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Trotz tieferem Ergebnis: Post in anspruchsvollem Umfeld gut unterwegs

Mitteilung vom 07.03.2019

Die Schweizerische Post erzielte im Berichtsjahr 2018 in vielen Bereichen gute Ergebnisse. Dennoch liegt der Konzerngewinn mit 405 Millionen Franken um 122 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert. Zum niedrigeren Ergebnis haben insbesondere die schwierigen Rahmenbedingungen bei PostFinance sowie die Bereinigung der Rückzahlungen nach den Vorfällen rund um PostAuto beigetragen. Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt mit 501 Millionen Franken um 217 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Damit haben sich die Erwartungen der Post bestätigt.

Bis auf PostFinance und PostAuto haben die verschiedenen Bereiche der Post trotz anspruchsvollem Umfeld sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Paketmarkt boomt, und PostLogistics erzielte mit 145 Millionen Franken ein besseres Ergebnis als im Vorjahr. Mit Swiss Post Solutions ist die Post im internationalen Geschäft auf Kurs, und bei PostMail stieg das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 18 Millionen Franken auf 388 Millionen Franken an. Auch bei PostNetz resultierte ein verbessertes Ergebnis. Infolge des Umbaus im Postnetz reduzierte sich das Defizit gegenüber dem Vorjahr um 65 Millionen Franken auf –94 Millionen Franken.

Hingegen beeinflussen die schwierigen Rahmenbedingungen bei PostFinance das Konzernergebnis stark. Die Post begrüsst daher den Richtungsentscheid des Bundesrats, das Kredit- und Hypothekarverbot aufheben zu wollen. «Das ist für die Zukunft von PostFinance und der Post sowie für die Finanzierung der Grundversorgung wichtig», sagt Alex Glanzmann, Finanzchef und Konzernleitungsmitglied der Post. Die Herausforderungen, vor denen die Post steht, beschränken sich indes nicht auf PostFinance. Sinkende Briefmengen und der Preisdruck – insbesondere im Logistikmarkt – erfordern ebenfalls neue Ansätze und Geschäftsmodelle. «Dies verlangt von der Post ein mutiges, weitsichtiges und entschlossenes Handeln», sagt Glanzmann weiter. Das Kerngeschäft bleibt ein tragender wirtschaftlicher Pfeiler der Post. Die Post muss jetzt handeln und weiterhin Gewinne erwirtschaften, wenn sie auch in Zukunft eine eigenfinanzierte Grundversorgung in hoher Qualität sicherstellen will – diese ist von gesellschaftlichem Interesse.

Der Bundesrat hat entschieden, dass PostFinance aufgrund ihrer Systemrelevanz zusätzliches Eigenkapital aufbauen muss. Dies bedeutet, dass PostFinance der Post künftig weniger Dividenden ausschütten kann. Aus diesem Grund ist auch die Höhe der Dividendenzahlung der Post an den Bund noch dieses Jahr zu diskutieren. Nur so kann die Post auf lange Sicht insbesondere auch ihre Investitionskraft erhalten.

Beiträge der Geschäftsbereiche

PostMail erzielte ein Betriebsergebnis von 388 Millionen Franken. Damit übertrifft PostMail den Vorjahreswert um 18 Millionen Franken und leistet den grössten Beitrag zum Gesamtergebnis. Der Betriebsertrag ging jedoch um 114 Millionen Franken zurück, da die Briefmengen und die Anzahl abonnierter Zeitungen stetig sinken. Das dennoch gute Betriebsergebnis von PostMail ist das Resultat verbesserter und effizienterer Prozesse. Dafür hat PostMail 23 Millionen Franken in die Briefzentren und neue Sortier- und Zustellprozesse investiert. Vor allem aber haben die Mitarbeitenden hervorragende Arbeit geleistet. Dank ihres grossen Einsatzes erzielte PostMail seit 2014 stets ein Betriebsergebnis von über 300 Millionen Franken und leistete damit einen substanziellen Beitrag zum Konzernergebnis.

Swiss Post Solutions erwirtschaftete 2018 ein Betriebsergebnis von 31 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis lag um 6 Millionen Franken über dem Vorjahreswert und steigt damit seit fünf Jahren ununterbrochen an. Der Betriebsertrag von 583 Millionen Franken war um 32 Millionen Franken höher als im Vorjahr. Getragen wurde das Wachstum durch das sehr gute Neugeschäft. Ausserdem trug der neue Geschäftsbereich Business Process Outsourcing Personalprozesse (Abrechnungen / Document Processing), der von der DXC-Technology-Gruppe erworben wurde, zum Wachstum bei. 

PostNetz konnte das Betriebsergebnis durch die Netzentwicklung, konsequente Ressourcenanpassung an die Mengenentwicklungen sowie Effizienzsteigerungen um 65 Millionen Franken verbessern und das Minus auf –94 Millionen Franken senken. Der Betriebsertrag nahm gegenüber dem Vorjahr hingegen um 57 Millionen Franken ab und beträgt 1 045 Millionen Franken. Der Rückgang im Betriebsertrag erklärt sich dadurch, dass das Schaltergeschäft und mit ihm die Briefmengen (–2 Prozent) sowie der Zahlungsverkehr wegen E-Banking (–6 Prozent) nochmals markant kleiner wurden. Ausserdem sank der Umsatz mit Handelswaren in den Filialen infolge der Sortimentsbereinigung um 36 Millionen Franken.

PostLogistics erzielte 2018 ein Betriebsergebnis von 145 Millionen Franken und lag damit 26 Millionen Franken über dem Vorjahreswert. Die Hauptgründe für den Anstieg waren das Wachstum bei den Paketmengen um 6,7 Prozent, eine Wertberichtigung von Anlagen im Vorjahr sowie tiefere Mieten und Abschreibungen. Der Betriebsertrag betrug 1 678 Millionen Franken und lag damit 59 Millionen Franken über dem Vorjahr. Neben der höheren Paketmenge war der Anstieg auch auf Akquisitionen von Gesellschaften zurückzuführen. Der Betriebsaufwand erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 33 Millionen Franken auf 1 533 Millionen Franken.

Die Prognosen der Post bezüglich der schwierigen Rahmenbedingungen bei PostFinance bestätigten sich. Das Betriebsergebnis von PostFinance ist gegenüber dem Vorjahr von 549 Millionen Franken auf 220 Millionen Franken zurückgegangen. Der Betriebsertrag sank um 372 Millionen Franken auf 1 704 Millionen Franken. Hauptgründe für den Rückgang waren einmalige Realisierungsgewinne aus Aktienverkäufen im Vorjahr von 109 Millionen Franken sowie der marktbedingt tiefere Zins- und Dividendenertrag, der um 155 Millionen Franken abnahm. PostFinance hat diverse Massnahmen in die Wege geleitet, um dem Ergebnisrückgang entgegenzuwirken. Sie richtet sich strategisch noch stärker auf die Digitalisierung aus und erschliesst neue, zinsunabhängige Ertragsquellen. Gleichzeitig senkt PostFinance durch Effizienzmassnahmen ihre Kosten. Das wird aber nicht reichen, um die rückläufigen Erträge im Zinsengeschäft zu kompensieren. Die Aufhebung des Kreditverbots ist somit der zentrale Faktor, um die Profitabilität und die Wettbewerbsfähigkeit von PostFinance langfristig zu gewährleisten.

PostAuto hat die zu Unrecht erhaltenen Subventionen an Bund und Kantone zurückbezahlt. Ein Grossteil des Rückzahlungsbetrags wurde per 1. Januar 2017 zulasten der Gewinnreserven verbucht. Auch das Betriebsergebnis 2018 ist von den Rückzahlungen geprägt. Dieses ging um 77 Millionen Franken auf –58 Millionen Franken zurück. Wertberichtigungen des Anlagevermögens (20 Millionen Franken) und die Vergleichszahlung aufgrund eines Rechtsstreits in Frankreich (7 Millionen Franken) belasten das Betriebsergebnis 2018. Die Steigerung des Betriebsertrags um 29 Millionen Franken resultierte hauptsächlich aus dem Leistungsausbau und den damit gesteigerten Fahrgasteinnahmen.

Weitere Informationen:

François Furer, Mediensprecher, 058 341 19 47, presse@post.ch