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Gutes Konzernergebnis in schwierigem Umfeld

Mitteilung vom 24.03.2010

Die Schweizerische Post hat 2009 in einem schwierigen Umfeld ein gutes Ergebnis erzielt. Mit 728 Millionen Franken fällt der Konzerngewinn 97 Millionen tiefer aus als im Vorjahr (825 Millionen Franken). Der Betriebsertrag beläuft sich auf 8‘709 Millionen Franken (Vorjahr 8‘980 Millionen Franken). Fast alle Konzernbereiche haben zum Gewinn beigetragen. Ziel der Post ist es, dass alle Bereiche branchenübliche Ergebnisse erzielen. Wichtige Faktoren, die den Gewinn beeinflusst haben, sind die Preissenkungen und die Übernahme der Mehrwertsteuer bei den Briefen, geringere Immobilienerfolge, tiefere Wertberichtigungen, der grosse Zufluss an Kundengeldern sowie Einsparungen. Die Post benötigt diese Gewinne, um ihr nach wie vor ungenügendes Eigenkapital weiter aufzustocken, die notwendige Finanzierung der Pensionskasse zu unterstützen und dem Bund einen angemessenen Gewinnanteil abliefern zu können.

Die Schweizerische Post erwirtschaftete im Jahr 2009 einen soliden Konzerngewinn von 728 Millionen Franken. Das sind 12 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Betriebsertrag sank um 3 Prozent auf 8‘709 Millionen Franken (Vorjahr 8‘980 Millionen). Hauptgründe für die Gewinnabnahme sind Mindererträge, die unter anderem auf den Wegfall von einmaligen Immobilienerfolgen des Vorjahres, auf die Preissenkungen und die Übernahme der Mehrwertsteuer bei den Briefen per 1. Juli 2009, und auf die Wirtschaftskrise zurück zu führen sind. Wegen gestiegener Lohnaufwendungen und Abschreibungen konnte der Aufwand nicht im gleichen Umfang gesenkt werden. Das ausgezeichnete Ergebnis von PostFinance, tiefere Wertberichtigungen und die durch die neuen Briefzentren ermöglichten Einsparungen kompensierten den Gewinnrückgang teilweise.

Die Betriebsergebnismarge sank von 9 auf 8,3 Prozent. Die Investitionen lagen 2009 mit 431 Millionen Franken unter dem Niveau des Vorjahres (516 Millionen Franken) und konnten wiederum vollständig aus eigenen Mitteln finanziert werden. Dank des positiven Ergebnisses kann die Post das Eigenkapital weiter aufstocken. Es betrug per Ende Jahr 3‘534 Millionen Franken, was immer noch unter einem branchenüblichen Niveau liegt.

Post braucht auch in Zukunft gute Ergebnisse

Der Konzerngewinn von 728 Millionen Franken ist angesichts der Wirtschaftskrise ein gutes Ergebnis, das die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Post bestätigt. Die zögerliche Erholung der Konjunktur, der Mengenrückgang bei den adressierten Briefen, die aus der einvernehmlichen Regelung mit der Preisüberwachung resultierenden Mindererträge (minus 200 Millionen Franken jährlich) und der zunehmende Wettbewerb werden das Umfeld der Post weiterhin prägen. Für 2010 erwartet die Post nochmals ein etwas tieferes Ergebnis.Sie wird auch in den kommenden Jahren zur Finanzierung der Pensionskasse beitragen, ein branchenübliches Eigenkapital anstreben, ihre Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren und dem Bund eine angemessene Gewinnausschüttung gewähren müssen. Dazu benötigt sie in allen Konzernbereichen branchenübliche Ergebnisse. Vom aktuellen Gewinn beantragt der Verwaltungsrat dem Bundesrat, 250 Millionen zur Finanzierung der Pensionskasse zu verwenden und 200 Millionen Franken als Gewinnanteil an die Bundeskasse auszuschütten.

Bereiche entwickelten sich unterschiedlich

Die einzelnen Bereiche entwickelten sich im Berichtsjahr unterschiedlich, lieferten jedoch mehrheitlich substantielle Gewinnbeiträge. PostMail verzeichnete einen Ertragsrückgang auf 2‘808 Millionen Franken (Vorjahr: 2‘916 Millionen Franken), der hauptsächlich auf die die per 1. Juli 2009 eingeführten Preissenkungen und Übernahme der Mehrwertsteuer und die Abnahme der adressierten Briefmenge um 4,7 Prozent zurück zu führen ist. Für den Mengenrückgang sind zu einem grösseren Teil die Wirtschaftskrise sowie die Substitution durch elektronische Kommunikationsmittel verantwortlich. Andererseits konnten dank der Inbetriebnahme der neuen Briefzentren und der Anpassung der Kapazitäten in der Zustellung an den Mengenrückgang markante Einsparungen erzielt werden. Unter dem Strich resultierte so ein Betriebsergebnis, das mit 198 Millionen Franken lediglich 51 Millionen Franken unter demjenigen des Vorjahrs liegt. PostLogistics konnte bei einem stabilen Paketgeschäft die Ertragsrückgänge bei Kurier- und Expressleistungen durch Akquisitionen beschränken und erwirtschaftete einen Betriebsertrag von 1‘488 Millionen (Vorjahr 1‘516 Millionen). Dank gleichzeitiger Kostenreduktionen nahm das Betriebsergebnis leicht auf 45 Millionen Franken zu (Vorjahr 39 Millionen). Swiss Post International konnte mit 1‘028 Millionen Franken den Betriebsertrag halten (Vorjahr 1‘034 Millionen Franken) und das Ergebnis dank Aufwandreduktionen auf 53 Millionen Franken verbessern (Vorjahr 36 Millionen Franken). Der ebenfalls überwiegend im Ausland tätige Bereich Swiss Post Solutions konnte den Betriebsertrag trotz der konjunkturellen Schwierigkeiten mit 696 Millionen nahezu auf Vorjahresniveau halten (2008: 708 Millionen Franken); der schlechte Konjunkturverlauf sowie wachstums- und restrukturierungsbedingte Mehraufwendungen führten jedoch zu einem negativen Betriebsergebnis von -25 Millionen (Vorjahr +9 Millionen Franken).

Mehrertrag bei Markenartikeln und PostAuto

Der Bereich Poststellen und Verkauf steigerte dank Mehreinnahmen aus dem Verkauf von Finanzprodukten und nichtpostalischen Markenartikeln den Gesamtertrag um 22 Millionen auf 1‘359 Millionen Franken. Die unter anderem durch höhere Personalkosten beeinflussten Mehraufwendungen führten aber zu einem Ergebnisrückgang um 18 Millionen auf-113 Millionen Franken. PostFinance (sie hat ihre Finanzzahlen 2009 bereits im Februar publiziert) steigerte trotz eines mit 2‘160 Millionen Franken leicht gesunkenen Ertrags (Vorjahr 2‘191 Millionen Franken) das Ergebnis auf den Rekordwert von 441 Millionen Franken (Vorjahr 229 Millionen). Durch einen erneuten Ausbau des Angebots im In- und Ausland verbesserte PostAuto den Betriebsertrag um 36 Millionen auf 640 Millionen Franken. Die Mehrleistungen führten zu einem Stellenausbau und verursachten Mehraufwendungen in der gleichen Grössenordnung, so dass das Betriebsergebnis auf Vorjahreshöhe (27 Millionen Franken) stabil blieb.

Kennzahlen Konzern 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 8'709 8'980
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 721 812
in % des Betriebsertrags (EBIT-Rendite) % 8.3 9.0
Konzerngewinn Mio. CHF 728 825
Bilanzsumme Mio. CHF 84'676 71'603
Eigenkapital Mio. CHF 3'534 2'857
Investitionen[2] Mio. CHF 431 516
Personalbestand Konzern (ohne Lernpersonal) Personaleinheiten[3] 44'803 44'178
Personalbestand Stammhaus (ohne Lernpersonal) Personaleinheiten[3] 30'863 32'919
Lernpersonal Konzern Personaleinheiten[3] 1'756 1'631

Ausgewählte Kennzahlen Segmente (Konzernbereiche)

PostMail 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 2'808 2'916
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 198 249
Adressierte Briefe Mio. Sendungen 2‘556 2'682
PostLogistics 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 1'488 1'516
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 45 39
Pakete Mio. Sendungen 104 104
Swiss Post International 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 1'028 1'034
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 53 36
Briefe Versand (ex Schweiz) Mio. Sendungen 170 184
Swiss Post Solutions 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 696 708
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF -25 9
Poststellen und Verkauf 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 1'359 1'337
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF -113 -95
Zugangspunkte Anzahl 3‘502 3‘505
PostFinance 2009 2008
Betriebsertrag Mio. CHF 2'160 2'191
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 441 229
Neugeldzufluss Mio. CHF 20‘120 5'941
PostAuto[4] 2009 2008
Betriebsertrag[5] Mio. CHF 640 604
Betriebsergebnis (EBIT)[1] Mio. CHF 27 27
Anzahl Reisende Schweiz Mio. Personen 118 115
1  Betriebsergebnis entspricht Betriebsgewinn vor nicht operativem Finanzerfolg und Steuern (EBIT)
2  Investitionen in Sachanlagen, Beteiligungen und immaterielle Anlagen
3  Durchschnittsbestand umgerechnet auf Vollzeitstellen
4  Das Segment PostAuto unterliegt dem Eisenbahngesetz. Dieses sieht vor, dass die Rechnungslegung für konzessionierte Transportunternehmen (REVO) separat verordnet ist. Zwischen den Ergebnissen nach REVO und IFRS bestehen Abweichungen.
5  Vorjahreswert angepasst