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Von Plaffeien in die Welt hinaus

Die Hartmetallteile von Extramet sind international gefragt. Seit April 2017 vertrauen die Freiburger voll und ganz auf externes Logistik-Know-how: Die Post hat die Spedition übernommen und wickelt sämtliche Zollformalitäten ab.

An Werktagen könnte man in Plaffeien die Uhr nach der Post richten: Immer um elf Uhr passiert ein Lastwagen von TNT Swiss Post das 3600-Seelen-Dorf Richtung Rüttistrasse und dockt am Werkgebäude von Extramet an. Beladen mit einigen Laufmetern Einzelpaketen und  Paletten macht der Camion kehrt und fährt die Ware in ein Verteilzentrum im aargauischen Buchs.

«Damit ist die Sache für uns erledigt», sagt Peter Blaser, Leiter Verkauf und Logistik bei Extramet. Denn die Triage des Transportguts und die Verteilung auf die verschiedenen Kanäle übernimmt die Post: Ein Teil der Ware bleibt in der Schweiz, der grössere Teil geht jedoch in die weite Welt hinaus. Der Exportanteil von Extramet liegt konstant bei 80 Prozent.

 

Viermal härter als Stahl

«Rohlinge» heissen die Hartmetallteile, die Extramet verschickt. Sie bestehen aus einem gepressten und bei über 1000 Grad gebackenen Wolfram-Kobalt-Gemisch, gehören zur Kategorie der Hartmetalle und verschleissen viermal langsamer als die härtesten Stahlsorten. Die Kunden von Extramet veredeln die Werkstücke zu Dreh-, Bohr- und Fräswerkzeugen für die spanabhebende Industrie. Mit den Werkzeugen werden Metall und Kompositwerkstoffe bearbeitet, die schliesslich in Autos und Flugzeugtypen, etwa von Airbus oder Boeing, landen.

Peter Blaser, Leiter Verkauf und Logistik, Extramet

«Unsere Kunden», sagt Peter Blaser, «sind oft kleine Firmen mit wenig Erfahrung im grenzüberschreitenden Handel.» Deshalb übernehme man für den Kunden neben den Zollabgaben auch die Erledigung der Formalitäten.

Viele Jahre wickelte Extramet die Ausfuhren in den EU-Raum über einen deutschen Spediteur ab. Ende 2015 folgte die böse Überraschung: Der deutsche Zoll gab bekannt, dass die Praxis der Sammelverzollung von Schweizer Waren nicht mehr akzeptiert werde. «Von da an hätten wir jede noch so kleine Sendung einzeln verzollen sollen», erinnert sich Sylvia Hayoz, die Leiterin des Logistikteams von Extramet, und sie zählt die Schritte auf, die dafür nötig sind: Transportanmeldung beim Spediteur, Zoll- und Ausfuhranmeldung sowie Einfuhranmeldung im Zielland. Sie hätte mindestens zwei weitere Vollzeitmitarbeitende gebraucht, und dieser Aufwand war zu hoch.

Ein LKW pro Tag

Im Frühling 2016 lud Blaser deshalb vier Anbieter zu einem Auswahlverfahren ein. Gefragt war nebst externem Know-how eine All-in-one-Lösung mit einer entscheidenden Bedingung: Da das Werksgelände von Extramet in einem Wohngebiet liegt, sollte pro Tag nur ein LKW ins Freiburger Oberland kommen.

Ein halbes Jahr später stand die Post als Gewinnerin des Auftrags fest. Sie entwickelte zusammen mit Partnern ein ökologisch nachhaltiges und ökonomisch zeitsparendes Gesamtkonzept für alle Versandprodukte von Extramet. Die Lösung enthält neben der Abwicklung aller Zollformalitäten auch die nationale und internationale Logistik sowie die Anlieferung des Grundstoffs Kobalt aus Finnland.

«One integrated logistics» nennt der Kundenberater der Post, Patrick Krattinger, die Lösung, die er für Extramet aufgesetzt hat. «Sie beweist, dass wir die Bedürfnisse der Schweizer Exportindustrie verstehen.» Eine Aussage, der Peter Blaser zustimmen kann: «Das Know-how der Post überzeugt uns Tag für Tag.»

Zu den Gewinnern zählen auch Sylvia Hayoz und ihr Team. Seit April 2017 ist jedes Paket in drei Schritten speditionsbereit:  Barcode auslösen, Rechnung für die Verzollung und Frachtbrief erstellen. Um elf Uhr kommt der Camion, und Sylvia Hayoz kann sicher sein, dass die Ware pünktlich auf den Werkgeländen der Kundschaft steht.

Arbeiten Hand in Hand: Peter Blaser mit Sylvia Hayoz, der Leiterin des Logistikteams von Extramet.

 Verzollung

 

Für Extramet wurden folgende Module zu einem Logistikpaket gebündelt:

  • Stückguttransport national und international
  • Pakete national und international
  • Transport von Spezialbehältern mit Schüttgut von und nach Finnland
  • Selbstabholer am Standort Basel beim Post-Partner GLS

 

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