Hintergründe

Klimaneutral ab 2030: Die Post macht vorwärts beim Klimaschutz

Ein Blick in die nahe Zukunft: Die Post ist immer noch zuverlässige Partnerin im Alltag ihrer Kundinnen und Kunden – mit einem Unterschied: Sie ist klimaneutral. Das ist keine Science-Fiction, sondern Ergebnis ihres ambitionierten Klima- und Energieziels.

Günseli Ünlü

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Installation von Solarpanelen

Ein schnelles Handeln ist nötig, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Das ist eine Herausforderung und gleichzeitig eine Chance. Bei der Post jedenfalls blickt man den nächsten zwei Jahrzehnten optimistisch entgegen. Dass der Konzern sich selbst jetzt noch strengere Umweltvorgaben auferlegt, hält Christian Plüss, Leiter Mobilitäts-Services und seitens Konzernleitung Botschafter für Nachhaltigkeit, für «ein ganz starkes Zeichen, über das ich mich extrem freue. Es bedeutet, dass die Post ihren eigenen CO2-Ausstoss so schnell wie möglich senken will.»

Eine enorme Verantwortung

Seit über 25 Jahren wird Nachhaltigkeit bei der Post gross geschrieben. Was wir aber nicht verschweigen wollen: Trotz wichtiger Programme wie zum Beispiel die Elektrifizierung der Zustellfahrzeuge und vielen weiteren Massnahmen, produziert die Post eine Menge CO2 – 1 Prozent der schweizerischen Emissionen jährlich, um genau zu sein. Der Grund: Die Post ist eines der grössten Logistikunternehmen im Land. Genau darin sieht Christian Plüss aber die grosse Chance für die Post: «Dadurch haben wir auch einen grossen Hebel, um bei den Emissionen wirklich etwas zu verändern.» Das beschleunigte Klima- und Energieziel der Post ist für Plüss, selbst Umweltwissenschaftler, ein Herzensprojekt.

Konkret will die Post bis 2030 im eigenen Betrieb klimaneutral sein. Ab 2040 streben wir an, im gesamten Unternehmen inklusive der Wertschöpfungskette Netto-Null zu sein. Dieses Ziel entspricht den Vorgaben der Science Based Target Initiative und trägt dazu bei, die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Möglich machen das eine Reihe von Massnahmen. Hier ein Überblick, wie sich der Konzern in den nächsten zwei Jahrzehnten entwickeln wird – und so Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt übernimmt.

E-Fahrzeugflotte: Die Post stromert der Zukunft entgegen

Schon bald wird es bei der Post keine Fahrzeuge mit konventionellem Benzin- oder Diesel-Antrieb mehr geben. Bereits 2024 sollen 100 batteriebetriebene Postautos in Betrieb sein. Und das ist nur der Anfang: Bis 2030 fahren alle unsere Zustellfahrzeuge und bis 2040 unsere Postauto-Flotte elektrisch. Auch der Anteil der Lieferwagen und Busse mit umweltfreundlichem Antrieb wird stark nach oben geschraubt. Das bedeutet auch für die Post-Mitarbeitenden eine Umstellung: «Das Zustellpersonal und die Busfahrerinnen und -fahrer müssen sich Schritt für Schritt mit Elektrofahrzeugen vertraut machen», kommentiert Plüss.

Natürlich ist auch der Strom ökologisch

Aber woher kommt die Energie für so eine gigantische E-Fahrzeugflotte? Natürlich aus der Schweiz! Die Post bezieht ausschliesslich zertifizierten Ökostrom aus der Schweiz, zum Beispiel aus Wind- und Sonnenenergie. Apropos Sonne: Den Strom erzeugen wir in Teilen sogar selbst. Der Post gehören schliesslich eine ganze Reihe von Gebäuden – und entsprechend viele Dächer. Diese grossen Flächen lässt sie natürlich nicht ungenutzt und betreibt auf ihren Dächern und zunehmend auch an den Fassaden einige der grössten Photovoltaikanlagen der Schweiz.

Auf moderne Heizungen bauen

Auch ohne Gasheizung muss im Winter bei der Post natürlich niemand frieren: Bis 2030 stattet die Post 80 Prozent ihrer Gebäudeflächen mit modernen Heizsystemen aus. Dann wird ökologisch eingeheizt: zum Beispiel mit Wärmepumpen, Pellets und Fernwärme. Und in den Gebäuden gibt es noch viel mehr Einsparpotenzial: Bei Neubauten und Modernisierungen setzt sie auf eine hervorragende Wärmedämmung und hält die energieeffizientesten Standards ein.

CO2-neutral

Leider lassen sich CO2-Emissionen nicht ganz verhindern – höchstwahrscheinlich auch nicht im Jahr 2040. Das Ziel von absolut Null-Komma-Null-Gramm CO2 in der eigenen Umweltbilanz kann die Post trotzdem erreichen: Indem sie den restlichen Ausstoss neutralisiert. Das bedeutet, das CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entnehmen. Möglich ist das mit einer Reihe von umwelttechnischen Massnahmen. Plüss: «Wir prüfen verschiedene Ansätze und werden ein Portfolio an Massnahmen aufbauen, damit wir bis 2030 auch diesen Schritt machen können.»

Mehr Infos

  • Klimaneutral im eigenen Betrieb heisst, die Post reduziert ihre eigenen Emissionen gemäss den Vorgaben der Science-Based-Targets-Initiative um jährlich 4,2 Prozent bis 2030 (Basisjahr 2021) und neutralisiert den Rest.
  • Netto-Null heisst, die Post reduziert ihre Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette um 90 Prozent bis 2040 (Basisjahr 2021) und neutralisiert den Rest.

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Günseli Ünlü