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Tieferes Halbjahresergebnis zusätzlich durch Corona-Krise belastet

Die Schweizerische Post hat im ersten Halbjahr 2020 einen Konzerngewinn von 30 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind 163 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Post sind erheblich: Das Halbjahresergebnis wird aufgrund von Corona mit einem negativen Effekt von rund 120 Millionen Franken belastet. Die Corona-Krise hat bedeutende Trends wie die Mengenrückgänge im Briefgeschäft und im Zahlungsverkehr am Schalter, sowie auch die Zunahme der Paketmenge beschleunigt. Auf der anderen Seite hat die Krise aber auch gezeigt, wie relevant die Post für die Versorgung der Schweiz und ihrer Bevölkerung ist. Entsprechend wichtig ist, dass die Post in ihre Zukunft investiert und sich weiterentwickelt, um die Schweiz auch künftig eigenwirtschaftlich in der Stadt und auf dem Land zu versorgen.

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Das Ergebnis der Schweizerischen Post im ersten Halbjahr 2020 ist bedeutend tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Die Post hat in den ersten sechs Monaten einen Konzerngewinn von 30 Millionen Franken erwirtschaftet und lag damit 163 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug im ersten Halbjahr 61 Millionen Franken, 208 Millionen weniger als 2019. Der Rückgang des Halbjahresergebnisses ist vor allem auf den Mengenrückgang im Briefgeschäft und im Zahlungsverkehr am Schalter, auf den tieferen Zinserfolg bei PostFinance sowie auf Effekte aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen. So ist PostAuto noch immer von der üblichen Fahrgast-Auslastung entfernt. Auf der anderen Seite beeinflusste die Pandemie das Online-Geschäft positiv und führte bei den Paketen zu einem deutlichen Mengenanstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Zunahme an Paketen kann aber die negativen Effekte auf das Konzernergebnis finanziell nicht kompensieren.

Corona beschleunigte bedeutende Entwicklungen im Kerngeschäft

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Post für die Grundversorgung der Schweiz ist – insbesondere in der Logistik. Alex Glanzmann, Leiter Finanzen Post, betont: «Das riesige Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat mich beeindruckt. Es ist ihnen und damit der Post gelungen, die gesamte Schweiz mit wesentlichen Dienstleistungen zu versorgen. Und das unter erschwerten Bedingungen aufgrund der geltenden Abstandsregeln.»

Die Corona-Pandemie hat die relevanten Trends in den Kernmärkten der Post beschleunigt. Besonders eindrücklich zeigen dies die Mengen im Paketmarkt, die im Vergleich zum Vorjahr im ersten Halbjahr um rund 22 Prozent zugenommen haben. Von Januar bis Ende Juni hat die Post knapp 87 Millionen Pakete verarbeitet, im Vorjahr waren es im selben Zeitraum noch 71 Millionen. Allein im April 2020 wurden 17 Millionen Pakete verarbeitet – so viel wie noch nie in einem einzelnen Monat in der 170-jährigen Geschichte der Post. Das Betriebsergebnis von PostLogistics belief sich im ersten Halbjahr auf 108 Millionen Franken und lag damit 40 Millionen Franken über dem Vorjahreswert. Hauptgrund für diesen Anstieg waren zum einen die zusätzlichen Paketmengen, zum anderen aber auch Versicherungszahlungen und die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Geldtransporter im Jahr 2019. Diese Zunahme im Logistikmarkt vermag allerdings nicht die Negativeffekte in den anderen Märkten zu kompensieren.

Die Corona-Zeit hat auch den Trend der Digitalisierung beschleunigt – und dadurch die Rückgänge im Briefgeschäft (–7,8 Prozent bei adressierten Briefen). Insbesondere bei den Werbesendungen kam es zu einem starken Mengenrückgang. Dies führte bei den adressierten Briefen und Sendungen ohne Adresse zu einem Ertragsrückgang von 72 Millionen Franken. PostMail erzielte im ersten Halbjahr 2020 ein Betriebsergebnis von 110 Millionen Franken und unterschritt damit den Vorjahreswert um 84 Millionen Franken.

Auch PostNetz verzeichnete wegen Corona Einbussen im Kerngeschäft bei Briefen (–11 Prozent) und beim Zahlungsverkehr in den Filialen (–15 Prozent). Weil im Vorjahr aufgrund einer Organisationsentwicklung 20 Millionen Franken zurückgestellt worden waren, konnte das Betriebsergebnis dennoch um eine Million Franken verbessert werden. PostNetz erzielte im ersten Halbjahr 2020 ein Betriebsergebnis von –72 Millionen Franken.

Die globalen Auswirkungen der Corona-Krise trafen auch die Kunden von Swiss Post Solutions. Entsprechend erwirtschaftete der Bereich ein Betriebsergebnis in der Höhe von 8 Millionen Franken und lag damit um 9 Millionen Franken unter Vorjahresniveau. Trotz der Krise konnte SPS neue Kunden gewinnen.

Auch PostAuto spürt starke negative Corona-Effekte. Aufgrund der Empfehlung des Bundesrates im März an die Bevölkerung, den öffentlichen Verkehr wo immer möglich zu meiden, reduzierte PostAuto das Verkehrsangebot markant. Nachfrage- und Umsatz sind dadurch deutlich zurückgegangen, so dass der Verkehrsertrag im Vergleich zum Vorjahr um 17.8 Prozent sank. Inzwischen ist die Nachfrage wieder deutlich gestiegen, auch wenn die Postautos noch nicht ganz so ausgelastet sind, wie vor der Corona-Krise.

Das Betriebsergebnis von PostFinance sank gegenüber dem Vorjahr um 86 Millionen auf 60 Millionen Franken. Hauptgrund für den Rückgang ist der Zinsertrag, der aufgrund der anhaltend tiefen Zinsen um 31 Millionen Franken abgenommen hat. Die Schweizerische Post begrüsst deshalb die Absicht des Bundesrats sehr, das Kredit- und Hypothekarverbot aufzuheben, um das Geschäft und die Wettbewerbsfähigkeit von PostFinance langfristig zu gewährleisten. Bedingt durch die Corona-Krise sind zudem die Umsätze der Bargeld-Transaktionen am Schalter sowie an den Geldautomaten markant eingebrochen. Zusätzlich fehlten im Handelsgeschäft aufgrund der eingeschränkten Reisetätigkeit der Kunden substantielle Umrechnungserfolge aus Bargeldbezügen in Fremdwährungen sowie aus der Nutzung der Kreditkarten.

Pandemie verdeutlicht: Die Post muss sich weiterentwickeln

Die finanziellen Effekte der Corona-Pandemie auf das Ergebnis der Post sind signifikant: Das Halbjahresergebnis wird mit einem negativen Effekt von rund 120 Millionen Franken belastet. «Corona-Effekte werden sich auch im zweiten Halbjahr finanziell auswirken. Aufgrund des aktuellen Verlaufs der Pandemie gehen wir derzeit davon aus, dass die negativen finanziellen Effekte aus der Corona-Krise im zweiten Halbjahr weniger hoch sein werden als im ersten Halbjahr», sagt Alex Glanzmann. «Die Post steht aber unabhängig davon auf einem starken und finanziell soliden Fundament», betont der Finanzchef der Post. «Damit kann sie die notwendigen Investitionen für die neue Strategie «Post von morgen» mit eigenen Mitteln finanzieren.» Denn durch die Herausforderungen der Pandemie ist deutlich geworden, dass die Post sich rasch weiterentwickeln muss, um bei den kommenden Entwicklungen nicht an ihre Grenzen zu stossen. Und um die Versorgung der Schweizer Bevölkerung und der Schweizer Wirtschaft auch künftig sicherzustellen und aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Hier geht’s zur Medienmitteilung der neuen Strategie «Post von morgen» vom 14.05.2020.

Dokumente:

Kennzahlen:

Kennzahlen Konzern

Einheit Jahr 2019 1. Halbjahr 2019 1. Halbjahr 2020
Betriebsertrag Mio. CHF 7’164 3’589 [1] 3’385
Betriebsergebnis (EBIT) [2] Mio. CHF 450 [1] 269 61
Konzerngewinn Mio. CHF 255 193 30
Bilanzsumme Mio. CHF 132’544 125’592 [1] 143’402
Eigenkapital Mio. CHF 6’834 6’989 [1] 6’605
Investitionen Mio. CHF 471 195 160
Personalbestand Konzern PE [3] 39’670 39’444 39’171

 

1 Die Werte wurden angepasst (Details werden im Halbjahresbericht aufgezeigt, siehe Anhang zum Halbjahresabschluss Konzern 2020, Anpassung der Rechnungslegung).
2 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
3  PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen, ohne Lernpersonal.

 

Ausgewählte Kennzahlen Segmente

30. Juni 2020 Betriebsertrag
(Mio. CHF)
Betriebsergebnis
(Mio. CHF) [1]
Kommunikationsmarkt PostMail 1’211 110
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 271 8
Kommunikationsmarkt PostNetz 305 -72
Logistikmarkt PostLogistics 919 108
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance 748 60
Personenverkehrsmarkt PostAuto 393 -33

 

30. Juni 2019 Betriebsertrag
(Mio. CHF)
Betriebsergebnis
(Mio. CHF) [1]
Kommunikationsmarkt PostMail 1’312 194
Kommunikationsmarkt Swiss Post Solutions 303 17
Kommunikationsmarkt PostNetz 343 -73
Logistikmarkt PostLogistics 836 [2] 68
Finanzdienstleistungsmarkt PostFinance 846 146
Personenverkehrsmarkt PostAuto 414 -10

 

1 Das Betriebsergebnis entspricht dem Ergebnis vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT).
2 Die Werte wurden angepasst (Details werden im Halbjahresbericht aufgezeigt, siehe Anhang zum Halbjahresabschluss Konzern 2020, Anpassung der Rechnungslegung).

 

Kennzahlen PostFinance AG

Einheit Jahr 2019 1. Halbjahr 2019 1. Halbjahr 2020
Anzahl Kundinnen und Kunden Tausend 2’738 2’779 2’706
Kundenvermögen Mio. CHF 119’660 119’575 121’410
Zinsindifferente Kundenvermögen Mio. CHF 12’808 11’910 12’981
Hypotheken [1] Mio. CHF 5’965 5’905 6’006
Entwicklung Kundenvermögen Mio. CHF 246 161 1’750
Personalbestand PE [2] 3’243 3’233 3’238

 

1 In Kooperation mit Partnerbanken.
2 PE = Personaleinheit. Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen. Bestand PostFinance Stammhaus.

 

Auskunft:

Medienstelle Post, Denise Birchler, 058 341 10 55, presse@post.ch