Unser Engagement, Corona

«Dank der grossen Solidarität sind wir sehr gut unterwegs»

Sabine Zeilinger, Leiterin Kommunikation und Mediensprecherin beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK), zeigt auf, was mit den Corona-Spenden passiert. Allein die Post hat dem SRK aus dem Erlös der Briefmarke «COVID-19 Solidarität» bisher mehr als eine Million Franken überwiesen.

Simone Hubacher

Corona ist auch für das SRK eine Herausforderung; die Verteilung der Gelder muss schnell gehen. Wie erleben Sie diese Wochen?

Die letzten Wochen waren sehr intensiv. Das Schweizerische Rote Kreuz musste in kürzester Zeit seine Dienstleistungen anpassen, hat neue Freiwillige rekrutiert, da Freiwillige aus Risikogruppen ausgefallen sind, und ist seit Wochen gefordert, Menschen in Not mit Soforthilfe direkt und unbürokratisch zu unterstützen. Das hat alle natürlich sehr gefordert. Aber wir sind der Meinung, dass wir sehr gut unterwegs sind. Und wir sind enorm dankbar für die grosse Solidarität, die wir von der Schweizer Bevölkerung und den Unternehmen erhalten.

Wie läuft die Verteilung via Drittorganisationen genau ab?

Die Spenden setzen wir für Hilfsprojekte unserer Rotkreuz-Organisationen ein, die direkt den Vulnerablen, aber auch den Risikogruppen zugutekommen. Konkret sind das beispielsweise Lieferdienste für Risikogruppen, unsere Fahr- und Entlastungsdienste sowie die Soforthilfe für finanziell in Not geratene Familien und Einzelpersonen. Wir haben aber auch das Gesundheitssystem unterstützt, zum Beispiel mit Präventionsmassnahmen zur Sensibilisierung von Migranten, mit der Beschaffung von Masken und Schutzmaterial für Freiwillige und Mitarbeitende sowie den Bund mit der Mitarbeit in Testzentren. All diese Projekte werden von unseren Rotkreuz-Organisationen sowie der Geschäftsstelle des Schweizerischen Roten Kreuzes umgesetzt. Diese können für ihre Angebote Gesuche bei der Geschäftsstelle in Bern einreichen, die rasch und unbürokratisch bewilligt und finanziert werden. Bei der Soforthilfe setzen wir auf einen eingespielten Prozess, der nach ein paar Startschwierigkeiten gut an die neuen Herausforderungen angepasst werden konnte.

Wie viele Organisationen berücksichtigen Sie dabei?

Zum Schweizerischen Roten Kreuz SRK gehören 24 Rotkreuz-Kantonalverbände, die Blutspende Schweiz AG und vier Rettungsorganisationen: der Schweizerische Samariterbund, der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde (REDOG), der Schweizerische Militär- und Sanitätsverband sowie die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG). Die Geschäftsstelle in Bern koordiniert alles. Diese Organisationen und ihre Dutzenden von Unterorganisationen unterstützen gemeinsam mit tausenden von Freiwilligen zentral und dezentral die von der Corona-Pandemie am meisten betroffenen Menschen.

verfasst von

Simone Hubacher

Redaktorin