Unterwegs mit dem Elektroroller

«Das Beste, was mir in meiner Postkarriere passiert ist» – das sagt Briefbote Urs Schaub über sein Elektrodreirad. Tagein, tagaus ist er damit in Ormalingen (BL) unterwegs, lautlos und emissionsfrei.

Zu Fuss hat er Briefe zugestellt, mit dem Fahrrad und verschiedensten Benzintöffli: Seit Urs Schaub 1981 die «Stifti» in der Poststelle in Gelterkinden BL anfing, hat sich viel getan. Sechs Jahre ist er jetzt mit dem Elektrodreirad Kyburz DXP 5 unterwegs. «Zu Beginn waren wir alle ziemlich skeptisch», gibt der Pöstler zu. «Drei Räder?», haben wir gedacht, «das sieht ja aus wie ein Seniorenfahrzeug!»

Emissionsfrei mit Ökostrom 

Die Vorteile machten sich jedoch schnell bemerkbar. «Es gibt keine Stinkerei mehr wie bei den alten Töffli», sagt Urs Schaub. Und das gilt überall in der Schweiz: Anfang 2017 hat die Post den letzten mit Benzin betriebenen Roller aus dem Verkehr genommen. Somit fahren alle rund 6000 Roller in der Zustellung der Post elektrisch – und dies ausschliesslich mit Ökostrom aus der Schweiz. Die Elektrofahrzeuge benötigen rund sechs Mal weniger Energie als ein Benzinroller. Mit solchen Massnahmen im Rahmen des konzernweiten Klimaschutzprogramms «pro clima – wir handeln heute» will die Post Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen vermeiden und verringern.

Die Batterien werden wiederverwendet

Nach sechs bis sieben Jahren reicht die Batteriekapazität zwar nicht mehr für die täglichen Touren aus, ist aber mit rund 80% immer noch hervorragend geeignet, stationär eingesetzt zu werden. Deshalb hat die Post das Pilotprojekt «Ein zweites Leben für Postrollerbatterien» gestartet. Dabei werden aussortierte Batterien als Stromspeicher in Gebäuden mit Solaranlagen eingesetzt.

Effizient und ergonomisch

Wenn Urs Schaub von der Tour zurückkommt, dockt er seinen Elektroroller an der Ladestation an. Über Nacht wird zum günstigsten Tarif geladen. Die Fahrt zur Tankstelle entfällt also. Zudem kann Urs Schaub seine Tour in einem Rutsch erledigen: Die Aufbauten mit den grossen Ladeflächen und Wetterschutz sind für die Post optimiert, so dass sich alles flott beladen lässt. Inklusive Anhänger kann der Zusteller mit dem Elektrodreirad bis zu 270 kg auf einmal ausfahren. Und das immerhin bis zu 45 km/h schnell. «Die vermeintlich unsportlichen Dreiräder sind schneller unterwegs als die Töffli von früher!»

Und zudem sind sie viel ergonomischer: Die Motorroller musste man bei jedem Stopp auf den Ständer heben und wieder herunter: «Das ging mit der Zeit aufs Kreuz», sagt Urs Schaub. Dank seinen drei Rädern steht der DXP sicher. Die Zustellenden können sich zudem auf die automatische Parkbremse verlassen und sich auf das Handling der Briefe konzentrieren. «Alles in allem ist es heute viel gefahrloser und bequemer – das Beste, was mir in meiner Laufbahn passiert ist», stellt Urs Schaub fest. 

Mitarbeitende denken mit

Die Mitarbeitenden der Post tragen mit guten Ideen dazu bei, dass das Fahrzeug immer angenehmer zu fahren ist: So sorgt jetzt eine durchlässige Sitzauflage dafür, dass niemand mit nassem Hosenboden unterwegs ist, wenn es regnet. Oder dass es im Sommer zu heiss wird.

Haben die Dreiräder denn gar keine Nachteile? Urs Schaub lacht: «Höchstens, dass unsere Kunden uns nicht mehr kommen hören – und vielleicht einmal umsonst zum Briefkasten gehen.»