Menschen

Eine Marke für die Gleichberechtigung von Homosexuellen

Vor 50 Jahren kam es in New York zum sogenannten Stonewall-Aufstand, bei dem sich Homosexuelle und Transmenschen erstmals der Polizei widersetzten. Das postinterne Netzwerk RAINBOW hat aus diesem Anlass die Herausgabe einer Sondermarke angeregt.

Jürg Freudiger

Der Stonewall-Aufstand hat weltweit Bewegungen ausgelöst, die heute unter der Abkürzung LGBTI+ zusammengefasst werden; sie steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Intersexual, das Plus für «Queer». Bei der Schweizerischen Post gibt es zwei Netzwerke, welche Themen der Vielfalt aufgreifen: MOSAICO (Sprachen und Kulturenvielfalt) und RAINBOW (LGBTI+). Damit ist die Schweizerische Post nichts anderes als ein Spiegel unserer Gesellschaft: In der Schweiz werden nicht nur vier Sprachen und Kulturen gelebt, sondern unzählige Subkulturen aller Art. Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz des Themas haben sich die Postorganisationen der Schweiz und Liechtenstein zu einer Gemeinschaftsausgabe entschlossen. Das Schweizer Sujet mit Taxwert 100 stellt das Miteinander verschiedener Lebensentwürfe ins Zentrum: Sie greifen wie Puzzleteile ineinander. Beim von der Liechtensteinischen Post gestalteten 85er-Motiv wird die kulturelle und sexuelle Vielfalt von einer bunt-illustrierten Menschenmenge dargestellt.

Simon Graf, Co-Präsident des postinternen Netzwerks RAINBOW, erklärt wie die Idee zu einer Briefmarke für das 50-jährige Jubiläum der Stonewall-Unruhen entstanden ist.

Herr Graf, können Sie kurz beschreiben, was Ihr Netzwerk macht und welche Ziele damit verfolgt werden?

Wir sind ein selbstorganisiertes, internes Netzwerk der Post, das in einem ersten Schritt mit verschiedenen Veranstaltungen und Informationsanlässen lesbische, schwule, bisexuelle und Transgender-Mitarbeitende sowie alle weiteren Interessierten zusammenbringt. Dadurch soll eine Vernetzung über alle Bereiche stattfinden. Doch der Austausch passiert nicht nur innerhalb der Post, sondern auch mit anderen Unternehmen und LGBT-Netzwerken. Zudem initiieren wir auch Projekte. Als Beispiel kann hier der Anstoss zur Briefmarke für das 50-jährige Jubiläum der Stonewall-Unuhen genannt werden.

Warum ist es denn überhaupt nötig, dass es ein solches Netzwerk in der Arbeitswelt gibt?

Ich denke, das Thema LGBT+ (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) ist noch viel zu wenig verankert in der Arbeitswelt. Wir versuchen das Thema auf den Tisch zu legen, sodass offener darüber diskutiert wird und LGBT+ nicht nur im privaten Umkreis, sondern auch in der Arbeitswelt enttabuisiert wird.

Wie entstand die Idee, zu einer Briefmarke für das 50-jährige Jubiläum der Stonewall-Unruhen anzuregen?

Die Idee kam im Kernteam des Netzwerkes auf. Andere Länder haben schon Briefmarken zum Thema Vielfalt lanciert, so zum Beispiel Finnland oder Deutschland. Das 50-jährige Jubiläum der Stonewall-Unruhen nahmen wir schliesslich zum Anlass, die Idee bei der Schweizerischen Post einzubringen.

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Jürg Freudiger