Briefmarken

50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht

Es ist ein historisches Datum, denn an diesem Tag wurde das politische System der Schweiz erst zu einer Demokratie, die diesen Namen verdient: Am 7. Februar 1971 wurde in unserem Land als eine der letzten Nationen das Frauenstimm- und Wahlrecht eingeführt.

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Die Briefmarke zum 50-Jahr-Jubiläum dieses Entscheids zeigt Helvetia, die Ikone der Schweizer Demokratie, beim Einwerfen ihres Stimmzettels an der Wahlurne. Auf dieser symbolträchtigen Handlung liegt der Fokus des Bildes. In Anlehnung an die Frauenstreik-Bewegung ist das Wertzeichen in warmen Violetttönen gehalten. Mit dem Verwenden der Marke setzen Absenderinnen und Absender ein Zeichen für Gleichberechtigung.

Um das Jubiläumsjahr gebührend zu begehen, wurde der Verein CH2021 als dreisprachige Informationszentrale gegründet. Auf www.ch2021.ch findet sich eine Übersicht aller Veranstaltungen, die 2021 stattfinden werden. Die Seite bietet darüber hinaus Geschichtliches und Aktuelles zum Thema Frauenrechte.

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Zita Küng und Andrea Maihofer, Gründerinnen des Vereins CH2021, im Interview

Zita Küng und Andrea Maihofer (Foto: Urs Graber und zVg)

Der Verein CH2021 versteht sich als Informationsdrehscheibe rund um die Aktivitäten zum 50-Jahr-Jubiläum des Frauenstimm- und Wahlrechts. Welche dieser Aktivitäten ist für Sie persönlich aktuell am wichtigsten?

Z. Küng: Das Wichtigste ist mir, dass sich ganz unterschiedliche Milieus etwas für dieses Jahr ausdenken. Demokratie, Beteiligung und Mitgestaltung sind offenbar für viele ein Thema. Daraus entstehen auch ganz unterschiedliche Formate: von Beleuchtungskonzepten über Bücher, Gesellschaftsspiele, Musikprogramme, Studien, Ausstellungen, Jugendradiosendungen und Diskussionsanlässe bis zu Theaterstücken und Motorradcorsos. Alles ist willkommen, alles gehört in unsere Zeit. Ich kann nicht entscheiden, ob mir grosse, spektakuläre Events oder kleine, kluge Interventionen wichtiger sind. Gut ist, dass beides vorbereitet wird.

A. Maihofer: Ich glaube, dass Menschen, so verschieden sie sind, durch die unterschiedlichsten Dinge zum Nach- und Weiterdenken angeregt werden. Deshalb ist mir die Vielfalt der Aktivitäten, die es geben wird, sehr wichtig, aber auch die Anerkennung des bisher Geleisteten.

Am 5. März 1957 haben in Unterbäch zum ersten Mal Schweizer Frauen ihre Stimme abgegeben (zur Frage der Einführung einer Zivilschutzpflicht für Frauen). Da die Stimmen nicht einmal ausgezählt wurden, war das nur ein symbolischer Akt. Oder doch nicht? Was bedeutet Ihnen dieser Ort und dieses Datum?

Z. Küng: Damals war es ein Akt des Ungehorsams – sehr mutig. Das weltweite Medieninteresse zeigte auch auf, dass in Unterbäch ein Ereignis stattgefunden hatte, das für die Schweiz bedeutend war. Dass die Unterbächerinnen – mit Unterstützung ihrer männlichen Verbündeten – öffentlich den Anspruch stellten, ihre Meinung ebenso äussern zu können, war einerseits symbolisch wichtig und machte andererseits auch klar, dass hier eine eklatante Benachteiligung vorlag, die diese Frauen nicht mehr hinnehmen wollten. Unterbäch als «Rütli der Schweizer Frauen» erinnert uns an den langen Kampf, den Generationen von Frauen führen mussten, um politisch in der Demokratie anzukommen.

A. Maihofer: Ich kann diesen Ausführungen nur zustimmen!

Im Hinblick auf eine vollständige Gleichstellung ist das Stimm- und Wahlrecht ja nur ein Aspekt unter vielen. Inwiefern kann das Jubiläum etwas zum Weg in Richtung des übergeordneten Ziels der Gleichstellung beitragen?

Z. Küng: 2021 ist eine Gelegenheit nachzudenken, Entwicklungen zu analysieren und klarzumachen, wo wir in unserer Demokratie stehen und warum. Das Jubiläum schafft diesen Raum, eine Art Atempause. Dies ist wichtig, um Zwischenbilanzen zu ziehen, um Weichen für die Zukunft zu stellen und um viele miteinzubeziehen. Die Schweizerinnen haben realisiert, dass das formale Stimm- und Wahlrecht nicht automatisch dazu geführt hat, dass die Frauen aus Fleisch und Blut mit ihren eigenen Ideen überall willkommen sind und sich auf Augenhöhe beteiligen können. Dieser Prozess ist immer noch in Gang. Die Macht bewusst zu teilen, ist nach wie vor ein Thema.

A. Maihofer: Wenn es gelänge, dass mit dem Jubiläum für viele deutlicher wird, dass es nun endlich um die nächsten konkreten Schritte zur tatsächlichen Gleichstellung geht und dass dies eine grosse Aufgabe ist, wäre viel erreicht.

Technische Infos

Verkauf

Philatelie: ab 25.2.2021 bis 31.3.2022 oder solange Vorrat

Filialen: ab 4.3.2021 bis 31.3.2022 oder solange Vorrat

Gültigkeit

Unbeschränkt ab 4.3.2021

Druck

Offsetdruck, 4-farbig; Cartor Security Printing, La Loupe, Frankreich

Formate

Wertzeichen: 28 × 33 mm

Kleinbogen: 192 × 95 mm

(2 Reihen zu 4 Marken)

Papier

Briefmarkenpapier weiss, mit optischem Aufheller, matt gummiert, 110 gm²

Zähnung

13 ½ : 13 ¼

Gestaltung

Fabienne Angehrn, Luzern