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Umzugsratgeber
Aufräumen leichtgemacht

«Ein Umzug bietet die ideale Gelegenheit aufzuräumen»

Ausmisten, entrümpeln, aufräumen: Wie findet man die Motivation dazu? Nicht nur, wenn ein Umzug ansteht, aber auch. Aufräumexpertin Karine Paulon erklärt, wie man Ordnung schafft – und warum man sich übers Aufräumen selbst besser kennenlernt.

Frau Paulon, welche Erfahrung punkto Ausmisten haben Sie bei Ihrem letzten Umzug gemacht?

Eine befreiende. Eigentlich war die Erfahrung sogar ein Auslöser für meine heutige Tätigkeit als Aufräumcoach. Ich habe frühzeitig angefangen zu entrümpeln und die Freiheit gespürt, mich von Sachen trennen zu können. Umzugskisten habe ich beschriftet und nummeriert, so dass der Umzug an sich erleichtert wurde. 

Vor einem Umzug gilt es, tausend Dinge zu erledigen. Ist es sinnvoll, in dieser oft kurzen Zeit gründlich aufräumen zu wollen? 

Ein Umzug bietet eine ideale Gelegenheit dazu. Es ist ein gewisser Druck vorhanden, der im Alltag meist fehlt. Man sollte aber unbedingt so früh wie möglich anfangen, Sachen auszumisten, damit das Packen und Zügeln später einfacher geht. Hat man nur noch wenig Zeit, rate ich dort auszumisten, wo der Leidensdruck am grössten ist. Bei vielen Leuten heisst das: Im Keller.

Wie schaffe ich nach dem Umzug eine gute Basis, um im neuen Zuhause Ordnung zu halten? 

Packen Sie die Kisten so schnell wie möglich aus. Wenn Sie eine Lampe nach zwei Monaten noch nicht ausgepackt haben, brauchen Sie sie vielleicht gar nicht mehr. 

Ganz generell: Wie findet man im Alltag die Motivation – und die Zeit – zum Aufräumen? 

Wichtig ist, ein Ziel vor Augen zu haben: Warum will ich aufräumen? Um einfacher putzen zu können? Oder um Platz für mein neues Hobby zu schaffen? Je nach Ziel ist die Motivation eine andere. Klar ist: Ordnung schaffen braucht Zeit. Der Aufräumprozess gleicht einem Marathon. Trotzdem muss man nicht etwa Ferien dafür nehmen. Es ist besser, regelmässig kleine Schritte zu machen und sich jeweils eine «Ecke» vorzunehmen, als alles stehen zu lassen. Vorher-Nachher-Fotos helfen bei Motivationstiefs.

Was tun, um auch Partner, Kinder oder Mitbewohner zu motivieren? 

Aufräumen beginnt bei einem selbst. Ich bin überzeugt, dass man eine innere Ruhe ausstrahlt, wenn man in den eigenen Bereichen Ordnung geschafft hat. Eine Ruhe, die auf Andere ansteckend wirkt. Gerade auch Kinder lassen sich dadurch motivieren. 

Viele Gegenstände besitzen einen rein emotionalen Wert. 

Genau, solche Dinge finden sich überall. Das kann das Tischtuch der Grossmutter sein, ein Kleidungsstück, das man zu einem speziellen Anlass getragen hat oder eine Sammlung an Konzert- und Kinotickets aus Jugendzeiten. Es ist wie im Sport: Man «trainiert» das Aussortieren, das Entscheiden. Zuerst nimmt man die kleinen Hürden, dann die grossen. In meinen Coachings beginne ich jeweils bei der Kategorie Kleider. Die meisten Leute entscheiden relativ zügig, was sie behalten und was sie weggeben wollen.Erst zum Schluss kommt die Kategorie «Sentimentales». 

Nach welchen Kriterien entscheidet man dort? 

Man fragt sich: «Macht mich der Gegenstand glücklich?». Wenn ja, soll der Gegenstand zelebriert werden: Man kann ihn vielleicht ausstellen oder ihm im Alltag eine grössere Bedeutung geben – etwa das Tischtuch der Grossmutter regelmässig verwenden, nicht nur an Weihnachten.  

Und wenn man sich für das Weggeben entscheidet? 

Auch wenn das in unserer Kultur ein wenig komisch tönt: Ich finde es schön, wenn man sich zunächst bei den Sachen bedankt. Schliesslich haben sie einen einmal glücklich gemacht oder waren nützlich. Entsorgen muss nicht unbedingt Wegwerfen heissen. Man kann etwas auch verschenken oder spenden. Und ein Foto des seit Jahrzehnten nicht mehr benutzten Surfbretts genügt vielleicht, um sich daran zu erinnern. 

Übrigens: Man lernt sich selbst besser kennen, wenn man sich diesen mehrfachen Entscheiden «behalten oder weggeben» stellt. 

Welches sind Ihre drei Tipps für Aufräum-Anfänger? 

Erstens: Gehen Sie nach Kategorien vor. Bringen Sie also beispielsweise alle Kleider – vom Schrank, Keller, Garderobe etc. – an einen Ort. So erhalten Sie einen Überblick, wie viel davon Sie bereits besitzen. Zweitens: Ordnen Sie Dinge nach dem Prinzip «Gleiches zu Gleichem» ein. Und zwar auch in der «Grümschelischublade», wo Batterien, Büroklammern, Bleistiftspitzer wild durcheinanderliegen. Sie besorgen einfach kleine Böxli, um die Sachen getrennt einzuordnen. Drittens: Weisen Sie allen Sachen einen bestimmten Platz zu.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Paulon.

Susanna Stalder

Karine Paulon begleitet als Aufräumcoach ihre Kundinnen und Kunden dabei, Ordnung zu schaffen. Sie arbeitet nach der international bekannt gewordenen Methode der Japanerin Marie Kondo. Karine Paulon, die in Neuenburg aufgewachsen ist und in Zürich Biologie studiert hat, lebt heute mit ihrer Familie in Thalwil. Hier ist auch der Sitz ihrer Firma «à jour». 

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