Beschaffung Konzern
Die Grundlagen der Beschaffung

Anchor Navigation

Die Beschaffungsorganisation der Post (BOP) verantwortet auf Basis strategischer Vorgaben das gesamte Beschaffungsvolumen der Schweizerischen Post. Die BOP entwickelt die entsprechenden Prozesse, Strukturen und Kompetenzen und stellt auf der Basis rechtlicher und kommerzieller Konditionen die konzernweite Kosten- und Leistungstransparenz sicher.

Das Bundesgesetz und die Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB/VöB) bilden die Grundlage für die Einkaufspolitik der Schweizerischen Post.

Verfahrensarten

In Abhängigkeit vom Auftragswert und den Schwellenwerten werden öffentliche Aufträge entweder im offenen Verfahren, im selektiven Verfahren, im Einladungsverfahren oder im freihändigen Verfahren vergeben.

Im offenen Verfahren wird der Auftrag öffentlich ausgeschrieben und alle interessierten Anbieterinnen und Anbieter können ein Angebot einreichen.

Beim selektiven Verfahren erfolgt ebenfalls eine öffentliche Ausschreibung. In der ersten Stufe des Verfahrens müssen die anbietenden Firmen einen Antrag auf Teilnahme einreichen. Die Beschaffungsstelle wählt aufgrund der vordefinierten Eignungskriterien diejenigen Anbieterinnen und Anbieter aus, die in der zweiten Stufe des Verfahrens ein Angebot einreichen dürfen.

Öffentliche Ausschreibungen im offenen oder selektiven Verfahren erfolgen mittels Publikation auf www.simap.ch.

Keine öffentliche Ausschreibung gibt es beim Einladungsverfahren. Die Beschaffungsstelle lädt nach Möglichkeit mind. 3 geeignete Anbieterinnen und Anbieter zum Einreichen eines Angebotes ein. Wenn es möglich und zumutbar ist, soll mindestens ein Unternehmen aus einem anderen Sprachraum (evtl. anderer Wirtschaftsraum) in der Schweiz eingeladen werden.

Beim freihändigen Verfahren vergibt die Beschaffungsstelle die Leistungen direkt an eine Anbieterin oder einen Anbieter, wobei es dafür ab Erreichen des Schwellenwertes für ein Einladungsverfahren eines Ausnahmegrundes bedarf.

Ausnahmen

In Ausnahmefällen kann trotz grundsätzlicher Pflicht zur öffentlichen Ausschreibung oder zur Durchführung eines Einladungsverfahrens der Auftrag freihändig vergeben werden, z. B.

  • bei unverschuldeter und unvorhersehbarer Dringlichkeit der Beschaffung (z. B. höhere Gewalt wie Brand, Erdbeben, Gefährdung der Sicherheit etc.);
  • wenn ein Wechsel der Anbieterin oder des Anbieters für Leistungen zur Ersetzung, Ergänzung oder Erweiterung bereits erbrachter Leistungen aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen nicht möglich ist, erhebliche Schwierigkeiten bereiten oder substanzielle Mehrkosten mit sich bringen würde;
  • aufgrund der technischen oder künstlerischen Besonderheiten des Auftrags oder aus Gründen des Schutzes geistigen Eigentums (z. B. Patente) kommt nur eine Anbieterin bzw. ein Anbieter in Frage, und es gibt keine angemessene Alternative;
  • bei Liquidationsverkäufen usw.

Freihändige Vergaben als Folge eines Ausnahmegrundes müssen publiziert werden, wenn die Beschaffung ohne die Ausnahme ausschreibungspflichtig wäre. Sie können mit Beschwerde angefochten werden.

Bekanntgabe der Beschaffungen ab 50 000 Franken

Artikel 27 der VöB schreibt vor, dass die Auftraggeberin mindestens einmal jährlich in elektronischer Form über ihre dem BöB unterstellten öffentlichen Aufträge ab 50 000 Franken informiert.

Inhaltsbereich