E-Voting
Eine elektronische Stimmabgabe für die Schweiz

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Die Schweiz als modernes, innovatives und direkt demokratisches Land ist prädestiniert dazu, ihren Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern – im In- und Ausland – die elektronische Stimmabgabe zu ermöglichen. Damit wird auch der durch den Bund erarbeiteten Strategie «Digitale Schweiz» und dem Schwerpunktplan der E-Government-Strategie Schweiz Rechnung getragen. 

E-Voting ist eine Dienstleistung für die Bürgerinnen und Bürger. Es bietet für die Kantone, die Gemeinden und die Stimmberechtigten zahlreiche Vorteile: beispielsweise kann die Stimmabgabe komfortabel zeit- und ortsunabhängig erfolgen. Dies ist insbesondere auch für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer von hohem Nutzen. 

Die Post ist überzeugt, dass E-Voting einem Bedürfnis der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entspricht. Wir fühlen uns verpflichtet, einen Beitrag dafür zu leisten, dass E-Voting in der modernen Schweiz ein Instrument der politischen Partizipation bleibt. Die Post kann für die Kantone dabei eine wichtige Rolle an der Schnittstelle zu den Bürgerinnen und Bürgern übernehmen. 

Ein E-Voting System aus der Schweiz für die Schweiz

2019 entschied die Post, im Bereich E-Voting ihre Kräfte zu bündeln und ausschliesslich an ihrem System mit universeller Verifizierbarkeit weiterzuarbeiten. Als nächsten Entwicklungsschritt hin zum künftigen E-Voting-System hat die Post im April 2020 von ihrem Technologiepartner Scytl sämtliche Rechte für die unabhängige Weiterentwicklung ihres E-Voting-Systems übernommen. Mit der unabhängigen Weiterentwicklung schafft sie die Voraussetzung dafür, dass sie als bundesnahes Unternehmen die zahlreichen föderalen Eigenheiten der Schweiz bei der Entwicklung berücksichtigen und die hohen und spezifischen Anforderungen an ein Schweizer E-Voting-System noch besser erfüllen kann.

Ziel der Post ist es, das System so weit zu entwickeln, dass es den Anforderungen des Bundes entspricht und für die Kantone in einem Testbetrieb einsatzbereit ist. Die Kantone entscheiden, ob und wann sie die elektronische Stimmabgabe ihren Stimmbürgerinnen und -bürgern als dritten Kanal zur Verfügung stellen möchten.

Bund und Kantone sammeln in der Schweiz seit mehr als 15 Jahren Erfahrungen mit E-Voting. Bisher haben über 200 erfolgreiche Versuche stattgefunden. Im Jahr 2019 hat die Post den Quellcode einer früheren Version ihres Systems publiziert. Internationale Forscher haben Fehler gefunden, die in der Folge korrigiert wurden. Diese Zwischenfälle veranlasste den Bundesrat, den Versuchsbetrieb neu zu konzipieren. Diese Arbeiten laufen derzeit unter der Federführung der Bundeskanzlei. Insbesondere werden neue Anforderungen an die Sicherheit gestellt. Dies wird auch in mehreren politischen Vorstössen gefordert, die aktuell im Parlament hängig sind.

Die Post vertritt folgende Standpunkte

  • E-Voting ist ein gesellschaftliches Bedürfnis. Die jahrelangen Erfahrungen in bestimmten Kantonen zeigen, dass über die Hälfte der Auslandschweizer ihre Stimme elektronisch abgeben, sofern sie die Möglichkeit dazu haben. 
  • E-Voting ergänzt den Gang zur Urne und die briefliche Stimmabgabe. E-Voting ist für die Kantone und die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger freiwillig. E-Voting soll die etablierten Kanäle zur Stimmabgabe nicht ersetzen, sondern ergänzen. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern soll gemäss ihrem Bedürfnis ein dritter Kanal für die Stimmabgabe zur Verfügung gestellt werden. Sie entscheiden frei, welchen Kanal sie nutzen.
  • Der ganze Abstimmungsprozess ist heute bereits stark digitalisiert. Die Sicherheitsthematik betrifft nicht nur das E-Voting-System, sondern auch vor- und nachgelagerte Prozesse welche über den gesamten Wahl-und Abstimmungsprozess schon längst via IT-Systeme abgewickelt werden. Vom Druck der Unterlagen bis hin zur elektronischen Auswertung der Stimm- und Wahlzettel gibt es heute schon zahlreiche digitale Schnittstellen und Systeme. Sicherheit ist nicht nur eine Frage des E-Voting-Kanals, sondern muss über den ganzen Prozess und in allen möglichen Abstimmungskanälen gewährleistet sein. Die Erfahrungen zu E-Voting können sich zudem positiv auf die anderen IT-Systeme im Abstimmungsprozess auswirken.
  • Analog des physischen Stimmprozesses gibt es auch bei der elektronischen Stimmabgabe keine absolute Sicherheit über die Echtheit der abgegebenen Stimmen. Der Bundesrat lässt aber nur E-Voting-Systeme zu, welche die hohen bundesrechtlichen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Massnahmen für Sicherheit und Transparenz sind zahlreich vorhanden. Weitere sind mit der Neukonzeption des Versuchsbetriebs eingeleitet. Es wird die vollständige Verifizierbarkeit angestrebt.
  • Unabhängig von den heutigen und künftigen Anforderungen entwickelt die Post ihr System ständig weiter – dies seit April 2020 gänzlich eigenverantwortlich und in der Schweiz. Die Post wird in Zukunft zudem verstärkt mit Schweizer Fachhochschulen, Universitäten und externen Kryptografie-Experten zusammenarbeiten. 
  • Das System der Post soll nicht zur weltweiten kommerziellen Nutzung freigegeben sein. Das hindert uns nicht daran, es offenzulegen, damit es jeder einsehen kann. Das System der Post wird so transparent sein, dass keine Open Source-Lizenz notwendig ist. Die Post wird jeweils den Quellcode der aktuellen Systemversion, Dokumentationen und Spezifikationen veröffentlichen.

Rund ums Thema

E-Voting-Lösung der Post

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Informationsportal und Demo-System der Post

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E-Voting-Blog der Post

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Website der Bundeskanzlei

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