Hintergründe

«Die beste Post hat auch die beste IT verdient»

Der Bereich Informationstechnologie spielt bei der Umsetzung der Poststrategie «Post von morgen» eine wesentliche Rolle. Wolfgang Eger, Leiter IT/Technologie der Post, spricht im Interview über die Herausforderungen und Chancen der Post von morgen.

Gabriel Ehrbar

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Wolfgang Eger, Leiter IT/Technologie der Post
Wolfgang Eger, Leiter IT/Technologie der Post

Welche Auswirkungen hat die neue Strategie «Post von morgen» auf den Bereich IT/Technologie?

Die Post von morgen braucht in der Zukunft in vielen Bereichen mehr Informatik und Technologie. Gleichzeitig sind wir durch die Digitalisierung gefordert, schnell, kompetent, günstig und natürlich auch mit der mindestens gleichen, guten Qualität wie heute zu liefern. Deswegen müssen wir uns näher an den Geschäfts- und Funktionsbereichen ausrichten. Genau das machen wir mit unserem neuen Operating-Modell «embedded IT». Das heisst, es braucht kontinuierlich gleiche und kompetente Ansprechpartner, die sich sehr eng und transparent mit dem Business austauschen und auch entscheiden können, und die den Zugriff auf die Informatik-Kompetenzen haben. Aber wir wollen auch mehr zur Effizienz der Post beitragen und natürlich eine wichtigere Rolle spielen bei den zukünftigen Technologien, die wir als Post brauchen. Die Informatik prägt, treibt und unterstützt die digitale Transformation der Post.

Das alles tönt nach grossem Personalbedarf. Wie viele Leute beschäftigt IT/Technologie eigentlich?

Wir beschäftigen heute rund 1200 Mitarbeitende, verteilt in der ganzen Schweiz. Dazu kommen aber auch noch zahlreiche externe Kollegen, die uns zum Beispiel in Projekten oder mit spezifischen Expertisen unterstützen. Damit sind wir einer der grössten IT-Arbeitgeber in unserem Land, was vielleicht nicht so viele Leute wissen.

Welche Chancen bietet «Post von morgen»?

Eine Riesenchance. Mit der Wachstumsstrategie werden wir nicht nur unsere Eigenwirtschaftlichkeit erhalten und somit unsere Zukunft sichern, die neue Strategie der Post schafft auch die Mitarbeitenden viele neue Möglichkeiten mit interessanten Aufgaben. Und besonders machen wir auch etwas für die Schweiz mit unserer heutigen und zukünftigen Kompetenz und den Services – also für die Bevölkerung und für die Wirtschaft. Eben als Motor für die Schweiz.

Weshalb spielt IT/Technologie für die zukünftigen Geschäftstätigkeiten und die digitale Transformation der Post eine Schlüsselrolle?

Ehrlich gesagt – welche Prozesse laufen heute noch ohne Informatik? Überall ist die Informatik in der einen oder anderen Art und Weise involviert. Das merken wir bei der Arbeit aber auch im privaten Umfeld. Und deswegen werden auch die zukünftigen Geschäftstätigkeiten – und zwar nicht nur jene der Kommunikations-Services – immer mehr von der Informatik abverlangen. Viele der neuen Services sind entweder digital oder haben wichtige digitalisierte Elemente. Deswegen spielt die IT/Technologie hier eine so wichtige Rolle. Wenn wir das nicht richtig unterstützen, dann haben wir als gesamte Post ein Problem.

Welches sind die grössten Herausforderungen, mit denen Sie konfrontiert seid?

Da gibt es einige Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen und wollen. Aber ich denke, eine der grössten ist, die künftigen Anforderungen der Post schnell genug bereit zu haben und umsetzen zu können – und zwar trotz der gesamten «Vergangenheit», die wir in unseren Systemen haben und gewissermassen mitnehmen müssen.

Was passiert bei IT/Technologie nun als nächstes? Welche Änderungen stehen an?

Zuerst werden wir bis zum Jahresende alles vorbereiten, um unsere Anpassungen in der Partnerbetreuung der Geschäftsbereiche, in der Stärkung der Effizienzsteuerung und der Technologiekompetenz vorzubereiten. Das werden wir wie bei geplant per 1. Januar 2020 umsetzen. Dann fängt das Ganze aber erst richtig an, da wir dann unsere bestehende Transformationsreise fortsetzen werden, um die Anforderungen der Zukunft zu erfüllen. Und all das natürlich neben den täglichen 1000 Themen die wir im Rahmen unseres Auftrages gerne erfüllen. Denn die beste Post hat auch die beste IT verdient.

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Wie werden wir vor diesem Hintergrund unsere Postgeschäfte in – sagen wir zehn Jahren – erledigen?

Wenn ich meine 10-jährigen Zwillinge anschaue, dann werden diese, denke ich, sehr stark die Postgeschäfte im digitalen Sinn erleben wollen. Aber sie brauchen Hilfe dazu, denn es wird auch dann nicht alles online gehen. Auch dann wird in meinen Augen der Kontakt von Mensch zu Mensch weiterhin sehr wichtig sein. Eben eine hybride Welt, in der jedoch der digitale Anteil deutlich höher sein wird.

verfasst von

Gabriel Ehrbar