat der Konzern alleine 2019 rund 470 Millionen Franken investiert. «Bisher hat die Post diese Investitionen aus dem Geldfluss des operativen Geschäfts selber finanziert», sagt Glanzmann. Um die nötigen Massnahmen erfolgreich anzugehen, steht ein Zeitfenster von wenigen Jahren offen. In diesem Zeitraum müssen Post, Eigner und Politik auf die wesentlichen Herausforderungen reagieren und die Weichen für Lösungen stellen. «Alles wie bisher belassen, ist keine Option. Bei gleichbleibenden politischen und unternehmerischen Rahmenbedingungen wird der finanzielle Spielraum der Post in absehbarer Zeit zu klein, um handlungsfähig zu bleiben», sagt Glanzmann.

Dem Trend entgegenwirken

PostMail hat es in den letzten Jahren geschafft, trotz immer kleinerer Briefmenge konstant gute Ergebnisse zu erzielen. Jedes Jahr noch effizienter zu sein, wird aber zunehmend schwieriger. PostMail erzielte 2019 ein Betriebsergebnis von 370 Millionen Franken, das sind 18 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Der Betriebsertrag ging um 106 Millionen Franken zurück, wobei die Briefmenge erneut um 4,8 Prozent kleiner wurde.

Post noch zugänglicher

Innerhalb des letzten Jahres erhöhte die Post die Kundenzugangspunkte um rund 450 auf 4753. PostNetz hat in den letzten Jahren viel geleistet und sich neu aufgestellt. Dadurch konnte das chronische Defizit des Bereiches sukzessive verkleinert werden. Im Jahr 2019 stieg das Defizit aber um 38 Millionen Franken und das Betriebsergebnis beläuft sich auf –132 Millionen Franken. Der Rückgang ist auf umfassende Rückstellungen für vorzeitige Pensionierungen für Mitarbeitende zurückzuführen, die im Zusammenhang mit der laufenden Organisationsentwicklung stehen.

Paketboom erfordert Investitionen

Dass oft zuerst investiert werden muss, bevor Gewinne anfallen können, zeigt sich bei PostLogistics. Die wachsende Paketmenge (+7,3 Prozent) macht Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe für neue Paketzentren nötig. Das Betriebsergebnis (EBIT) lag letztes Jahr bei 128 Millionen Franken und fiel um 17 Millionen Franken tiefer aus als im Vorjahr. Hier wirkten sich der Verkauf einer Gruppe von Tochtergesellschaften sowie Rückstellungen und Folgekosten wegen eines Raubüberfalls auf einen Geldtransporter negativ auf das Resultat von PostLogistics aus. Der Betriebsertrag hingegen wuchs um 44 Millionen Franken auf 1708 Millionen Franken.

Postauto fahren ist beliebt

Das schweizweite Angebot von PostAuto im Personentransport erfreute sich auch im vergangenen Jahr grosser Beliebtheit bei den Fahrgästen. So konnte die Jahreskilometerleistung dank eines weiteren Angebotsausbaus um 3,3 Prozent auf 124,1 Millionen Kilometer gesteigert werden, was zu einem gesteigerten Betriebsertrag von 2 Prozent beigetragen hat. Das Betriebsergebnis betrug –24 Millionen Franken. In diesem Minus spiegeln sich vor allem Wertminderungen auf dem Anlagevermögen. Sehr erfreulich fiel die Plangenauigkeit im Bestellverfahren der konzessionierten Verkehre aus.

Nahe am Puls der Kunden

Auch Swiss Post Solutions trifft den Nerv seiner Kunden im In- und Ausland. Um Dokumentenverwaltungen zu optimieren, kommen neueste Technologien zum Einsatz. Trotzdem spielt der Mensch weiterhin eine wichtige Rolle und geschultes Personal sichert die Qualität. Dass sich der strategische Fokus auf Menschen, Prozesse und Technologien auszahlt, zeigt das Betriebsergebnis (EBIT) von 32 Millionen Franken. Es liegt damit um eine Million Franken über dem Vorjahreswert. Der Betriebsertrag stieg seinerseits um 16 Millionen Franken auf 599 Millionen Franken an.

Grundversorgung weiter selbst finanzieren

Die Schweizerische Post steht vor grundlegenden Weichenstellungen. Ähnliche Herausforderungen hatte die Post jedoch schon mehrmals in ihrer langjährigen Geschichte zu meistern. «Unternehmerischer Wandel hat die Post in ihrer ganzen 170-jährigen Geschichte geprägt. Das hohe Qualitätsbewusstsein, die flächendeckende Grundversorgung und die Nähe zu Bevölkerung und Unternehmen waren und sind die Daseinsberechtigung der Post», sagt Urs Schwaller, Verwaltungsratspräsident der Post. 

Die Post will ein gesundes Unternehmen ohne Subventionen bleiben. In den letzten zehn Jahren hat die Post rund 2 Milliarden Franken Dividenden an den Bund bezahlt. Hinzu kamen für das Jahr 2019 Steuern und Abgaben in der Höhe von 240 Millionen Franken. Ziel ist es, die traditionsreiche Geschichte der Post erfolgreich weiterzuschreiben und die Grundversorgung weiterhin aus eigenen Mitteln zu finanzieren. «Wir wollen auch künftig einen wertvollen Service public bereitstellen und wir sind stolz, dass wir ihn selbst finanzieren», sagt Roberto Cirillo, Konzernleiter der Post. «Die eigentliche Dividende der wirtschaftlichen Aktivitäten der Post ist ein für Bürger und Unternehmen wertvoller Service public», unterstreicht Cirillo.

Weitere Informationen:

 

Medienstelle Post, François Furer, Mediensprecher, 058 341 19 47, presse@post.ch