Brexit: Warensendungen nach Grossbritannien
Welche Auswirkungen hat der Brexit auf den Versand nach Grossbritannien?

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Versand nach Grossbritannien wieder möglich
Die technischen Probleme der Zolldaten-Übertragung beim britischen GLS-Netzwerkpartner sind gelöst. Ab dem 20. Januar 2021 können Versände nach Grossbritannien wieder mit Swiss Post GLS erfolgen. Aktuell ist die Anzahl Zolltarifnummern je Ausfuhr noch auf 30 Tarifnummern beschränkt. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte den Kundendienst Swiss Post GLS unter E-Mail infogls@post.ch oder telefonisch unter 0848 858 686.

Der Austritt von Grossbritannien aus der Europäischen Union hat Auswirkungen auf den Versand von Waren nach Grossbritannien. Warenversände von Schweizer Geschäftskunden nach Grossbritannien werden in gewohnter Qualität gewährleistet.

Folgende Änderungen traten per 1. Januar 2021 in Kraft:

  • Die Freigrenze für kommerzielle Warensendungen bis GBP 15.– entfällt, womit jede Warensendung nach UK ab dem ersten Pfund mehrwertsteuerpflichtig ist.
  • Für Sendungen bis zu einem intrinsischen Warenwert (ohne Mehrwertsteuer und ohne Transportkosten) von GBP 135.– ist der Verkäufer oder die Verkaufsplattform verantwortlich, die geschuldete Mehrwertsteuer an die britischen Steuerbehörden HMRC (Her Majesty’s Revenue and Customs) abzuführen. Zollabgaben fallen grundsätzlich keine an. Dazu müssen sich geschäftliche Versender in UK steuerlich registrieren, indem sie eine UK-MWST-Nummer sowie eine UK-EORI-Nummer beantragen.
  • Verfügt der Empfänger über eine UK-MWST-Nummer, wird die MWST mittels einer Umkehrung der Steuerschuldnerschaft (reverse charge) abgerechnet. Auf der Handelsrechung muss dann der Hinweis «reverse charge: customer to account for VAT to HMRC» vermerkt werden.
  • Sendungen mit einem Warenwert über GBP 135.– können wie bis anhin auch ohne mehrwertsteuerliche Registrierung nach UK versandt werden.
  • Für Sendungen mit verbrauchsteuerpflichtige Waren (u.a. Alkohol und Tabakwaren) gelten die bestehenden Vorschriften weiterhin
  • Für nicht-kommerzielle Warensendungen zwischen Privatpersonen gelten die bestehenden Vorschriften und sind bis zu einem Warenwert von GBP 39.– von Einfuhrabgaben (MWST und Zölle) befreit. 

Swiss Post GLS

Nach den aktuellen Planungen wird am 28.12.2020 letztmalig ein Paketversand mit Swiss Post GLS nach UK unter den heute geltenden Einfuhrbestimmungen möglich sein.

  • UK-MWST-Nummer und UK-EORI-Nummer bei Nutzung des GLS-inco-terms 10 und 18 (VAT Registration Scheme)
  • Bezeichnung und Anzahl der Waren mit dazugehörigen Zolltarifnummern (HS-Code) und jeweiligem Wert
  • Name und Anschrift des Sendungsempfängers mit Telefon, E-Mail und Ansprechpartner
  • Lieferanschrift, wenn diese von der Rechnungsanschrift abweicht

Umfassendere Informationen zur Handelsrechnung finden Sie auf www.post.ch/swiss-post-gls unter «Notwendige Rechnungsinhalte».

  • GLS-inco-term 10 (DDP)
  • GLS-inco-term 20 (DAP)
  • GLS-inco-term 30 (DDP, VAT unpaid)
  • GLS-inco-term 40 (DAP, cleared)
  • GLS-inco-term 60 (Pick&ShipService, Pick&ReturnService)

Weiterführende Informationen zu den bestehenden GLS-inco-terms finden Sie auf www.post.ch/swiss-post-gls

Für Ihre Sendungen mit einem Warenwert bis GBP 135.– ist der neue GLS-inco-term 18 zwingend anzuwenden.

  • GLS-inco-term 18 (DDP, VAT Registration Scheme): Frei Haus, verzollt, versteuert – Mit diesem neuen inco-term bezahlt der Versender Fracht und Verzollung. Die Mehrwertsteuern trägt entweder der Importeur oder der Versender nach erfolgter Registrierung in UK. Zölle fallen nicht an.
  • Für Sendungen mit einem Warenwert bis GBP 135.– ist die Nutzung des GLS-inco-term 18 für kommerzielle Versender zwingend vorgeschrieben.
  • Die Mehrwertsteuer wird direkt an die britischen Finanzbehörden (HMRC) entrichtet. Dafür ist ggf. vorab eine Einfuhrumsatzsteueranmeldung auf der Website der britischen Regierung und die Beantragung einer UK-EORI-Nummer erforderlich.

Bei der Verwendung der MWST-Nr eines UK-Importeurs muss die Rechnung den folgenden Wortlaut enthalten: «Use importer account for VAT to HMRC».

Für Sendungen mit einem Warenwert über GBP 135.– darf der GLS-inco-term 18 nicht angewendet werden.

Für inco-term-18-Sendungen stellt Swiss Post GLS CHF 23.– je Verzollung in Rechnung.

Je nachdem, ob Sie an gewerbliche (B2B) oder an private Empfänger (B2C) versenden und wie hoch der Warenwert ist, schreibt die britische Regierung unterschiedliche Regeln bei der Wahl der inco-terms vor. Die folgende Tabelle zeigt alle verfügbaren GLS-inco-terms für den Versand nach UK ab dem 1. Januar 2021. Um den passenden inco-term zu finden, gehen Sie mit den Importeuren in UK in den Dialog und legen Sie fest, wer die anfallenden Einfuhrumsatzsteuern, Zölle und Verzollungsgebühren trägt.

Die GLS-inco-terms 50, 11, 15, 17, 21, 33, 41 und 91 sind dann nicht mehr möglich für den Versand nach UK.


Swiss-Post-GLS-Pakete aus der Schweiz erreichen ihr Ziel im UK innerhalb einer Regellaufzeit von drei bis fünf Werktagen (Mo – Fr). Wir sind bestrebt, diese Laufzeiten auch nach dem Inkrafttreten der neuen Zollbestimmungen stabil zu halten. Anfangs kann es jedoch auf Grund des Verzollungsprozesses zu Verzögerungen kommen, auf die wir keinen Einfluss haben. Im Falle von unvollständigen oder fehlerhaften Begleitdokumenten, beziehungsweise fehlerhafter Deklaration, kann es zu Verzögerungen in der Paket- und Zollabfertigung kommen, die nicht durch Swiss Post GLS bedingt sind.

Bei Verwendung des GLS-inco-terms 10 und 18 müssen die UK-MWST-Nummer und UK-EORI-Nummer des Versenders auf der Rechnung für den Kunden ausgewiesen werden.

Bei Verwendung der GLS-inco-terms 18 und 10 (für B2C-Verkehr) ist der Versender verpflichtet, sich in UK steuerlich zu registrieren, um eine UK-MWST-Nummer und eine UK-EORI-Nummer zu haben.

Für B2B-Verkehre ist die Registrierung in UK durch den Versender nur erforderlich, sofern der Versender die UK-MWST direkt abführen will.

Beim Versand an gewerbliche Empfänger (B2B) für Sendungen mit einem Warenwert über GBP 135.– mit den GLS-inco-terms 20, 30 und 40 benötigt der versendende Geschäftskunde zwingend eine UK-EORI-Nummer. Eine eigene UK-MWST-Nummer wird hingegen nicht verlangt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von GLS.

URGENT Business

URGENT Business Sendungen werden weltweit im Netzwerk von TNT/FedEx verarbeitet und zugestellt. Deren Team in UK ist vorbereitet und informiert auf einer extra eingerichteten Website. Die grundlegenden Informationen zu Swiss Post GLS und PostPac International zum Thema Registrierung, Warenwerte und Gültigkeitsbereich treffen auch für URGENT Business zu. Die Option EU-Clearance ist nach Grossbritannien nicht mehr möglich.

Pakete und Kleinwarensendungen PRIORITY und ECONOMY

Hier finden Sie Antworten zu Fragen rund um den kommerziellen Warenversand mit PostPac International und Kleinwarensendungen.

Ab dem 01.01.2021 wird jede Warensendung von der Schweiz nach UK mehrwertsteuerpflichtig. Dabei kommen je nach Warenwert zwei verschiedene Verfahren zum Tragen:  

Bei kommerziellen PostPac-International- und Kleinwarensendungen «Business-to-Consumer» bis zu einem Warenwert von GBP 135.– muss neu immer der geschäftliche Versender in der Schweiz die britische Mehrwertsteuer einfordern und direkt abliefern. Um mögliche Laufzeitverzögerungen durch Zollblockaden zu vermeiden, wird dem Versender dringend empfohlen, sich in UK steuerlich zu registrieren. Ist ein Versender steuerlich in UK registriert und rechnet die britische Mehrwertsteuer mit den britischen Steuerbehörden ab, werden die Sendungen dem Empfänger ohne zusätzliche Kosten (wie z.B. einer Verzollungsgebühr) analog einer DDP-Verzollungslösung (verzollt und versteuert) zugestellt. Für kommerzielle Versände besteht bis zu einem intrinsischen Warenwert (ohne Mehrwertsteuer und ohne Transportkosten) von GBP 135.– keine Möglichkeit mehr, mit dem Incoterm DAP/DDU (Delivered at Place oder Delivered Duties Unpaid = unverzollt und unversteuert) Waren in UK einzuführen.  

PostPac-International-und Kleinwarensendungen «Business-to-Consumer» mit Warenwerten über GBP 135.– werden unabhängig, ob der Versender in UK registriert ist oder nicht, wie bisher beim Empfänger mehrwertsteuer- und ggf. zollpflichtig. Bei den genannten Sendungen darf der Versender die britische Mehrwertsteuer nicht einnehmen und muss die Sendung per inco-term DAP versenden. 

Im internationalen Brief- und Paketkanal gibt es aktuell keine Verzollungslösung für Sendungen mit Warenwerten über GBP 135.–. 

Jede kommerzielle Warensendung wird ab dem 01.01.2021 in UK mehrwertsteuerpflichtig. Ausnahme sind Geschenksendungen von Privatpersonen an Privatpersonen bis zu einem Warenwert von GBP 39.– und Sendungen mit verbrauchsteuerpflichtigen Waren (u.a. Alkohol und Tabakwaren). Sendungen mit solchen Produkten werden behandelt wie Sendungen mit einem Warenwert über GBP 135.–, da sie auch Zollabgaben verursachen. 


Für alle Sendungen mit Wareninhalt müssen die EAD-Daten (Electronic Advance Data) elektronisch erfasst werden. Für PostPac International erfolgt dies automatisch mit der elektronischen Erstellung des Frachtbriefes und bei Kleinwarensendungen mit der Nutzung von Begleitpapiere International oder dem Webshop Connector International (WSC). 

Auf der Sendung wird keine britische Steuer- oder EORI Nummer vom Versender vermerkt. Die Zollbehörde erkennt aufgrund der Absenderinformation in den EAD-Daten, ob der Versender in UK registriert ist und verarbeitet die Sendung entsprechend. Für PostPac International wird dringend empfohlen, die UK-Steuer- und -EORI Nummer auf dem Frachtbrief und der Handelsrechnung anzugeben.

Sendungen nach Grossbritannien können ab dem 01.01.2021 nicht mehr mit der DDP-Verzollungslösung versendet werden. Falls Sie Sendungen mit Warenwerten unter GBP 135.– versenden, können Sie sich in Grossbritannien registrieren und Ihre Sendungen nach wie vor versteuert und verzollt versenden (DDP). Kunden, die die DDP-Verzollungslösung nutzen, können die GB-Sendungen nach wie vor im Webshop Connector International oder den Webservice verarbeiten (z.B. das Versandlabel dazu erstellen). Die EAD-Daten werden automatisch im Hintergrund übermittelt und müssen nicht separat unter Begleitpapiere International erfasst werden. Weitere wichtige Informationen zu den Aufgabemodalitäten finden Sie hier.

Weitere Informationen: 

Die Postpakete nach UK werden durch unseren lokalen Partner Parcelforce, die Paket-Sparte der staatlich beauftragten Postgesellschaft Royal Mail, verarbeitet und zugestellt. Informationen zum Brexit sind auf deren Website zu finden.

Dokumente und Presseerzeugnisse

Ab dem 01.01.2021 wird jede Warensendung von der Schweiz nach UK mehrwertsteuerpflichtig. Hierzu zählen auch Presseerzeugnisse (Magazine, Zeitungen, Periodika u.ä.). Für Dokumente (Briefe, Postkarten, Rechnungen  u.ä.) gibt es keine Änderungen.  Es kommen bei Presseerzeugnissen je nach Warenwert zwei verschiedene Verfahren zum Tragen.

Bei Presseerzeugnissen bis zu einem Warenwert von GBP 135.– muss neu immer der Verkäufer oder die Verkaufsplattform die UK-MWST einfordern und abliefern. Um mögliche Laufzeitverzögerungen durch Zollblockaden zu vermeiden, wird dem Versender empfohlen, sich in UK zu registrieren. Ist ein Versender steuerlich in UK registriert und rechnet die UK-MWST mit den britischen Steuerbehörden ab, werden die Sendungen dem Empfänger ohne zusätzliche Kosten (wie z.B. eine Verzollungsgebühr) analog einer DDP-Verzollungslösung (verzollt und versteuert) zugestellt. Für kommerzielle Versände besteht bis zu einem intrinsischen Warenwert von GBP 135.– keine Möglichkeit mehr, mit dem Incoterm DAP/DDU (Delivered at Place oder Delivered Duties Unpaid = unverzollt und unversteuert) Waren in Grossbritannien einzuführen.

Presseerzeugnisse mit Warenwerten über GBP 135.– werden unabhängig, ob der Versender in Grossbritannien registriert ist oder nicht, immer beim Empfänger mehrwertsteuer- und ggf. zollpflichtig. Bei den genannten Sendungen darf der Versender die britische Mehrwertsteuer nicht einnehmen und muss die Sendung per Incoterm DAP versenden. Im internationalen Briefkanal gibt es aktuell keine Verzollungslösung für Sendungen mit Warenwerte über GBP 135.–.

Jede Sendung mit Wareninhalt inklusive Presseerzeugnisse jeder Art werden ab dem 01.01.2021 in Grossbritannien mehrwertsteuerpflichtig. Für Dokumente (Briefe, Postkarten, Rechnungen u.ä.) gibt es keine Änderungen. Eine weitere Ausnahme sind Geschenksendungen von Privatpersonen an Privatpersonen bis zu einem Warenwert von GBP 39.–.

Ebenso dürfen Sendungen mit einem Warenwert bis GBP 135.– keine Produkte mit Verbrauchssteuer beinhalten (bspw. Tabak, Alkohol etc.). Sendungen mit solchen Produkten werden behandelt wie Produkte mit einem Warenwert über GBP 135.–, da sie auch Zollabgaben verursachen. 

Für alle Sendungen mit Wareninhalt inkl. Presseerzeugnissen  müssen die EAD-Daten (Electronic Advance Data) elektronisch erfasst werden und ein korrekt ausgefülltes CN22 angebracht sein. Auf der Sendung wird keine britische Steuer- oder EORI-Nummer vom Versender vermerkt. Die Zollbehörde erkennt aufgrund der Absenderinformation in den EAD-Daten, ob der Versender in GB registriert ist, und verarbeitet die Sendung entsprechend.  

Allgemeine Fragen

Der Schweizer Versender registriert sich bei der britischen Steuerbehörde (HMRC). Die Registrierung umfasst den Antrag auf eine UK-MWST-Nummer. Durch die steuerliche Registrierung entsteht für den Versender die Pflicht, monatlich oder quartalsweise eine britische Umsatzsteuererklärung einzureichen.

 

Der Schweizer Versender beantragt eine UK-EORI-Nummer bei der britischen Steuerbehörde (HMRC).

Trifft eine Sendung mit einem Warenwert unter GBP 135.– von einem nicht registrierten Schweizer Versender in UK ein, wird die Sendung von der Zollbehörde blockiert. Der Versender wird kontaktiert. 

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